US-Großbank JP Morgan entwickelt eigenen Stablecoin

Jamie Dimon, CEO JP morgan

Mit JP Morgan nimmt die erste große US-Bank das Thema Kryptowährung fest ins Visier. Ein eigener Stablecoin namens JPM Coin soll Geschäftskunden künftig internationale Geldtransfers erleichtern. Eine Notierung des JPM Coin für Privatkunden ist nicht geplant.

Das Thema Kryptowährung hat JP Morgan erreicht. Die Bank gilt weltweit als eines der drei größten Geldinstitute und ist in den USA gemessen an Erträgen Marktführer. Intern wird bei JP Morgan an einem Stablecoin gearbeitet. Der JPM Coin soll fest im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt werden und ausschließlich großen Geschäftskunden und Institutionen angeboten werden. Erste Tests sind für die kommenden Monate geplant. Offenbar soll der JPM Coin mit einer Blockchain verknüpft werden, doch genauere Angaben dazu gab es zunächst nicht. Umar Farooq, Chef von JP Morgans Blockchain-Abteilung, sagt zum JPM Coin: „Die Anwendungsmöglichkeiten sind im Grunde unendlich – überall dort, wo du es mit Distributed Ledger zu tun hast unter Beteiligung von Unternehmen oder Institutionen“.

Hintergrund zum geplanten JPM Coin

Laut Farooq soll der JPM Coin nur an ausführlich überprüfte Geschäftskunden verkauft werden. Diese können ihn dann für interne Transaktionen nutzen oder für Geschäfte mit anderen zertifizierten Kunden von JP Morgan. Ist eine Geldbewegung über die Blockchain abgeschlossen, werden die entsprechenden JPM Coins verbrannt und dem Empfänger das Guthaben wieder in US-Dollar gutgeschrieben. Drei typische Einsatzmöglichkeiten für den JPM Coin schildert Farooq:

  • Internationale Überweisungen: Dort sind Großkunden von tagelangen Verzögerungen durch das SWIFT-Netzwerk genervt und leiden teilweise unter Umtauschgebühren. Der JPM Coin löst die Probleme und ähnelt dann beim Einsatz dem Ripple.
  • Kreditgeschäfte: Hier stellt sich immer die Frage, wie Überweisungen und Sicherheiten zeitgleich abgewickelt werden können. Der JPM Coin soll dort künftig anscheinend mit einem Smart Contract verbunden sein und so für Transparenz bei den Beteiligten und Sicherheit sorgen.
  • Cash Flow: Großkunden wie Facebook überweisen täglich Millionenbeträge zwischen ihren internationalen Niederlassungen und könnten dies mit dem JPM Coin auf Dollar-Basis und in Echtzeit organisieren.

JP Morgan bewegt nach eigenen Angaben jeden Tag um die sechs Milliarden US-Dollar für seine globalen Geschäftskunden, das Potenzial für den JPM Coin dürfte demnach gegeben sein.

Was bedeutet der JPM Coin für mich?

Wie gesagt, Privatkunden sollen nicht mit dem JPM Coin in Berührung kommen. Für Kryptowährung wie XRP und XLM , die gerade Geschäftskunden aus dem Finanzbereich ansprechen, könnte sich der JPM Coin als ernste Konkurrenz erweisen. Für die Kryptoszene allgemein ist es eher ein gutes Zeichen, dass sich die mächtige Bank nicht mehr den Vorzügen einer digitalen Währung verschließt. Haben sich die Kunden von JP Morgan erst einmal an die neuen Möglichkeiten gewöhnt, könnten sie auch offener für Bitcoin und Co. werden.

Beachtlich ist die Entwicklung vor allem daher, weil JP Morgan CEO, Jamie Dimon, Bitcoin im September 2017 noch als Betrug bezeichnet hat und damit den Kurs hat kurzfristig abstürzen lassen. Jetzt engagiert sich die Großbank selbst im Kryptobereich.


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