IOTA will zum Vorreiter in Sachen Identitätsprüfung werden

Digitale Identitäten sind ein Thema, welches bislang überwiegend von Privatunternehmen wie Facebook und Google besetzt wird. IOTA will das ändern und bereitet sein Tangle-Netzwerk darauf vor, digitale Identitäten dezentralisiert zu prüfen und zu bestätigen.

Die IOTA Stiftung hat ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt und geht es unter Motto „Unified Identity Protocol“ offensiv an, grob übersetzt „einheitliches Protokoll für Identitäten“. In einem Blogbeitrag erklärt IOTA, sein Tangle-Netzwerk sei bestens dafür geeignet, einen Standard für Identitätsprüfung zu setzen. Denn in der Praxis seien es bisher Internetriesen wie Google und Facebook, die sich des Themas annehmen. Doch deren Ziel sei grundsätzlich, Profit aus privaten Daten zu produzieren und nicht, wirklich anwenderfreundliche und rechtssichere Methoden zur Identitätsfeststellung zu entwickeln. IOTA hingegen verfüge über die Technologie, ein offenes, gebührenfreies und schnelles Netzwerk zu schaffen, was es ermöglicht, die Identität nicht nur von Menschen, sondern auch Organisationen und Maschinen zu bestätigen, heißt es im Whitepaper zum „Unified Identity Protocol“.

IOTA und die Frage: „Wer ist wer?“

IOTA-Experte Mathew Yarger hatte zuletzt in einem Fachartikel das Beispiel von 980 Millionen Menschen weltweit erwähnt, die über keinerlei Dokumente wie Geburtsurkunde oder Pass zu ihrer Identität verfügen. Dieser Gruppe seien viele Möglichkeiten verstellt. Abhilfe könne eine digitale Identitätsfeststellung schaffen, die unparteiisch, länderübergreifend und manipulationssicher funktioniere. Dafür bringt man das Tangle-Netzwerk von IOTA ins Spiel und ruft zu Kooperationen auf. IOTA wäre nicht IOTA, wenn dabei nicht auf die bereits vorhandene Expertise im Internet der Dinge (IoT) verwiese, wo sich eindeutige Authentifizierung ebenfalls eine Kernaufgabe herausgestellt hat. IOTA kann sich einen Seitenhieb auf Google und Facebook nicht verkneifen und kommentiert, solche Unternehmen würden an Vertrauensproblemen leiden und sich bei der Identitätsfeststellung mit Annäherungen begnügen. Erwähnt wird auch der Know Your Customer (KYC) Prozess, der zeitaufwendig und teuer sei, um Geschäftsfähigkeit festzustellen, so IOTA. Das „Unified Identity Protocol“ löse die Aufgabe von KYC quasi nebenbei. Ein anderes Beispiel für das Potenzial von „Unified Identity Protocol“: Viele Webseiten müssen prüfen, ob Nutzer volljährig sind. Das IOTA-Projekt könnte dies bewerkstelligen.

Wie stehen die Chancen für das „Unified Identity Protocol“ von IOTA?

Sicherlich klingt es auch für uns in entwickelten Staaten verlockend, mit einer einmal bestätigten digitalen Identität die Online-Welt zu erschließen anstatt wieder und wieder neue Profile anlegen zu müssen, die dann auf Überprüfung warten. Yarger nennt etwa Estland, was mit seiner E-Identität beispielhaft vorangeht, doch eben nur auf nationaler Basis. Für den Vorstoß von IOTA wird entscheidend sein, ob sich tatsächlich eine breite Allianz bildet, die das „Unified Identity Protocol“ unterstützt und implementiert. Technologisch betrachtet ist eine Blockchain-ähnliche Grundlage wie das Tangle-Netzwerk dafür geeignet, als offener Standard zu dienen.

Die Kernfrage bleibt aber, von welcher Stelle aus für Bürger die Erstbestätigung erhalten, ohne die das „Unified Identity Protocol“ für Geldgeschäfte und Rechtsangelegenheiten wenig Sinn macht. Zumindest aus deutscher Sicht ist es schwer vorstellbar, dass Melde- und Standesämter sich an IOTA und das „Unified Identity Protocol“ anschließen. IOTA will im ersten Halbjahr 2020 verstärkt für das „Unified Identity Protocol“ werben und mit weiteren Blogbeiträgen Praxisfälle präsentieren. Warten wir also ab, was dort kommt. Für IOTA als Kryptowährung ist das neue Projekt zunächst wenig interessant, betont es doch Gebührenfreiheit und sieht auch keine integrierte Zahlungsfunktionen vor.


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