Ethereum (ETH) nach „The Merge“: Inflationsrate sinkt auf 0,2 Prozent

Mit „The Merge“ und dem Protokollwechsel bei Ethereum haben sich auch Mechanismen zur Erzeugung neuer Coins verändert. Im Resultat ist dadurch die natürliche Inflation bei Ethereum von 3,8 auf 0,2 Prozent gesunken.

Im Wettbewerb der Kryptowährungen untereinander ist für die Nummer Eins Bitcoin stets ein starkes Argument, dass die Gesamtzahl aller BTC unwiderruflich auf 21 Millionen beschränkt ist. In Zeiten von Corona und Energiepreiskrise ist Inflation und Geldpolitik zum Mainstream-Thema geworden – Bitcoin zeigt sich hier als transparente und unabhängige Alternative zu Fiat-Währungen. Bei Ethereum (ETH), der Nummer Zwei unter den Kryptowährungen, hingegen beinhaltet das Konzept keine Höchstzahl der ausgegebenen Coins. Doch das historische Upgrade „The Merge“ vom 15. September hat bei Ethereum bereits zu sichtbaren Resultaten in Sachen natürlicher Inflation geführt.

Die Daten etwa von Ultra Sound Money zeigen, dass nach „The Merge“ deutlich weniger ETH neu auf den Markt kommen. Vor „The Merge“ wurden neue ETH an Miner ausgeschüttet, jetzt entstehen sie in wesentlich kleinerem Maßstab als Belohnung für Staking. Parallel dazu werden ETH zerstört („Burning“), wenn zwischen Marktpreisen für Transaktionsgebühren und angestrebten Preisen Lücken klaffen. Dieser Mechanismus greift seit August 2021, als bei Ethereum Transaktionsgebühren neu geregelt wurden. Das Upgrade London (EIP 1559) hatte schon Ende 2022 temporär zu deflationären Tendenzen bei ETH geführt.

Nach „The Merge“ ist die Situation bei Ethereum neu zu berechnen. Und erste Ergebnisse sind deutlich: Wurden vor „The Merge“ noch durchschnittlich etwa 12.500 neue ETH täglich generiert, sind es jetzt nur noch gut 770. Davon abzuziehen sind dann die parallel zerstörten ETH aus den Transaktionsgebühren. Der Datendienst kommt so zu dem Ergebnis: Die natürliche Inflation betrug für Ethereum vor „The Merge“ um 3,8 Prozent jährlich, liegt aktuell bei 0,2 Prozent und könnte im Lauf der kommenden Monate sogar ins Deflationäre drehen.

Fazit: „The Merge“ mit positiven Effekten für Ethereum – doch Preis schwächelt

In der öffentlichen Wahrnehmung wurde „The Merge“ bei Ethereum hauptsächlich mit riesigen Einsparungen im Energieverbrauch verbunden. Die Änderungen im Mechanismus zur Erzeugung neuer ETH spielte eher für Insider eine Rolle. Doch um Ethereum mittel- und langfristig zu bewerten, sollte natürliche Inflation nicht außer Acht gelassen werden. Derweil zeigt die Preiskurve, dass „The Merge“ von Investoren offenbar schon im Vorfeld eingepreist worden war. Denn ETH konnte sich nicht von Trends am Gesamtmarkt abkoppeln und hat seit „The Merge“ mehr als zehn Prozent Minus eingefahren.


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