Ethereum: 133 US-Dollar überwiesen, 2,6 Millionen Gebühren bezahlt

Normalerweise kostet eine Transaktion von Ethereum in der ETH-Blockchain umgerechnet weniger als 0,50 US-Dollar. Doch am Mittwoch bot ein Sender 2,6 Millionen US-Dollar an und die wurden auch prompt „abgebucht“. Was war da los?

Im Ökosystem von Ethereum (ETH) wird für Transaktionen ein sogenannter Gas Price eingefordert. Soweit okay, das ist auch bei anderen Kryptowährungen so und die Tagespreise für Gebühren ergeben sich am freien Markt. Wer seine Überweisung bevorzugt und somit schneller in der Blockchain validiert sehen will, bietet einen etwas höheren Preis an als den aktuellen Durchschnitt. Aber umgerechnet gleich gut 2,6 Millionen US-Dollar in Ethereum bezahlen, um 133 US-Dollar in ETH von einem Konto auf das andere zu überweisen? Klingt verrückt, ist aber am gestrigen Mittwoch passiert. Hier die fragliche Transaktion:

Ethereum Transaktion mit 2,6 Millionen USD Gebühren

Passieren kann so ein Malheur, wenn etwa versehentlich die Eingabefelder für die zu überweisende Summe in ETH und den Höchstbetrag für den Gas Price verwechselt werden. Aufgefallen ist der merkwürdige Vorgang diesmal dem Mining Pool Spark Pool. Denn der gezahlte Gas Price befindet sich technologisch betrachtet in einem der neuen Blöcke, die in der Blockchain bei Ethereum produziert werden. Wer jeweils welchen Block enträtselt und validiert, verteilt sich allerdings zufällig. Insofern ist auszuschließen, dass der „spendierfreudige“ Sender einen Empfänger für seinen völlig überzogenen Gas Price im Sinne hatte. Bei Spark Pool überlegt man unterdessen, was mit dem unverhofften Gewinn zu tun ist. Soll er wirklich, wie eigentlich vorgesehen, unter den Mitgliedern des Mining Pools aufgeteilt werden? Noch hält Spark Pool die eingenommenen Gebühren zurück und versucht anscheinend, den Sender zu kontaktieren. Dieser fällt aber gleich wieder auf, hier eine Transaktion vom heutigen Donnerstag:

Erneute 2,6 Millionen USD Gebühren, die bezahlt wurden.

Klar ist, dass der Sender zu den Whales gehört, denn bevor er gestern vielfältig Aktivitäten aufnahm, war sein Konto noch mit weit über 10 Millionen US-Dollar in Ethereum gefüllt. Wenn er aber so weiter macht und Gas Preise anbietet, die nichts mit der üblichen Praxis mehr gemein haben, ist auch sein Reichtum bald aufgebraucht. Hoffen kann er derzeit nur auf Kulanz der jeweiligen Miner, die beschenkt wurden. Denn das Prinzip einer dezentralisierten Blockchain gilt auch bei Ethereum: Ist eine Transaktion erst validiert, kann sie nicht mehr „zurückgebucht“ werden. Bei Spark Pool übrigens hat man schon Erfahrung mit solch auffälligen Gas Preisen. Im Februar 2019 waren bei Spark Pool 300.000 US-Dollar als Gas Price für eine einzelne Überweisung eingegangen.

Fazit: „Dumm gelaufen“ und wie Du das verhinderst

Die Lehre aus dem bizarren Missgeschick ist einfach: Konzentriere Dich, wenn Du Deine Kryptowährungen und den Handel mit ihnen organisierst. Ein simpler Tippfehler kann viel echtes Geld kosten und es ist eben nicht wie einer Bank, wo sich durch einen Telefonanruf oder eine Rückbuchung ein Fehler schnell korrigiert lässt.


Wer noch kein Ethereum hat kann diese hier kaufen: 

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