Frankreich: erfolgreicher Testlauf für E-Euro

Die französische Zentralbank und die Geschäftsbank Societe Generale haben gemeinsam einen ersten Test in Sachen E-Euro positiv abgeschlossen. Dabei wurde der Euro als CBDC abgebildet und die Summe von 40 Millionen Euro über eine Blockchain transferiert.

Die Idee, Fiat-Währungen digital unter der Verantwortung von Zentralbanken zu kopieren, gewinnt weltweit unter dem Begriff Central Bank Digital Currency (CBDC) immer mehr Anhänger. Im Euro-Raum ist es derzeit Frankreich, was die Entwicklung schnell vorantreiben will. Die Pariser Notenbank hat bereits eine Ausschreibung gestartet, um externe Dienstleister einzubinden. Noch schneller waren die Währungshüter aber in einer Kooperation mit Societe Generale. Diese meldet, 40 Millionen E-Euro als CBDC über eine öffentliche Blockchain der Zentralbank erfolgreich versandt zu haben, um damit durch Security Token abgebildete Euro-Fonds zu bezahlen.

Frankreich mit nächstem Schritt in Richtung CBDC

Auch die Banque de France zeigte sich in einer Pressemitteilung erfreut über das geglückte Experiment. Es demonstriere beispielhaft, wie im Interbankengeschäft eine CBDC vorteilhaft sein könne. Man werde weitere Testläufe vorbereiten und deren Ergebnisse dann miteinbeziehen, wenn es im Sommer darum geht, die laufende Ausschreibung in die nächste Phase zu bringen. Die Zentralbank gab auch bekannt, dass viele Bewerbungen für die Mitarbeit am E-Euro eingegangen seien. Namen wurden allerdings nicht genannt und weder die Societe Generale noch die Banque de France nannten Details zu der jetzt verwendeten Technologie bei der Einmal-Überweisung. Die Societe Generale hatte schon im April 2019 Euro-Fonds im Wert von 100 Millionen als Security Token ausgegeben, die aber nach eigenen Angaben noch traditionell in „echten“ Euros bezahlt. Das jetzige Geschäft lief demnach volldigitalisiert über eine Blockchain und ohne jeden Eingriff durch Dritte. Beide Banken lobten den Versuch als ein Zeichen dafür, wie sich Frankreich für technische Innovationen im Finanzsektor öffne.

Fazit: Paris als Schrittmacher für den E-Euro

Wer die Diskussion um einen E-Euro verfolgt, merkt: Während in der EZB noch Diskussionsbedarf um eine solche CBDC gesehen wird und Berlin vorsichtig bleibt, prescht Frankreich voran. Paris hofft ohnehin, durch den Brexit Teile des Bankgeschäfts anzulocken, und hat dabei einen E-Euro als lohnenswertes Thema identifiziert. In der EU ist es ansonsten Schweden, welches bereits eine CBDC testet, dort aber als E-Krone, weil man den Euro bislang nicht eingeführt hat. Soweit, einen E-Euro auch Bürgern zur Verfügung zu stellen, will die Banque de France allerdings noch nicht gehen. Sie wiederholte nun ihren Standpunkt, eine CBDC auf Euro-Basis solle vorerst institutionellen Marktteilnehmern vorbehalten seien. So bleiben für Krypto-Anleger wohl weiterhin privat organisierte Stablecoins wie Tether (USDT) das Finanzinstrument für den Tageshandel.


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