TenX und Crypto.com Kreditkarten Herausgeber Wirecard im freien Fall

Krypto-Kreditkarten wie TenX oder von Crypto.com sind im Hintergrund erst durch Wirecard als Herausgeber möglich geworden. Doch der Zahlungsdienstleister steht wegen möglicher Bilanzmanipulation im Kreuzfeuer.

Als Wirecard am gestrigen Donnerstagvormittag eine Eilmeldung in eigener Sache verschickte, stürzte der Kurs der Wirecard-Aktie innerhalb von Minuten um 60 Prozent ins Minus. Anlass für die Panik von Anlegern war, dass Wirecard die Veröffentlichung seiner Jahresbilanz für 2019 zum dritten Mal verschieben muss. Denn die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young haben erhebliche Zweifel an 1,9 Milliarden Euro, die Wirecard in den Büchern führt, für die aber offenbar keine Beweise bestehen. Betroffen von den Turbulenzen sind unter Umständen auch Krypto-Kreditkarten, da bei ihnen Wirecard im Hintergrund als Herausgeber fungiert.

Wirecard vor dem Zusammenbruch? Was wird mit Krypto-Kreditkarten?

Bei Wirecard ist die Situation dramatisch. Die fraglichen 1,9 Milliarden entsprechen etwa einem Viertel der Bilanzsumme. Könne an diesem Freitag (19. Juni) keine ordentlich testierte Jahresbilanz für 2019 veröffentlicht werden, sei es möglich, dass Kredite mit der Gesamtsumme von rund 2 Milliarden sofort fällig stellt werden, schreibt Wirecard. Man befürchte, selbst von Vertragspartnern getäuscht geworden zu sein. Das DAX-Unternehmen steht seit Anfang 2019 unter Verdacht unsauberer Bilanzen, als erste Berichte aus Singapur die Runde machten.

Pikant für die Kryptobranche: Genau dort in Singapur hat auch TenX seinen Sitz, dass mit einer „echten“ Krypto-Kreditkarte ein ehrgeiziges Geschäftsziel verfolgt. Diese wird in Wirklichkeit von Wirecard als Visa-Partner herausgeben. Bei TenX sorgten zuletzt Nachrichten über personellen Aderlass für Unruhe. Ein weiteres Kryptounternehmen, das auf die Banklizenz von Wirecard baut, ist Crypto.com mit einer Visa-Kreditkarte. Der CEO von Crypto.com, Kris Marszalek, stellte auf Twitter klar: Kunden müssten sich keine Sorgen machen, da ihre Gelder bei einer anderen Bank als Wirecard lagern. Von TenX gab es bislang zu den aktuellen Entwicklungen keinen Kommentar.

Tag der Wahrheit für einstigen Börsenstart Wirecard

In guten Zeiten war Wirecard an der Börse 24 Milliarden Euro wert, zum gestrigen Börsenschluss waren es weniger als 5 Milliarden Euro und aktuell fällt der Kurs noch weiter. Dass heute eine Bilanz für 2019 mit Testat von Ernst & Young vorgelegt werden kann, ist mehr als fraglich. Wie die Kreditgeber dann reagieren, ist offen. Das Vertrauen von Anlegern hat Wirecard vermutlich für lange Zeit verspielt. Denn als zuerst die Financial Times durch einen Whistleblower über die mögliche Bilanzmanipulation berichtete, verklagte Wirecard die angesehen Finanzzeitung sogar.

Für den Moment scheint es so, dass Du als Nutzer einer Krypto-Kreditkarte von indirekt Wirecard nicht unruhig werden musst. Denn zu diesem Geschäft gehören in der Regel dritte Banken und zudem greifen Versicherungen. Mittelfristig aber könnte der Kryptobranche Wirecard als wichtiger Kooperationspartner entfallen.


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