Ethereum Transaktionsgebühren erklärt

Wenn Du mit Ethereum (ETH) aktiv bist, fallen immer auch sogenannte Transaktion Fees an. Wir klären Dir hier alles Wissenswerte zu Transaktionsgebühren bei Ethereum.

Ethereum (ETH) ist unangefochten die zweitwichtigste Kryptowährung der Welt. Während auf die Leitwährung Bitcoin (BTC) aktuell knapp 50 Prozent der globalen Marktkapitalisierung entfallen, versammeln sich hinter Ethereum um 18 Prozent Marktanteile. Doch im Zusammenhang mit dem stetigen Erfolg von Ethereum verärgern immer häufiger als zu hoch empfundenen Transaktionsgebühren (englisch: transaction fees), oft einfach „gas“ genannt. Wie bei anderen Kryptowährungen auch kostet jeder einzelne Geldtransfer in ETH Gebühren. Abgerechnet werden sie in Gwei. 1 Gwei entspricht 0,000000001 ETH.

Aber anders als normalerweise bei Banken sind Überweisungsgebühren bei Ethereum nicht festgelegt. Sie ergeben sich aus der aktuellen Auslastung der Blockchain von ETH. Denn diese kann im derzeitigen technologischen Stand höchstens 15 Transaktionen pro Sekunde (TPS) verarbeiten. Zu vielen Zeiten aber werden bei Ethereum weltweit gleichzeitig so viele Transaktionen angestoßen, dass die Kapazität der ETH-Blockchain sie nicht sofort abarbeiten kann. Jeder Auftrag für eine Aktion bei Ethereum landet zunächst im sogenannten Mempool. Dort wird auch festgehalten, wie viel Gwei die Auftraggeber bereit sind zu bezahlen als Transaktionsgebühr. Logischerweise suchen sich die Miner die Aufträge zuerst aus, für deren Bearbeitung mehr Geld geboten wird. Über den Mempool findet also im Grunde nonstop eine Echtzeitauktion dazu statt, welche Transaktionen bei Ethereum bevorzugt von Minern validiert werden.

Transaktionsgebühren bei Ethereum in der Praxis

Glücklicherweise musst du Dir in der Praxis keine Gedanken über die technologischen Hintergründe zu den aktuellen Transaktionsgebühren bei ETH machen. Denn ob nun bei einer Kryptobörse oder von einer Wallet – Du wirst bei der Erstellung eines Auftrags auch immer gleich einen Vorschlag sehen, wie viel gas fee Du einplanen und vorstrecken sollst. Diese automatisierten Empfehlungen beruhen auf Datendiensten wie Bitinfo, welche die Belastung der Blockchain von ETH und zuletzt gezahlte Transaktionsgebühren auslesen. Wenn Du jetzt also etwa von Metamask als Wallet eine Transaktion für Ethereum startest, wirst Du allenfalls noch darüber entscheiden, ob Dir die dringende Bearbeitung Deines Auftrags ein Aufgeld wert ist. Du siehst dann Hinweise wie „slow“ für nicht dringend und „fast“ für so schnell wie möglich neben den derzeit zu erwartenden Transaktionsgebühren, die praktischerweise auch gleich in US-Dollar veranschlagt werden, obwohl sie in Wirklichkeit in Gwei abzuführen sind.

Im Juli 2021 liegen die durchschnittlichen Transaction Fees für ETH bei um 5 US-Dollar. In Zeiten mit mehr Aktivität aber schnell sie auch auf 40 US-Dollar und mehr hoch. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass große Teile der DeFi-Sparte im Ökosystem von Ethereum stattfinden und so die Blockchain schnell in ihrer Kapazität „verstopft“. Du merkst also auch: In der momentanen Lage eignet sich ETH nicht mehr als digitales Zahlungsmittel für Kleinbeträge, weil die Transaktionsgebühren dann im Verhältnis schlicht viel zu hoch sind.

ETH und gas fees – der Ausblick in die Zukunft

Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin wollte sein Projekt von Anfang an durch Smart Contracts als eine Alternative zu Bitcoin mit praktischem Mehrwert aufstellen. Denn ETH kann bei DApps und anderen Anwendungen wie DeFi unkompliziert als native Währung benutzt werden, was so bei Bitcoin nicht möglich ist. Schon als sich vor einigen Jahren abzeichnet, dass der Plan von Buterin aufgeht und Ethereum immer mehr Anwendungsfälle und Nutzer findet, war auch klar: Die niedrige Zahl von Transaktionen pro Sekunde wird zum Nadelöhr von ETH und deshalb zu massivem Ansteigen der Transaktionsgebühren führen. Daraufhin begann das Team um Buterin mit Arbeiten an Ethereum 2.0, was durch ein grundlegendes technologisches Upgrade die Zahl von Transaktionen pro Sekunde auf weit über 100.000 hieven soll und so dann auch die Transaktionsgebühren massiv senkt.

Doch Ethereum 2.0 lässt noch auf sich warten und daher will man sich naher Zukunft mit einer Umgestaltung des Systems für die Transaktionsgebühren behelfen. Bei dem für den August geplanten Update London bei Ethereum soll Vorschlag EIP-1559 implementiert werden. Damit fließen die Transaktionsgebühren nicht mehr an die Miner, sondern werden zum Aufkauf von ETH verwandt, was theoretisch den Kurs stützen oder sogar beflügeln soll. Damit werden aber nicht unbedingt jederzeit die Transaktionsgebühren fallen, denn EIP-1559 wirkt sich nicht auf die TPS bei Ethereum aus. Die bevorstehende Evolution von gas fees bei ETH soll vielmehr dafür sorgen, dass die Kapazitäten effizienter ausgenutzt werden und der Anreiz der Echtzeitauktion entfällt. Ob das Konzept aufgeht, muss sich aber in der Praxis erst noch beweisen.


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