Diskussion um Ethereum ProgPow hält an

Seit geraumer Zeit ist man sich unter den Entwicklern der Ethereum-Blockchain generell einig, dass das Netzwerk aufhören solle, ASICs beim Mining zu bevorzugen. Doch jüngste Interna zeigen: Das Thema ist inhaltlich umstrittener und technisch schwieriger als gedacht.

Seit rund einem Jahr sind ASICs auf dem Markt, die speziell dafür konzipiert wurden, in der Blockchain von Ethereum (ETH) durch Block Rewards Profit zu machen. Gegen die Übermacht der hochgezüchteten Recheneinheiten haben normale Heimcomputer im Grunde keine Chance mehr, beim Mining von ETH zum Zuge zu kommen. Darauf wollen die Entwickler bei Ethereum eigentlich reagieren und den Code der Blockchain so umschreiben, dass ASICs ihren Vorteil verlieren. Dazu soll ein so genanntes Progressive Proof-of-Work (ProgPoW) bei ETH implementiert werden, was in vielerlei Hinsicht dem Delegates Proof-of-Stake ähneln würde. Nicht reine Rechenpower entscheidet dann über die Verifizierung von neuen Blöcken, sondern aus der Nutzergemeinde gewählte Vertreter. Die Diskussionsgruppen bei GitHub dokumentieren die Meinungsbildung um ProgPoW bei Ethereum und zeigen: Das Thema ist noch nicht abgehakt.

Warum stockt ProgPoW beim Ethereum?

Die Altmeister unter den Entwicklern bei Ethereum zeigen sich zunehmend genervt, dass der inhaltlich für abgeschlossen gehaltene Austausch um ProgPoW in der Ethereum-Blockchain wieder aufflackert. Greg Colvin etwa lässt sich zitieren mit den Worten: „Wir gehen zurück zu Sachen, über die schon vor Monaten müde geworden sind zu diskutieren.“ Dabei liegt auf der Hand, dass besonders die Teilnehmer der ETH-Blockchain, die in ASICs investiert haben, eine Umstellung nicht gutheißen. Immerhin waren ihre Block Rewards gerade durch das Upgrade Constantinople von drei auf zwei ETH reduziert worden. Auf der anderen Seite steht der Teil der Kryptoszene, die ETH durch Neuerungen zukunftssicher machen will und ProgPoW als Zwischenschritt auf dem Weg zu Proof-of-Stake sehen. Ihnen liegt daran, dass die Blockchain auch wieder für Nutzer mit gebräuchlicher Hardware interessant wird.

Von Ethereum-Sprecher Hudson Jameson ist zu hören, dass es auch technisch nicht so simpel ist, ASICs in der Blockchain automatisiert von normalen Computern zu unterscheiden. Allen namhaften Diskussionsteilnehmern gemein ist immerhin, unbedingt einen nicht harmonischen Hard Fork bei ETH verhindern zu wollen. Das Beispiel des Wertverlusts bei Bitcoin Cash ist dort wohl das mahnende Ereignis. Und wenn ProgPoW bei Ethereum 1.x implementiert werden würde, droht eben solch ein unharmonischer Hard Fork mitsamt der Aufsplittung des ETH in zwei separate Kryptowährungen.

Warum ist die Diskussion um das Blockchain-Protokoll beim ETH für mich relevant?

Rein technisch betrachtet müsstest du dich kaum darum kümmern, was die Entwickler bei ETH besprechen, solange du nicht selbst als Miner aktiv bist. Wenn du aber deinen Blick auf mittelfristige Entwicklungen von Kryptowwährungen und ihre Konkurrenz untereinander richtest, wird das Thema durchaus relevant. ETH-Erfinder Vitalik Buterin ist dafür bekannt, Transaktionen mit Ethereum durch konsequente Umstellung des Blockchain-Protokolls schneller machen zu wollen. Letztendlich stellt sich die Frage ob es der ganze Aufwand wert ist betrieben zu werden. Immerhin will Ethereum zu Proof-of-Stake wechseln und dann würde ProgPow sowieso überflüssig werden. es wird also derzeit viel sinnlose Energie in der Diskussion verschwendet.


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