Bitcoin wertlos? – Darum ist „Aktienexperte“ Dirk Müller kein guter Ratgeber

Der populäre Börsenprofi Dirk Müller warnt vor Totalverlusten bei Bitcoin. Aber dieser Dirk Müller liegt auffällig oft falsch mit seinen Prognosen, zuletzt etwa bei dem Debakel mit Wirecard, wo er noch kurz vor dem Crash ein Investment empfahl.

Dirk Müller gehört zu den TV-Experten, die sich gerne bei jedem Trendthema mit kontroversen Thesen zu Wort melden. Damit, gegen den Mainstream zu schwimmen, hat es Müller zu einiger Prominenz gebracht und seine Bücher schaffen es zuverlässig in die Bestsellerlisten. Der 52-Jährige gilt so als eine Art bauernschlauer Ratgeber für Kleinanleger und beispielsweise Focus gibt ihm regelmäßig die Bühne für Empfehlungen. Jetzt hat es Bitcoin (BTC) erwischt – Müller sagte bei Focus, dass Bitcoin innerhalb nur eines Tages im Preis auf Null rutschen könnte. Also „Finger weg“ von Bitcoin, weil der Müller meist recht hat? Wir sind da anderer Meinung.

Dirk Müllers Prognosen und die Realität

Die Börsennachricht, die in 2020 in Deutschland die größten Wellen schlug, war wohl der Zusammenbruch von Wirecard. Natürlich hatte Dirk Müller auch zu Wirecard so seine Meinung. Der Skandal bei Wirecard sei nämlich, dass Wirecard öffentlich angezählt werde, sagte Müller vor dem Crash. Er hingegen habe bei seiner „Lieblingsaktie“ die Hausaufgaben gemacht und das Unternehmen „bis in die letzte Fußnote“ überprüft. Ob das wohl auch für Bitcoin gilt?

Die Wirecard Aktie war also eine Sicht von Müller eine gute Anlage und seine klare Empfehlung lautete, in sie zu investieren. Dies führt auch zu Dirk Müller Premium Aktien Fonds, wo Wirecard unter anderen im Portfolio vertreten war. Bei diesen Fonds unter seinem Namen wird besonders für Kleinanleger Werbung gemacht. Altersvorsorge könnten sie durch Dirk Müller Premium Aktien Fonds betreiben, heißt es. Aber der Blick auf die Kursentwicklung der letzten fünf Jahre zeigt: Wer dort bei Dirk Müller Premium Aktien Fonds 2016 Geld angelegt hätte, würde bis heute keine nennenswerten Gewinne verbuchen dürfen. Das blöde: Im gleichen Zeitraum sind die Aktienmärkte grundsätzlich fett im Plus, ein stures Abbilden des DAX etwa hätte für Anleger mindestens 40 Prozent Gewinn generiert und bei breitgestreuten ETFs sähen die Entwicklungen sogar noch positiver aus. Wer etwa in den weltweit sehr beliebten MSCI World investiert hätte, der hätte sein Geld bis dahin fast verdoppelt. Eigentlich sollte der Dirk Müller Premium Aktien Fonds natürlich zumindest dieses Momentum der Aktienmärkte mitgenommen haben, was aber nicht gelang. Die Frage bleibt wofür man Dirk Müller dafür eine Fond Gebühr zahlen soll die um ein vielfaches höher ist als bei ETFs. Also wie war das jetzt noch mal mit Bitcoin und der Warnung von Müller?

Bitcoin habe gar keinen Wert, so Müller. Nun lässt sich darüber trefflich streiten, die Frage nach Bitcoin und seinem definierbaren Wert erreicht philosophische Dimensionen. Klar aber ist: Bitcoin hat einen funktionierenden Markt, der Preise für BTC bildet und aktuell ist ein Bitcoin deutlich mehr als 30.000 US-Dollar wert, was über fünf Jahre betrachtet einen Rekordlevel mit Vervielfachung des Preises bedeutet. Nun gut, aber Wirecard ist ja auch auf fast Null gefallen. Ja, nur hatte Müller das nicht kommen sehen, im Gegenteil.

Dann stimmt Müller in Sachen Bitcoin noch das Lied von Verboten und Regulierung an. Sobald Behörden wegen Geldwäsche gegen Bitcoin vorgehen, werde der Preis von BTC gegen Null gehen, ist sich Müller sicher. Hat dieser Mann überhaupt das Prinzip von Bitcoin begriffen, welches eine weltweit koordinierte Regulierung schon technologisch quasi unmöglich macht. Hat dieser Dirk Müller bei Bitcoin seine Hausaufgaben gemacht und gehört, dass BTC mittlerweile als Wertspeicher auch für US-Großunternehmen dient? Ist das ein Umfeld, bei dem für Bitcoin der Zusammenbruch eines Kartenhauses droht?

Fazit: Dampfplauderer Müller und Bitcoin – das passt nicht zusammen

Ein guter Ratgeber kann üblicherweise darauf verweisen, dass seine Empfehlungen meist richtig liegen. Schon an diesem Anspruch scheitern viele der nachprüfbaren Tipps und Strategien von Dirk Müller für die Aktienmärkte, der immerhin gelernter Börsenmakler ist. Diese „Koryphäe“ wagt sich nun vor zum Thema Bitcoin. Selbstverständlich steht es jedem offen, Müllers Ratschlägen zu folgen und einen weiten Bogen um Bitcoin zu machen. Bescheiden möchten wir aber anmerken: In den vergangenen Jahren hat Bitcoin als Investmentchance und Anlageklasse im Grunde in seiner Wertentwicklung alle anderen Möglichkeiten im positiven Sinn bewiesenermaßen weit hinter sich gelassen. Wer Dirk Müller traut, sollte zumindest wissen, dass er mit seinem eigenen Portfolio in den letzten 5 Jahren keine gute Performance abgeliefert hat und das in diesem Marktumfeld.


Wer noch keine Bitcoins hat kann diese hier kaufen. Bei eToro gibt es auch beliebte ETFs wie den MSCI World und natürlich auch Aktien: 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*