IOTA beim Projekt Gaia-X: Entwicklungsarbeit für Mobilität 2.0

IOTA geht bei Gaia-X in die konkrete Entwicklungsarbeit. Im Rahmen des durch das Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Projekts will IOTA künftige Mobilitätslösungen mitgestalten.

Die IOTA Stiftung engagiert sich seit Mitte 2021 bei Gaia-X, einem EU-weiten Projekt, welches zukunftsfähige IT-Lösungen für diverse Lebens- und Arbeitsbereiche entwickeln soll. Im März 2022 machten Nachrichten die Runde, dass die deutsche Finanzierung von Gaia-X gestoppt werde. Doch nun hat das Bundeswirtschaftsministerium laut IOTA Stiftung doch Gelder freigegeben und man bereitet sich auf eine dreijährige konkrete Projektphase vor. Dabei wird IOTA seinen Schwerpunkt auf Gaia-X 4 ROMS setzen, heißt es in einem Blogpost. ROMS steht hier Remote Operation for Automated and Connected Mobility Services und IOTA beschreibt genauer, was in Sachen Mobilität 2.0 zu tun seinwird.

Ausgangspunkt ist die Prognose, dass Personen- und Güterverkehr künftig hauptsächlich mit E-Fahrzeugen betrieben wird. Die Erneuerung von Auto- und Transportflotten erlaubt es auch, (halb)autonom fahrende Konzepte zu berücksichtigen sowie Car Sharing und ähnliche Ansätze. Daraus ergeben sich für dahinterstehende Technologie viele große Aufgaben. So werden beispielsweise herstellerübergreifende Standards gewünscht und gerade für die EU die Einhaltung von Regeln zur Datensicherheit und -souveränität. IOTA hat aus der Vergangenheit bereits Kooperationserfahrung mit Logistikprojekten, autonom fahrenden Fahrzeugen und Energieeffizienz. So sieht sich IOTA gut gerüstet, im Rahmen von Gaia-X 4 ROMS seine Expertise mit rund 80 anderen beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu teilen und für praxisreife Lösungen einzubringen.

Hier könnte sich nun auszahlen, dass die IOTA Stiftung Anfang 2022 entschieden hat, ihre interne Struktur neu aufzustellen. Dabei will man weg von projektbezogenen Teams und dahin, Basismodule von IOTA zu optimieren, die dann nur noch für den ganz konkreten Einsatzzweck eingerichtet werden müssen. Für Gaia-X 4 ROMS wird an erster Stelle IOTA Identity genannt, ein Dienst, mit dem Menschen ebenso wie Maschinen netzwerktaugliche digitale Identitäten zugeteilt werden. IOTA Identity erlaubt es dann auch, bis ins Detail festzulegen, wer welche mit einer solchen digitalen Identität verbundenen Informationen auslesen darf. Für den Mobilitätssektor scheint dies gut geeignet, wo von Fahrern über Vehikel hin zu Parkplätzen und E-Ladesäulen eine Vielzahl von Einzelstücken zusammenkommen. Deren Kommunikation könnte über IOTA Streams organisiert werden.

Fazit: Abgesang auf Gaia-X verführt – doch Zweifel bleiben

Wiederkehrender Kritikpunkt an Gaia-X ist, dass groß angekündigte und breit finanzierte europäische IT-Projekte letztendlich nicht an die Qualität von kommerziellen Lösungen (meist aus den USA) heranreichen. Beispiele wie ein EU-Google oder die EU-Cloud sind dem Fachpublikum vertraut. IOTA ist in dieser Gemengelage keine führende Kraft, aber ein Partner, der sich fast von allein ergibt. Welche Finanzmittel die IOTA Stiftung nun bis 2024 durch Gaia-X 4 ROMS erwarten darf, wurde nicht veröffentlicht. Wichtiger dürfte für IOTA ohnehin sein, bei Gaia-X 4 ROMS die Chance zu erhalten, seine eigenen Lösungen europaweit als Standards zu etablieren. Anleger sollten aber auch wissen: Im Zusammenhang mit Gaia-X war und ist keine Rede von IOTA als Zahlungsmittel.


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