Bitcoin: Möchtegern-Satoshi Craig Wright in der juristischen Defensive

Craig Wright ist in der Kryptoszene als Hochstapler berüchtigt, der vorgibt, Satoshi zu sein und Bitcoin erfunden zu haben. Ein Prozess um 1,1 Millionen BTC gegen Wright geht in die Endphase.

US-Medien nennen es den „Bitcoin Prozess des Jahrhunderts“. Im Mittelpunkt stehen 1,1 Millionen Bitcoin (BTC) mit einem heutigen Marktwert von fast 70 Milliarden US-Dollar und der mutmaßliche Betrüger Craig Wright. Wer Wright noch nicht kennt: Der 51-Jährige behauptet seit Jahren, der Mann hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu sein und somit der Erfinder von Bitcoin. Die von ihm vorlegten Beweise dafür sind von Kryptoexperten durchweg als Lügen entlarvt worden, doch Wright rückt nicht ab von seinem Anspruch auf die Jahrhundertrolle.

Bei dem nun in Miami gestarteten Prozess vor einer zehnköpfigen Jury dreht es sich zum einen darum, ob Wright Satoshi sein könnte, aber auch um handfeste 1,1 Millionen Bitcoin. Geklagt hat der Bruder des 2013 verstorbenen Dave Kleiman, mit dem Wright um 2010 für mehrere Jahre Bitcoin Mining betrieb. Ira Kleimann will die Herausgabe der Hälfte der Bitcoin aus jener Zeit erreichen und hat in Vorinstanzen recht bekommen. Fraglich blieb aber, ob Wright überhaupt noch Zugriff auf den BTC Schatz hat.

Kleiman gegen Wright – wird das Satoshi Rätsel gelöst?

Nüchtern betrachtet ist es sehr unwahrscheinlich, dass Wright mit neuen Beweisen tatsächlich belegen könnte, Satoshi zu sein. Trotz mehrfach verlängerter Fristen scheiterte 2020 Wright mit einer schlüssigen Beweisführung vor Gericht. Auch sonst haben sich Experten bisher immer die Zähne daran ausgebissen, Satoshi auf die Spur zu kommen. Aber für Wright und Kleiman geht es eben um viel Geld und für Wright mittlerweile um Betrugsvorwürfe und eine mögliche Gefängnisstrafe.

Die Anwälte von Wright versuchen jetzt darzulegen, dass er und Kleiman niemals eine förmliche Geschäftspartnerschaft geschlossen hätten. Dazu bringen sie neu ein, dass Wright an Autismus leide und seine auch durch E-Mails belegten Abmachungen mit Kleiman deshalb missverständlich seien. Die Anwälte von Kleiman wiederum melden nun zudem Ansprüche auf den Bitcoin Code an. Denn wenn Wright Satoshi sei, stünden den Kleimans auch die Hälfte des intellektuellen Eigentums zu, argumentieren sie.

Fazit: Endspiel für Craig Wright – Popcorn Alarm

Drei Wochen sind für den Prozess vorerst angesetzt und erste Details der Verteidigung von Wright zeigen schon großes Popcorn Potenzial. So soll etwa die Autismus Diagnose für Wright von einem Doktor telefonisch gefallen sein, der seinen Patienten zu dem Zeitpunkt nie getroffen hatte. Das klingt schon ziemlich verzweifelt, aber auch in Reihe mit all den Fälschungen, die Wright bereits nachgewiesen wurden. Und selbst das geldwerte Thema der verschwundenen 1,1 Millionen Bitcoin könnte erneut im Nichts versanden. Denn Wright hätte sich mit diesen ja bereits seit 2018, als Kleiman erstmals Klage erhob, juristisch „freikaufen“ können. Jetzt aber deutet vieles darauf hin, dass die fraglichen Satoshi Bitcoin nicht wieder auftauchen und Wright endgültig für Betrug verurteilt wird. Aber die Erfahrung zeigt auch: Die schier unendliche Fantasie von Wright könnte dem Verfahren wieder einmal einen neuen Dreh geben.


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