Ethereum vor „The Merge“: Zahl der gestakten ETH hat sich in einem Jahr verdoppelt

Ethereum 2.0 steht vor der Tür, in rund vier Wochen soll mit „The Merge“ der Startschuss fallen. Die Unterstützung für das grundlegende Upgrade lässt sich auch an der stetig steigenden Zahl gestakter ETH ablesen.

Mit „The Merge“ bei Ethereum (ETH) erwartet die Kryptoszene um den 15. September ein Großereignis. Denn Ethereum als die unbestritten zweitwichtigste globale Kryptowährung wird dann ihr Protokoll umstellen und damit soll der Grundstein für Zukunftsfähigkeit gelegt werden. Begonnen hatte der Weg hin zu „The Merge“ im Dezember 2020, als mit der Beacon Chain ein Testnet für Ethereum 2.0 startete. Damit dieses unter realistischen Bedingungen launchte, war die Community im Vorfeld aufgerufen, ETH in der Beacon Chain zu hinterlegen. Delphi Digital zeigt jetzt auf Twitter, wie die Zahl der ETH in der Beacon Chain seitdem unaufhörlich wächst.

Allein in den letzten zwölf Monaten verdoppelten sich die Ethereum Bestände in der Beacon Chain auf nunmehr rund 13,3 Millionen, was rund 11 Prozent des Gesamtbestands aller ETH bedeutet. Aus Sicht von Anlegern war und ist die Beacon Chain für ihre ETH interessant, weil sie dort durch Staking mit bis zu 10 Prozent Jahreszins belohnt werden. Staking in der Beacon Chain ist der Vorgriff auf den Protokollwechsel von Proof-of-Work hin zu Proof-of-Stake und kommt mit „The Merge“ auch im Mainnet von Ethereum an. Für die gestakten ETH in der Beacon Chain gilt aber ein Haken: Sie sind dort fest hinterlegt und können bis auf weiteres nicht wieder abgezogen werden. Die Ethereum Stiftung stellt nun auch klar, dass selbst mit „The Merge“ noch nicht wieder Zugriff auf die gestakten ETH in der Beacon Chain gestattet wird, sondern dies erst nach einem späteren Update „Shanghai“ geschehen soll.

Parallel erklärt die Ethereum Stiftung weitere Details zu verbreiteten Fehlinformationen zu „The Merge“. So ist oft zu hören, dass durch „The Merge“ Ethereum Transaktionsgebühren drastisch sinken würden. Dies sei ebenso falsch wie die Annahme, dass „The Merge“ Geschwindigkeit und Kapazität der ETH Blockchain deutlich erhöhen würde. All diese angestrebten Verbesserungen steuert Ethereum 2.0 zwar an, aber sie werden erst schrittweise mit weiteren Updates zu erreichen sein. ETH-Erfinder Vitalik Buterin hatte schon in diesem Januar eindringlich vor falschen Erwartungen zu „The Merge“ gewarnt. Aus seiner Sicht bedeutet „The Merge“ etwa 60 Prozent der Wegstrecke hin zu einem Ethereum 2.0 und bis zur Komplettierung dürfte laut Buterin noch einige Jahre dauern.

Fazit: „The Merge“ wird Meilenstein für Ethereum – aber Erwartungen teils übertrieben

Ethereum hat in diesem Sommer im Vergleich zum Kryptogesamtmarkt eine überdurchschnittlich gute Preisentwicklung verzeichnet und dieses Momentum wird zurecht auf „The Merge“ zurückgeführt. Offenbar ist aber nicht allen Anlegern klar, dass der Startschuss für Ethereum 2.0 zwar als historisch eingestuft werden darf, aber auf das Tagesgeschäft im ETH Ökosystem zunächst wenig spürbare Auswirkungen haben wird. So gilt aktuell bei Anlagen in Ethereum abzuwägen, inwiefern „The Merge“ schon eingepreist ist – und ob man sich auf ein Investment einlassen will, dass möglicherweise mittelfristig begriffen werden muss mit dem Zeithorizont weiterer wichtiger Upgrades für ein modernes Ethereum 2.0.


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