FTX CEO Bankman-Fried want: Einige Kryptobörsen sind „heimlich bankrott“

Die Kryptoindustrie wird seit Wochen von Insolvenzen erschüttert, Beispiele wie Celsius lassen Kunden um ihre Einlagen zittern. Sam Bankman-Fried, Gründer von FTX, warnt vor dem Zusammenbruch auch von Kryptobörsen.

Mit dem Crash bei Terra (LUNA) und dem algorithmisch verknüpften Stablecoin UST im Mai scheint alles angefangen zu haben. Als dort innerhalb weniger Tage mindestens 40 Milliarden US-Dollar angelegtes Kapital quasi in Luft verpufften, setzten sich Domino-Effekte in Gang. Als erfolgreich und vertrauenswürdig angesehene Krypto-Unternehmen wie Celsius, BlockFi und Three Arrow Capitals (3AC) kämpfen jetzt um das Überleben und können Kundengelder nicht auszahlen oder Kredite nicht begleichen. Hunderttausende private Anleger sind von den Folgen betroffen und bangen um zusammengezählt zweistellige Milliardensummen, die sie Plattformen anvertraut haben. In dieser Situation hat Krypto-Milliardär Sam Bankman-Fried im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Forbes ausdrücklich davor gewarnt, dass der Flächenbrand noch lange nicht gelöscht ist. Einige Kryptobörsen seien „heimlich bankrott“, sagt Bankman-Fried, ohne konkrete Namen zu nennen.

Der 30-jährige Bankman-Fried hat die Kryptobörse FTX gegründet, die zu den fünf größten der Welt zählt. Das machte ihn zum Milliardär und der Ruf von Bankman-Fried ist nicht nur deshalb gut, weil er Teile seines Vermögens für Wohltätigkeit spendet. Bankman-Fried spricht üblicherweise Klartext und FTX blieb bislang von Skandalen oder Hacks verschont. So lohnt es sich, hinzuhören, wenn der studierte Physiker ein Lagebild der Kryptobranche zeichnet.

„Es gibt da draußen Unternehmen, die zu weit gegangen sind“, sagt Bankman-Fried, „und es ist praktisch unmöglich, sie aufzufangen“. Die Gründe für den Niedergang von Krypto-Unternehmen sind ihm zufolge vielfältig und reichen von substanziellen Bilanzproblemen über Schwierigkeiten mit Behörden und Regulierung bis hin zu Geschäftsmodellen, die nicht tragen. Solange der Krypto-Gesamtmarkt scheinbar nur die Richtung aufwärts kannte, seien diese schwarzen Schafe kaum aufgefallen und konnten ihre Schwierigkeiten übertünchen, sagt Bankman-Fried. Er differenziert aber und tatsächlich hat sich FTX bereits mehrfach engagiert, um Unternehmen finanziell zu retten, denen Sanierung zugetraut wird.

Mit Blick auf Endkunden verweist Bankman-Fried auf mehr als 600 Kryptobörsen weltweit, die oft unreguliert auch riskantes Margin Trading anbieten und dabei ungesicherte Risiken eingingen. Dazu kommen unzureichende Sicherheitsmaßnahmen bei kleineren Kryptobörsen, die immer wieder zu Hacks mit Millionenschäden führen. FTX hingegen sei stabil aufgestellt und könne daher auf mittlerweile zehn Quartale in Folge blicken, in denen Profite erwirtschaftet wurden. Der für FTX größte Rivale Coinbase hingegen musste allein im 1. Quartal 2022 einen Verlust von 420 Millionen US-Dollar verzeichnen und die Coinbase Aktie ist tief abgestürzt.

Bankman-Fried geht auch auf Tether (USDT) ein, dem mit mehr als 60 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung wichtigsten Stablecoin der Welt. Tether ist immer wieder in die Kritik geraten, weil die zugesagte 1:1 Abdeckung durch Dollarreserven im Detail nicht stimmte und auch Reserven in mit Risiken belasteten Anlageklassen hinter USDT stehen. Wenn Tether seine Koppelung an den US-Dollar verliert, erlebt der Kryptomarkt den Super-GAU, befürchten Kritiker. „Ich glaube, dass diese sehr pessimistischen Ausblicke für Tether falsch sind“, sagt Bankman-Fried und fügt hinzu: „Ich glaube nicht, dass es dafür (Liquiditätsprobleme bei Tether) irgendwelche Beweise gibt.“

Fazit: Risikomanagement für Krypto-Anleger wichtig wie nie

Natürlich macht Bankman-Fried mit seinen Aussagen auch indirekt Werbung für seine eigene Kryptobörse FTX und natürlich steckt hinter seinen Investments in angeschlagene Unternehmen auch der Gedanke, dass diese sich mittelfristig zurückzahlen können. Doch in den Wind schlagen solltest Du seine Warnungen deshalb noch lange nicht. Auch wir empfehlen seit Jahren nur wenige Kryptobörsen wie Binance oder FTX, die kritische Größe erreicht haben für faire Preisbildung, durchdachte Sicherheitskonzepte und Transparenz gegenüber ihren Kunden. Falls Du momentan noch Gelder bei kleineren Anbietern lagerst, solltest Du sie entweder dort abziehen oder zumindest die Risiken nochmals selbst überdenken. Ein SAFU Programm wie etwa bei Binance, das in Notfällen Kundengelder absichert, können sich nur die wenigsten Anbieter leisten. Empfehlenswert bleibt nicht nur in Krisenzeiten, Guthaben in Bitcoin (BTC) und Co. immer dann auf einer Hardware Wallet selbst zu sichern, wenn es nicht für Handel, Zahlungen oder andere Zwecke gebraucht wird. Damit behältst Du die volle Kontrolle über Deine Bitcoin (BTC) und Altcoins und musst nicht um Guthaben bangen, wenn sich die Pleitenwelle in der Kryptobranche fortsetzt wie von Bankman-Fried prognostiziert.


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