PayPal steigt bei Facebook Libra aus – auch Visa und Mastercard Wackelkandidaten?

Facebook Libra muss schon vor dem Start den Rückzug eines prominenten Kooperationspartners hinnehmen: PayPal legt sein Engagement vorerst auf Eis, wie bestätigte wurde. Auch bei den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard wird die Beteiligung an Facebook Libra überdacht.

Facebook Libra gerät nach Ablehnung aus der Politik nun auch intern in raue Gewässer. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat sich PayPal entschieden, seine Mitgliedschaft in dem Konsortium hinter Facebook Libra aufzugeben. Dante Disparte als Sprecher für Facebook Libra bestätigte den Bericht und sagte, „es ist besser, jetzt von diesem Mangel an Engagement zu wissen als erst später davon zu erfahren“. Erste Berichte über die bröckelnde Allianz bei Facebook Libra datieren aus dem August. Das Wall Street Journal will jetzt auch erfahren haben, dass bei Mastercard und Visa ebenfalls darüber nachgedacht wird, sich von Facebook Libra zurückzuziehen. Diese Meldung wurde bisher allerdings nicht kommentiert. Auf der Internet-Präsenz von Facebook Libra sind Mastercard und Visa weiter als Partner aufgeführt, das Logo von PayPal aber ist verschwunden.

Sorgen sich Unterstützer von Facebook Libra um ihr Image?

Auch wenn sich Facebook Libra nicht detaillierter zu den jüngsten Rückschlägen äußert, liegender Verdacht nahe, dass die öffentliche Diskussion um die geplante Kryptowährung den Elan von Partnern aus der Wirtschaft bremst. Intern hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereits eingeräumt, dass man in die Defensive geraten ist und versuchen müsse, positive Aspekte von Facebook Libra stärker zu betonen. Libra sieht sich der Kritik ausgesetzt, die auch anderen Kryptowährungen immer wieder entgegenschlägt: Bitcoin und Co. würden Geldwäsche erleichtern und als Instrumente von Terrorismusfinanzierung genutzt. Solche Schlagzeilen können die Finanzdienstleister PayPal, Mastercard und Visa kaum wollen. Der Rückzug von PayPal ist besonders pikant, weil hinter Libra als technischer Kopf David Marcus steht, der einst bei PayPal die Geschicke leitete. Auch ein positiver Blogpost zu Facebook Libra, den der aktuelle PayPal-CEO Dan Schulman im Sommer schrieb, wurde mittlerweile gelöscht.

Facebook Libra verbreitet weiter Optimismus

Um Mitglied im exklusiven Konsortium für Facebook Libra zu werden, sind 10 Millionen US-Dollar zu bezahlen. Dafür verspricht Libra seinen Unterstützern, Nodes betreiben zu dürfen und Facebook Libra nativ in seine eigenen Netzwerke einbinden zu können. Sprecher Disparte verwies auf 1.500 Unternehmen und Organisationen, die ihr Interesse bekundet hätten, von Beginn an bei Facebook Libra mitzumachen. Zum anvisierten Launch im 2. Halbjahr 2020 will das Konsortium nach bisherigen Informationen mindestens 100 Mitglieder haben, bestätigt sind derweil nur noch 27. Einen Alleingang wollte Facebook schon deshalb vermeiden, um möglicher Kritik an missbrauchter Marktmacht vorzubeugen. Es bleibt also spannend, ob es Facebook Libra gelingt, die Fronten geschlossen zu halten oder weitere Großunternehmen wie PayPal kalte Füße bekommen.


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