FTX: Bankman-Fried laut Avalanche-Mitgründer für “unermesslichen Schaden” verantwortlich

Die Insolvenz von FTX hat Gründer Sam Bankman-Fried zu einem wegen Betrugs Angeklagten gemacht. Emin Gün Sirer, der Avalanche (AVAX) mitgegründet hat, rechnet schon jetzt brutal mit Bankman-Fried ab.

Der größte bisherige Krypto-Gerichtsprozess aller Zeiten um die Insolvenz von FTX und verknüpfter Unternehmen in den USA nimmt nur sehr langsam an Fahrt auf und der Hauptbeschuldigte Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) sitzt die Untersuchungshaft privat ab, weil für ihn eine Kaution in Rekordsumme von 250 Millionen US-Dollar geleistet wurde. Doch die Milliardenschäden, die auch Kundengelder bei FTX betreffen, sind ein Mahnmal. In dieser Situation wollte Emin Gün Sirer, der als Mitgründer von Avalanche (AVAX) selbst zur Krypto-Prominenz zählt, offensichtlich nicht juristische Ergebnisse abwarten, um mit dem unter anderem wegen Betrugs Angeklagten Bankman-Fried abzurechnen.

Als Gast bei einem Krypto-Podcast nutzte Sirer seinen Auftritt, um Bankman-Fried “unermesslichen Schaden” für die Kryptoindustrie vorzuwerfen. Es habe “viele, viele Jahre” gebraucht, um für Bitcoin und Co. in der Öffentlichkeit Sympathien aufzubauen. Und dann kommt so ein Kerl (wie Bankman-Fried), reißt alles an sich und inszeniert sich als Genie, beklagt sich Emin Gün Sirer. Die Folgen der FTX Insolvenz und das Verhalten von Bankman-Fried würden Gespräche mit Regulierungsbehörden drastisch ändern, so der Chef von Avalanche. Tatsächlich stehen US-Behörden recht blamiert da, sie reagierten erst, als FTX zahlungsunfähig war und wollen nun Wiederholungsfälle um jeden Preis verhindern. Sirer geht so weit, dass er Konsequenzen für andere hochrangige Krypto-Unternehmer wie ihn selbst befürchtet, obwohl diese mit FTX nichts zu tun hatten.

Laut Sirer war das “krause Haar” von Bankman-Fried ebenso Teil der Selbstinszenierung wie das Bereitstellen von Millionensummen für Imagewerbung, die nur das Ziel gehabt hätten, den FTX Gründer öffentlich als “unantastbaren Vordenker” zu positionieren. All die Ereignisse um FTX und Bankman-Fried würden ihm bis heute “schlaflose Nächte” bereiten, so Sirer. Denn zumeist werde nicht verstanden, dass FTX und Bankman-Fried eine zentralisierte Einheit der Kryptoindustrie gewesen seien und ihr (betrügerisches) Scheitern eigentlich die dezentralen Grundprinzipien von Kryptowährungen überhaupt nicht beträfen. Aber auch wenn man Sirer in seiner Analyse grundsätzlich zustimmen möchte – er unterschlägt in dem Interview seine persönliche Vorgeschichte, bei der ihm im August 2022 Whistleblower vorwarfen, mit unlauteren Mitteln Konkurrenten von Avalanche ins schlechte Bild zu zerren.

Fazit: FTX Ex-Chef Bankman-Fried droht lebenslange Haft

Bankman-Fried plädiert vor Gericht auf “unschuldig” – die mittlerweile zwölf strafrechtlichen Anklagepunkte gegen ihn würden bei gerichtlicher Bestätigung auf lebenslange Haft hinauslaufen. Die FTX Pleite hat Domino-Effekte hervorgerufen und mehr als ein halbes Dutzend externer Krypto-Unternehmen ebenfalls in die Insolvenz getrieben. So überrascht es nicht, dass sich fast niemand mehr in der Branche findet, der noch an die Unschuldsbeteuerungen von SBF glaubt. An den Ausführungen von Emin Gün Sirer im Namen von Avalanche ist wohl am wichtigsten, nicht darum herumzureden, dass sich das öffentliche Klima und die Haltung von Regulierungsbehörden gegenüber Kryptowährungen und -industrie negativ verändern. Ob sich diese Entwicklung wieder einfangen oder zumindest differenzieren lässt, wird Einfluss auf Preiskurven und Geschäftsmodelle mit und von Bitcoin und Co. haben.


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