BaFin stoppt KaratGold Coin (KBC) – Herausgeber wehrt sich

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geht gegen den KaratGold Coin (KBC) vor und hat ein Verbot für den Verkauf in Deutschland verfügt. Auch in Südafrika wird offiziell vor der dahinter stehenden Firma Karatbars gewarnt. Die sieht sich unfair behandelt und will sich wehren.

Mit dem Versprechen einer an Gold gekoppelten Kryptowährung namens KaratGold Coin (KBC) geht die Karatbars International GmbH seit Mitte 2018 auf die Suche nach Anlegern. Bei der ICO sollen KBC für etwa 100 Millionen Euro veräußert worden sein, berichtet das Handelsblatt. Doch der KaratGold Coin ist ins Visier von Aufsichtsbehörden gekommen, in Deutschland spricht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von einem „unerlaubten E-Geld-Geschäft“ und hat die Karatbit Foundation mit Sitz in Belize aufgefordert, die Herausgabe des KBC zu stoppen und Investoren zu entschädigen. Für eine Reihe von eng mit KBC verhandelten Firmen spricht Harald Seiz als CEO auf Facebook von „falschen Anschuldigungen“.

KaratGold Coin (KBC) – Goldimperium oder Betrug?

Wer damit beginnt, sich für den KaratGold Coin zu interessieren, stößt schnell auf mehrere Webpräsenzen, die stets Harald Seiz als Gründer und Geschäftsführer nennen. Geworben wird mit einem „Goldimperium“, dessen Geschäftsfelder vom Verkauf von Goldbarren über die Erschließung einer Goldmine in Madagaskar bis hin zum KBC reichen. Während die Karatbars International GmbH ihren Sitz in Stuttgart hat, ist die Karatbit Foundation offenbar im zentralamerikanischen Zwergenstaat Belize registriert. Schon allein deshalb sei die BaFin nicht für den KBC zuständig, argumentiert Seiz und kündigt an, mit der Herausgabe einer zweiten Kryptowährung namens Karatcoinbank Coins (KCB) fortzufahren. Was er nicht erwähnt: Auch die Karatbars International GmbH ist von offizieller Seite angezählt, hier ist es Südafrikas Finanzaufsichtsbehörde FSCA, die aktuell ausdrücklich warnt.

Auffällig ist: Soweit bekannt, gehen weder Seiz noch eine seiner Firmen juristisch gegen den vernichtenden Bericht im Handelsblatt vor. Neben dem erwähnten Facebook-Post ist es etwa das dubiose Internet-Portal „Berliner Tageszeitung“ mit Servern in Russland und Malaysia, welches als Sprachrohr eingesetzt wird. Dort sagt Seiz, der KBC sei im Pre-Sale für 0,5 Eurocent angeboten worden. Mittlerweile liegt der Preis von KBC laut Coinmarketcap bei etwa 2 Eurocent (allerdings auf fragwürdigen Börsen). Dementsprechend könne von geschädigten Anlegern keine Rede sein, schlussfolgert Seiz. Falls die KBC wirklich zum Ausgabepreis zurückgekauft werden müssten, werde das für seine Firmen zum guten Geschäft, glaubt Seiz. Er fordert, den KaratGold Coin als nicht zulassungspflichtigen Utility Token zu betrachten und generell rechtliche Rahmenbedingungen für Kryptowährungen zu schaffen.

Doch richtig vermutet: Das vermeintliche Goldimperium von Seiz stößt international auf Widerstand der Behörden. US-Medien berichten, dass die Karatbars International GmbH in Florida abgemahnt wurde, weil sie mit einer nicht vorhandenen Banklizenz warb. Auch in den Niederlanden und Namibia sind demnach bereits offizielle Warnungen vor Karatbars ausgesprochen worden. Die Kryptobörse HitBTC hat den KaratGold Coin schon ausgelistet, Coinmarketcap verweist prominent auf die juristischen Probleme rund um den KBC. Deutsche Rechtsanwälte bieten unterdessen bereits ihre Dienste an, um KBC-Anlegern zu helfen.

Fazit: Finger weg vom KBC

Den aktuell vorliegenden Informationen will das selbst ernannte „Goldimperium“ von Seiz der Verfügung der BaFin nicht nachkommen und den KBC auf dem Markt lassen. Doch allein schon das schwer zu durchschauende Firmengeflecht um den KaratGold Coin und ein Whitepaper mit Popcorn-Potenzial sind Grund genug, um als seriöser Anleger Abstand von KBC und den Versprechen von Seiz zu halten. Fun Fact: Mit Seiz ist es im November schon der zweite Deutsche, der durch mutmaßlich unlautere Machenschaften in der Kryptobranche international auffällt. Dem angeblichen Bitcoin-Miterfinder Jörg Molt wird offen Betrug vorgeworfen. Im Fall Seiz ermittelt offenbar auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart in Richtung Betrug, will sich aber zunächst nicht näher äußern.


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