Craig Wright: juristischer Kampf um 550.000 Bitcoin geht in die Verlängerung

Craig Wright

Der notorische Craig „Fake-Satoshi“ Wright hat im Streit um milliardenschwere Bitcoin-Konten mit den Erben seines verstorbenen Geschäftspartners einen kleinen Etappensieg errungen. Ein US-Gericht gab Wright entgegen bisheriger Entscheidungen zusätzlich Zeit, Zugang zu den fraglichen BTC zu finden.

In den USA spielt sich seit fast zwei Jahren ein Wirtschaftskrimi aus der Kryptobranche ab, in dessen Zentrum der berühmt-berüchtigte Craig „Ich bin Satoshi“ Wright, 1,1 Millionen Bitcoin (BTC) im Wert von aktuell fast zehn Milliarden US-Dollar und die Geschäftspraktiken von Wright stehen. Geklagt hat der Bruder des verstorbenen Dave Kleiman, mit dem Wright zwischen 2009 und 2013 gemeinsam BTC-Mining im großen Stil betrieben hat und wobei vereinbart worden sein soll, dass die Erträge hälftig aufgeteilt werden. Doch die Familie Kleiman hat nach eigenen Angaben ihren Anteil nie erhalten und brachte Wright deshalb in Florida vor Gericht. Ende August 2019 lautet die erste Entscheidung: Die Kleimans haben Recht, Wright muss 550.000 BTC plus Prozesskosten überweisen. Doch Wright hat nun durch seine Anwälte eine Gnadenfrist erwirkt. In der jüngsten Verfügung des Bezirksgerichts wird Wright bis zum 3. Februar 2020 Zeit eingeräumt, Listen seiner BTC-Konten und Zugriffsdaten zu liefern. Wright hatte in einer Einlassung angegeben, er sei auf einen anonymen Kurier angewiesen, um an Private Keys und weitere Dokumente zu gelangen.

Kehrtwende im Bitcoin-Drama Wright vs. Kleiman?

Aus der Ferne ist schwer einzuschätzen, ob Wright sich durch juristische Winkelzüge nur mehr Zeit verschaffen oder wirklich neues Material vorlegen will. Das Gericht zumindest lässt durchscheinen, dass man Wright wenig traut. Wrights angeblicher Kurier wird als „mysteriöse Figur aus dem Schatten“ bezeichnet und man verweist darauf, dass Wright sich bislang vor Gericht kontraproduktiv verhalten habe. Entsprechend wird bekräftigt, dass Wright der Kleiman-Partei 650.000 US-Dollar Anwalts- und Gerichtskosten erstatten muss und die 50/50 Regelung für die geschürften BTC als erwiesen gilt. Aber Wright will auch hier angreifen: Ein neues Dokument soll belegen, dass er und Kleiman die gemeinsamen Guthaben anders als bislang bekannt organisiert haben. Allerdings ist Wright mit solchen angeblichen Beweisen bereits aufgefallen, als er Dokumente vorlegte, deren Schriftarten nachweislich zum angegebenen Zeitpunkt der Erstellung noch nicht existierten. Wright will dies mit einem Fehler im Scanner erklären. Die momentan zuständige Berufungsrichterin Beth Bloom beschäftigt sich mit der von Wright beanspruchten neuen Beweislage aber bislang nur am Rande und droht mit Sanktionen, falls bis zum 3. Februar nicht endlich die versprochenen Informationen zu den BTC-Konten vorliegen. Hinweise auf eine grundsätzliche Neubewertung des Streitfalls finden sich im jüngsten Schriftsatz des Gerichts nicht.

Selbsternannte BTC-Erfinder Craig Wright steht vor dem Bankrott

Klar scheint bei den spektakulären Gerichtsverfahren Wright gegen Kleiman bislang: Der angeklagte Wright verstrickt sich wieder einmal in Behauptungen und Versprechen, die einer tiefer gehenden Prüfung nicht standhalten. Seine wiederholt vorgetragenen Ansprüche etwa, der Mensch hinter der Figur von BTC-Erfinder Satoshi Nakamoto zu sein, sorgen mittlerweile in der Kryptoszene nur noch für Spott und Kopfschütteln. Bei dem Bestreben, Kritiker juristisch mundtot zu machen, hat Wright keine Erfolgserlebnisse zu verbuchen. Und auch im wegen der Milliardensummen wesentlich heiklerem Prozess gegen die Familie Kleiman fällt Wright durch Aktionen auf, die das Gericht „ausweichend“ und „ungereimt“ beschreibt. Unter dem Strich zeichnet sich so weiterhin ab: Craig Wright fällt tief, aus dem früher gefeierten Bitcoin-Guru wird vor Gericht ein plumper Lügner, der versucht, Geschäftspartner zu betrügen und finanziell vor dem Abgrund steht.

Warum der Fall Wright wichtig für BTC-Anleger ist

Es deutet zwar nichts daraufhin, dass die umstrittenen 1,1 Millionen BTC wirklich wieder auf den Markt kommen. Doch sollte der Kurier existieren und die BTC zurück in den Umlauf gelangen, dürfte dies den Kurs von Bitcoin direkt beeinflussen. Es lohnt sich also weiterhin, die Entwicklungen bei Wright vs. Kleiman im Auge zu behalten, auch wenn einen das persönliche Schicksal von Wright schon nicht mehr interessiert.


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