Kanadischer Ex-Ministerpräsident sieht Bitcoin als mögliche Reservewährung

Stephen Harper

Der US-Dollar muss um seine Rolle als internationale Leitwährung bangen, meint der frühere kanadische Ministerpräsident Stephen Harper. Als mögliche Reservewährungen nennt er Euro, Yuan und Bitcoin.

Die Diskussion darum, ob der US-Dollar sich mittelfristig noch als unangefochtene internationale Leitwährung halten kann, hat mit Kanadas Ex-Ministerpräsident Stephen Harper einen neuen prominenten Mitstreiter. Der als wirtschaftskonservativ bekannte Politiker sagte, der US-Dollar befände sich in einem Abwärtstrend. Doch mit Euro, Yuan und Bitcoin stünden Alternativen als Reservewährungen bereit. Harper, den den G-7 Staat Kanada zehn Jahre lang führte, äußerte sich auf einer Investorenkonferenz. Mit seinen Gedanken zur möglichen Wachablösung des US-Dollars steht Harper nicht allein da. Zuletzt etwa formulierte der Chefstratege von Morgan Stanley, Ruchir Sharma, ähnliche Thesen in einem viel beachteten Leitartikel für die Financial Times.

Digitalwährungen im Kommen – Kanadas Stephen Harper differenziert

Harper studierte vor seiner Karriere Wirtschaft und betont nun, dass der US-Dollar aber allen Unkenrufen zum Trotz eine besondere Rolle behalten werde, solange sich die USA nicht in eine „Katastrophe“ verwandle. Der chinesische Yuan leide unter „willkürlichen“ Einflüssen der Führung in Peking, beim Euro sei die lang anhaltende Unsicherheit über dessen wirklichen Wert Hindernis für größere Ambitionen. Doch Harper sieht auch, dass immer mehr Menschen Vertrauen in den US-Dollar verlieren und nach Wertspeichern Ausschau halten. Dann bieten sich Gold und Bitcoin an, meint Harper. Währungen müssten drei Funktionen erfüllen, nämlich Tauschobjekt, Rechnungseinheit und Wertspeicher. Digitalwährungen könnten zwar als Zahlungsmittel und Rechnungseinheit dienen, doch er zweifle daran, wie Bitcoin als Wertspeicher funktionieren solle.

Basierend auf diesen Überlegungen kommentierte Harper auch Pläne von Notenbanken weltweit, staatliche gestützte Digitalwährungen (CBDC) einzuführen. Solange etwa ein E-Euro oder E-Yuan weiter seine Hauptaufgabe durch die Notenbank habe, Inflation zu steuern und Preisstabilität zu gewährleisten, seien CBDCs wohl unausweichlich. Doch falls sich eine Tendenz zu „wilden Experimenten“ ergebe und Notenbanken ihre Rolle änderten, drohe Gefahr von staatlichen CBDCs. Er sei besorgt über Berichte, dass sich Notenbanken mit Verantwortung für eine CBDC hin in Richtung einer Art „normaler Bank“ entwickeln und dabei die Rolle als „finanzieller Monitor“ abhanden käme.

Fazit: Kanadas Zwischenruf zur Unsicherheit über globale Leitwährung

Der „older statesman“ Harper (61) war in seiner Funktion als Prime Minister für ein knappes Jahrzehnt eher als krypto-feindlich bekannt. Insofern ist der Meinungswechsel beachtenswert und findet in nordamerikanischen Medien viel Aufmerksamkeit. Doch seine Ausführungen lassen viel Spielraum im Hinblick auf größere Rollen für Bitcoin, immer wieder schimmert sein tief verankerter Glaube an den US-Dollar durch. Aber Harper darf sich nun sicher sein, immer dann zitiert zu werden, wenn Optimisten Bitcoin zutrauen, in der globalisierten Welt eine Leitfunktion zu übernehmen.


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