Bitcoin Stock-to-Flow Model erklärt – ist BTC bald bei 1 Million USD?

Der Preis von Bitcoin (BTC) notiert seit Tagen nahe des Allzeithochs. Manche glauben, dass Bitcoin in dieser Region deutlich unterbewertet wird und argumentieren mit dem sogenannten Stock-to-Flow Modell. Aber was ist das eigentlich?

Die deutlichen Kursgewinne von Bitcoin (BTC) in 2020 und der momentane Preis von gut 19.000 US-Dollar bedeutet für die allermeisten Anleger bereits, dass sie sich in der Gewinnzone wiederfinden. Doch während nicht nur die Kryptoszene darauf wartet, dass Bitcoin sein Allzeithoch von 20.000 US-Dollar nachhaltig knackt, erfreuen sich auch optimistische Kursprognosen wieder großer Beliebtheit. Mit Stock-to-Flow als Modell für die Prognose des Preis von Bitcoin sollte BTC eigentlich schon jetzt eher bei 90.000 US-Dollar liegen. Wie aber kommt man mit Stock-to-Flow auf solche Werte?

Stock-to-Flow für BTC – gar nicht kompliziert

Wirtschaftstheoretiker ziehen Stock-to-Flow etwa auch für Vorhersagen beim Goldpreis zu Rate. Dabei setzten sie folgende Werte mathematisch in Beziehung zueinander:

  • Die zirkulierende Menge eines Wertguts wie Gold oder Bitcoin und
  • die Zeit, die es bei gleichbleibenden Produktionskapazitäten bräuchte, die Ausgangsmenge zu verdoppeln.

Daraus ergibt sich der S2F genannte Index. Für Gold wird er bei etwa 60 berechnet, bei Bitcoin lag der S2F vor dem Halving im Mai bei gut 25. Mit dem Bitcoin Halving erhöhte sich der S2F schlagartig auf gut 50, denn durch den im Code von BTC eingebauten Mechanismus wird die Menge der neu geschürften Coins halbiert – womit sich die theoretische Verdoppelung der Ausgangsmenge der Ressource zeitlich automatisch nach hinten verschiebt.

Diese Methode Stock-to-Flow hat bei Gold in der Vergangenheit recht zuverlässig funktioniert, um Preise vorherzusagen. Angewandt auf Bitcoin wäre derzeit eigentlich ein Preis von um 90.000 US-Dollar zu erwarten, hat etwa auch die Bayerische Landesbank errechnet.

Manche Fachleute setzen bei Stock-to-Flow neben die mathematische Kurve noch ein Modell zur Bedeutungsentwicklung von Bitcoin. Sie sehen dabei vier Phasen:

  1. Bitcoin beweist seine technologische Umsetzbarkeit
  2. BTC wird als elektronisches Zahlungsmittel benutzt
  3. Bitcoin wird als „digitales Gold“ und damit Wertspeicher begriffen
  4. BTC wird zur eigenen Anlageklasse

Jeder dieser Phasen folgt demnach ein deutlicher Kurssprung und Bitcoin dürfte sich derzeit zwischen Phase 3 und Phase 4 bewegen. Um das kommende Bitcoin Halving im Frühjahr 2024 wäre dann Phase 4 das beherrschende Thema für BTC und der S2F würde den von Gold schließlich übersteigen. Dann ist auch 1 Millionen US-Dollar als Preis pro BTC logisch vorstellbar, wenn die Theoretiker recht behalten.

Spektakuläre Wette um S2F bei Bitcoin

Einer, der nicht an Stock-to-Flow bei BTC glaubt, heißt Eric Wall. Er begründet seine Position nicht nur ausführlich, sondern ging einen Schritt weiter. Über Twitter bot er an, um eine Million US-Dollar zu wetten, dass sich das Stock-to-Flow Modell nach fünf Jahren nicht im Preis von Bitcoin bestätigen werde. Offenbar hat Wall einen Gegenpart gefunden und die Wette wurde abgeschlossen. Der Deal sieht vor, dass Wall jetzt 1 Million US-Dollar erhält und seinem Wettpartner dafür im Gegenzug gut 52 BTC überträgt, die aktuell eine Million US-Dollar abbilden. 2025 soll dann Bilanz gezogen werden …

https://twitter.com/ercwl/status/1335592430905724931

Fazit: Stock-to-Flow für Bitcoin ist nicht unumstritten

Schon die Wette zeigt: S2F könnte für Bitcoin zu schön um wahr zu sein. Was für Gold funktionierte, muss nicht 1:1 auch zu BTC passen. Anderseits wird Stock-to-Flow selbst unter konservativen Analysten als Prognosewerkzeug ernst genommen – aber eben normalerweise als eines unter mehreren. Mit dieser Herangehensweise liegst auch Du nicht verkehrt: Begreife Stock-to-Flow als eine Theorie, die keinesfalls alternativlos ist, und freue Dich, wenn sie sich als richtig erweisen würde. Doch stütze Deinen Optimismus in Sachen Bitcoin Kursentwicklung niemals nur auf ein einzelnes Modell, sondern betrachte zudem andere Faktoren. Die sehen derzeit gut aus für BTC, sechs Argumente findest Du hier von uns.


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