BitMEX mit Restrukturierung: CEO Höptner tritt zurück, Entlassungen geplant

Die Kryptobörse BitMEX will sich neu aufstellen: Der deutsche CEO Alexander Höptner ist zurückgetreten. Interimschef Stephan Lutz soll nun Personal entlassen und das Profil von BitMEX in Richtung Derivate schärfen.

Vor einigen Jahren besetzte die Kryptobörse BitMEX mit gut ein Drittel der Marktanteile am globalen Handel mit Bitcoin Futures und anderen Derivaten noch einen Spitzenplatz. Doch neue Anbieter wie Binance und FTX machten BitMEX spätestens ab 2020 mächtig Konkurrenz, dazu kamen erhebliche Probleme mit der Justiz. Zum 1. Januar 2021 wurde auch deshalb Alexander Hötpner als neuer CEO von BitMEX bestellt, er sollte der Plattform neue Impuls geben und die Situation beruhigen. Doch wie nun bekannt wurde, ist für Höptner schon nach weniger als zwei Jahren Amtszeit Schluss. Der Deutsche trat als CEO zurück und machte Platz für Interimschef Stephan Lutz, der bei BitMEX auch weiterhin seine bisherige Position als Finanzchef parallel ausüben soll.

Dass es für Höptner, der von der Börse Stuttgart zu BitMEX kam, eng wurde, erkannten Beobachter schon, als in diesem Frühjahr die groß angekündigte Übernahme der Traditionsbank von der Heydt platzte. Schon damals wurde 75 von 300 Mitarbeitern bei BitMEX gekündigt, nun steht laut Medienberichten eine weitere Entlassungsrunde an. Bis zu 30 Prozent der aktuell noch 180 Mitarbeiter sollen gehen und für Lutz wird die Aufgabe ausgerufen, das Profil von BitMEX zu erneuern.

Demnach will BitMEX es aufgeben, sein Portfolio immer weiter aufzufächern und sich auf sein Kerngeschäft Derivathandel konzentrieren. Dazu will man auch die Bedeutung und Verbreitung des eigenen Token BMEX stärken, der Ende 2021 vorgestellt wurde, aber bisher nicht annähernd an die Erfolge vergleichbarer Token wie Binance Coin (BNB) oder FTX Token (FTT) herankommen konnte.

Fazit: BitMEX startet Umbruch – Erfolgschancen ungewiss

Höptner schweigt bisher zu Gründen für seinen überstürzt wirkenden Abgang, doch klar ist, dass seine Pläne für ein BitMEX mit Vollservice und eigener Bank nicht aufgegangen sind. Die Verwerfungen an den Kryptomärkten nach dem Crash von Terra (LUN) und Stablecoin UST im Mai haben auch BitMEX getroffen, Umsätze und Kryptopreise brachen ein und damit auch die Einnahmen aus Gebühren. Die US-Kryptobörse Coinbase musste schon im Juni mehr als 1.000 Mitarbeiter entlassen, jetzt zieht BitMEX zum zweiten Mal in einem Jahr die Reißleine. In diesem Umfeld wird es für BitMEX garantiert kein Selbstläufer, an alte Stärken anzuknüpfen.


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