IOTA entwirft Marktplatz für Telekommunikationsfirmen

Das Problem fehlender Kapazitäten bei der mobilen Datenübertragung kennt wohl jeder Power-User von Smartphones. IOTA will dieses Problem nun dadurch lösen, dass eine anbieterübergreifende Plattform es einfach macht, ungenutzte Kapazitäten temporär zu verkaufen.

Auch wenn bei IOTA aktuell vieles nicht rund läuft – den Vorwurf, IOTA gehen die Ideen aus, kann man den Verantwortlichen nicht machen. Mit dem Projekt eines Marktplatzes für Telekommunikation gibt IOTA aktuell einen Einblick in das innovative, praxisnahe Potenzial seiner Entwicklungsarbeit. In Zusammenarbeit mit führenden Telko-Unternehmen wie Vodafone, Orange, Nokia und Infosys hat sich IOTA eines wohlgekannten Problems angenommen: Wenn bei Großveranstaltungen oder in ländlichen Gegenden Datenverbindungen abreißen oder kein Tempo mehr garantieren können, reagieren die Nutzer zumindest genervt, weil sie vom Internet abgeschnitten sind. IOTAs Lösung: Wenn die Anbieter freie Kapazitäten untereinander schnell und einfach verkaufen könnten, würden Funklöcher so gestopft, dass ihre Kunden erst gar nichts davon merken.

Roaming à la IOTA – wie soll das funktionieren?

IOTA hat bereits eine Webpage eingerichtet, welche den Plan des Telko-Marktplatzes eindrucksvoll demonstriert. Dort können Anbieter ungenutzte Kapazitäten einstellen, ob nun Glasfaser, von Drohnen aus oder von Mobilfunkmasten. Gleichzeitig können dort Service-Anbieter ihre Bedürfnisse anmelden. Kommt es zu einem Deal, wird der entsprechende Smart Contract über das Tangle-Netzwerk von IOTA angelegt und auch die Bezahlung durch die Kryptowährung IOTA abgewickelt. In der Präsentation wirbt IOTA damit, nicht nur den technischen Prozess der temporären Kapazitätsübertragung abzuwickeln, sondern insbesondere auch dem fehlendem Vertrauen von Marktteilnehmern untereinander Rechnung zu tragen. Diese würden aktuell freie Kapazitäten lieber brach liegen lassen und damit sogar Verluste in Kauf nehmen. Der IOTA-Marktplatz nehme ihnen alle Dokumentationsarbeit für solche Geschäfte der Kapazitäts-Überlassung ab und sei vollkommen transparent. Beim TM Forum der Telekommunikation-Branche kam IOTA im Mai mit seinem Vorschlag auf die Shortlist der zu prämierenden Projekte.

In Deutschland läuft die Diskussion um technische Kooperation zwischen Mobilfunkanbieter unter dem Schlagwort „lokales Roaming“ und machte im Zusammenhang mit der Versteigerung von 5G-Frequenzen Schlagzeilen. Insbesondere 1 & 1 Drillisch drängt darauf, die Platzhirsche Telekom, Vodafone und Telefonica O2 dazu zu zwingen, ihre Netze gegebenenfalls für Dritte zu öffnen. In der Politik ist dies umstritten, gerade Telekom mit immer noch 31,9 Prozent Aktien im Staatsbesitz scheint sich darauf zu verlassen, ihre Mobilnetze exklusiv halten zu dürfen. Ob dieser Wettbewerbsvorteil Bestand haben oder gesetzlich aufgehoben wird, ist offen. Der Streit zeigt aber in jedem Fall, dass es bei dem Projekt von IOTA international auch darum gehen dürfte, ob die großen Marktteilnehmer überhaupt willens sind, den Marktplatz anzunehmen. Ermutigend ist, dass sich mit Vodafone (Großbritannien) und Orange (Frankreich) zwei führende Anbieter an dem IOTA-Projekt in der Pilotphase beteiligen.

Ideenschmiede IOTA – doch der Kurs schwächelt

Es beeindruckt, mit welch hoher Taktzahl IOTA durch Kooperation mit der Großindustrie und praxisnahen Projekten zeigt, welches Potenzial in der eigenen Technologie steckt. Im aktuellen Beispiel Telko-Marktplatz ist aus Sicht von Anlegern angenehmerweise auch die Kryptowährung IOTA direkt verankert. Das aktuelle Dilemma bleibt der Kurs des IOTA, der meilenweit von früheren Höchstständen entfernt ist und dem Trend von Bitcoin nicht folgt, die Verluste des Kryptowinters 2018/19 langsam wieder auszugleichen. IOTA-Investoren müssen weiter auf einen Befreiungsschlag hoffen.


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