Bitfinex und Tether: Hängepartie vor Gericht setzt sich fort

Die Hoffnungen von Bitfinex und Tether, im Fall ihres dubiosen Millionenkredits einen juristischen Endpunkt zu erreichen, haben sich erneut nicht erfüllt. Das Gericht in New York, welches den Fall auf Antrag der Staatsanwaltschaft untersucht, hat eine Entscheidung über Zurückweisung der Klage verschoben.

Gut drei Monate ist es her, als bekannt wurde, dass die Kryptobörse Bitfinex in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und sein Liquiditätsproblem durch eine von Tether (USDT) gewährte Kreditlinie von 900 Millionen US-Dollar lösen wollte. Diese Aktion rief die Generalstaatsanwaltschaft in New York auf den Plan, welche Kundengelder gefährdet sieht. Tether und Bitfinex argumentieren vor Gericht, dass die Staatsanwaltschaft gar nicht zuständig sei, weil man keine Kunden in New York bediene. Nun wurde eine für Montag erwartet Entscheidung vertagt, Richter Joel M. Cohen sagte laut Medienberichten, er brauche mehr Zeit. Für Bitfinex und Tether bedeutet dies, dass sie ihre individuellen Geschäfte wie gewohnt fortführen können, aber Tether keine Kredite an Bitfinex vergeben darf.

Bitfinex und Tether vor Gericht in New York – der Hintergrund

Die Gesetzgebung des US-Bundesstaats New York legt fest, dass sich die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur um Fälle kümmern soll, die New Yorker Bürger der Unternehmen betreffen. Deshalb will sie beweisen, dass Bitfinex und Tether Kunden in New York haben, darunter den Krypto-Finanzdienstleister Galaxy Digital von Milliardär Michael Novogratz. Entsprechende Dokumente scheinen diesen Vorwurf zu belegen. In einem anderen Beispiel bezieht sich die Staatsanwaltschaft auf eine Privatperson. Hier argumentiert Bitfinex, dass dieser Kunde sich nur habe anmelden können, weil er behauptete, nicht in den USA zu leben. Als sich herausstellte, dass diese Angaben nicht stimmen, habe man dessen Kundenkonto sofort gesperrt. Ob das New Yorker Gericht sich letztendlich für zuständig erklärt, bleibt momentan weiter offen.

Bitfinex und Tether drängen auf eine schnelle Entscheidung zu ihren Gunsten, weil aus der Affäre neben möglichen Strafzahlungen auch weiterer Vertrauensverlust droht. Bitfinex hat seine Finanzierungslücke anscheinend zwischenzeitlich durch die Herausgabe eines eigenen Token namens LEO geschlossen und präsentierte sich zuletzt wieder im Regelbetrieb. Der Kurs von Stablecoin Tether (USDT) zeigt sich unterdessen weitgehend stabil, obwohl weiter Zweifel an der Abdeckung bestehen.

Wie geht es weiter für Bitfinex und Tether?

Beobachter haben bisher den Eindruck gewonnen, dass die Staatsanwaltschaft sich im Zweifelsfall auf Bitfinex konzentriert und bei Tether vor allem die Stabilität der Kryptowährung im Auge hat. Aus der jüngsten Entscheidung des Gerichts ist nicht herauszulesen, wann und wie ein Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen wird. Für Bitfinex und Tether bleibt die Situation also heikel, auch wenn man nach außen „Business as usual“ demonstriert und verkündet, Bitfinex bediene seinen Kredit bei Tether vertragsgemäß.


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