EOS versucht als Antelope Neustart unabhängig von Block.One

Bei EOS haben Streitigkeiten zwischen dem Blockchain-Unternehmen Block.one und der Community zu einem Bruch geführt. Unter dem Namen Antelope will die EOS Network Foundation das Projekt unabhängig aufstellen.

Am gestrigen Mittwoch erhaschte EOS mit einem temporären Preissprung von rund 20 Prozent viel Aufmerksamkeit. Denn eigentlich war von EOS seit geraumer Zeit nicht mehr viel zu hören, der einstige Top Ten Altcoin ist aktuell auf Platz 40 unter den kapitalstärksten Kryptowährungen abgerutscht. Seit 2021 brodelte es bei EOS hinter den Kulissen immer heftiger, in der Community beschwerte man sich über stockende Entwicklungsarbeit. Die hatte in den Vorjahren bei Block.one ihr Zentrum, das Krypto-Unternehmen hatte EOS mit einer spektakulären ICO in 2017/8 gelauncht, 4 Milliarden US-Dollar kamen dabei zusammen. Jetzt wird der Bruch zwischen Block.one und der EOS Gemeinde überdeutlich. Die EOS Network Foundation veröffentlichte einen Blogpost, der eine „neue Ära“ unter dem Namen Antelope ankündigte.

Aufgelistet wird, wie Block.one Mitte 2021 damit stoppte, die EOSIO Blockchain weiterzuentwickeln. Schon im Januar 2021 hatte sich EOS-Mitgründer Dan Larimer von Block.one losgesagt. Die EOS Network Foundation erinnert daran, dass EOS Block Producer Ende 2021 im Konsens entschieden, die Stiftung auch finanziell zu unterstützen. Zahlungen an Block.one wurden parallel eingestellt. Nun ist für den 21. September ein Hard Fork angekündigt, bei dem sich das bei der Stiftung versammelte Lager auch technologisch vom bisherigen EOS abkoppeln will. Dabei hat Dann Larimer geholfen. Von Block.one war bislang kein Kommentar zur Situation zu vernehmen.

Das Unternehmen hat auch an anderer Front einen Rückschlag erlitten. Im Juni 2021 hatte Block.one eine außergerichtliche Einigung mit enttäuschten EOS Investoren verkündet. Durch Zahlung von 27,5 Millionen US-Dollar sollten Forderungen einer Sammelklage beglichen werden. Aber ein Gericht in New York hat diesen Vergleich zu EOS nun nicht wie erwartet gebilligt, sondern abgelehnt. Die durch Crypto Assets Opportunity Fund LLC vertretenen Kläger haben demnach nicht ausreichend die Interessen aller Investoren vertreten, hieß es zur Begründung.

Fazit: Kann EOS als Antelope ein Comeback gelingen?

Dass Block.one sein Interesse an der Weiterentwicklung der technologischen Basis von EOS verloren hatte, war etwa schon an dem Gerangel um das Seitenprojekt Voice abzulesen. Voice stellte sich letztendlich als Millionengrab heraus. Aber die EOSIO Blockchain galt früher ihrer Zeit voraus und die EOS Network Foundation verspricht mit dem Neustart Verbesserungen in vielen Details. Wer EOS in seinem Portfolio hält, sollte vor dem Hard Fork auf zusätzliche Informationen achten, um sich intelligent zu positionieren.


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