Was sind Mining Pools?

Bei Bitcoin und vielen anderen Kryptowährungen, die auf Proof-of-Work (PoW) basieren, besteht die Möglichkeit, durch Mining Coins zu verdienen. Da die dafür zu lösenden kryptografischen Puzzle sind allerdings meist zu schwierig für einzelne Heim-PCs. Deshalb werden Rechnerkapazitäten in Mining Pools zusammengelegt.

Der englischsprachige Fachausdruck Mining Pool leitet sich von „Mining“, also Bergbau oder Schürfen, und „Pool“ in der Bedeutung einer Interessengemeinschaft her. Im Konzept des Bitcoins (BTC) ist verankert, dass für das Erschaffen neuer Coins Blöcke in der Blockchain berechnet werden müssen. Dieser Prozess ähnelt einem kryptografischen Puzzle und die zu lösenden Berechnungen werden automatisch immer schwieriger. Genügte in der Anfangszeit des BTC noch ein ganz normaler Heim-PC, um beim Mining erfolgreich sein zu können, wird heute häufig mit ASICs gearbeitet. Um auch ohne solche Spezialausrüstung durch Mining an Coins zu gelangen, sind Mining Pools die populärste Methode. Bei ihnen werden durch Software-Protokolle die Rechenleistungen von PCs online zusammengeführt. Gelingt es dem Pool, einen Block zu erschließen, wird die Belohnung dafür an die Teilnehmer des Pools automatisch verteilt. Bekannte Pool-Organisatoren sind etwa Antpool, BTCC Mining Pool und Slush Pool. Übrigens werden Mining Pools nicht nur für den BTC gebildet, sondern etwa auch für Ethereum, Litecoin und viele weitere PoW Kryptowährungen.

Bitcoin Mining Pools Stand Januar 2019

Mining Pools in der Praxis

Nicht alle Mining Pools sind öffentlich. Private Pools wie Bitfury sind quasi als Solo Miner unterwegs. Du kannst dich bei einem der großen Pools schnell online anmelden, neben der Registrierung ist üblicherweise der Download von Spezialsoftware nötig. Beim Vergleich von Mining Pools ist wichtig, darauf zu achten, ob und wenn ja welche Gebühren der Organisator erhebt. Und zum Zweiten ist es von Belang, wie geschürfte Coins verteilt werden. PPS („pay per share“) ist dabei das einfachste Prinzip, welches die Belohnungen aufgrund der investierten Rechnerkapazitäten berechnet. Andere Modelle belohnen diejenigen, welche schon länger dabei, stärker als Newcomer (RSMPPS). Die englischsprachige Bitcoin-Wiki gibt einen guten Überblick über Mining Pools und ihre Modelle, wie geschürfte Coins fair aufgeteilt werden.

Problematik von Mining Pools

Nicht alle Mining Pools genießen gute Reputation, beim Bitclub.Network beispielsweise soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Ein viel größeres Problem stellt aber dar, wenn ein einzelner Mining Pool 51%-Prozent der Rechenleistung in der Blockchain übernehmen würde. Denn dann ist die Blockchain manipulierbar und das dezentrale Konzept auf den Kopf gestellt. Deshalb werden Mining Pools in der Krypto-Szene teilweise skeptisch beäugt. Zuletzt hat es bei Ethereum Classic einen solchen Vorfall gegeben. GHash.IO als Bitcoin Mining Pool sah sich 2014 gezwungen, seine Hashrate zu drosseln, um nicht in den Verdacht zu kommen, eine 51%-Attacke zu planen. Bei kleineren Kryptowährungen ist die Angst vor einer 51%-Situation deutlich größer. Multipool etwa wechselt die Kapazitäten des Mining Pools immer hin zu der Blockchain, in der aktuell das Verhältnis von Aufwand und Ertrag theoretisch am besten ist. Was für Miner perfekt klingt, verärgert aber die Szene: Zum einen ist da das 51%-Risiko und zu zweiten gelten Multipool und ähnliche Dienste als „Abstauber“.

Sind Mining Pools etwas für dich?

Bei den derzeitige Kurständen der großen Kryptowährungen ist Mining vom Standort Deutschland nicht profitabel. Es ist bekannt dass große Miner in China für 4 Cent je Kilowattstunde minen. Von diesen geringen Stromkosten sind wir in Deutschland weit entfernt. Um nicht wie ein Milchmädchen zu rechnen, musst du Stromkosten und die Preise für Hardware miteinberechnen. Um aber ein tieferes Verständnis von Kryptowährungen zu bekommen, schadet es nicht, sich einmal an einem Mining Pool zu beteiligen.


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