Populärer Bitcoin-Kanal zeitweise gelöscht – Geht YouTube gegen Krypto vor?

Mit gut 90.000 Abonnenten ist der YouTube-Kanal von Tone Vays in der Kryptoszene eine feste Größe. Nun hat YouTube fast ohne Vorwarnung diesen Kanal komplett gesperrt. Erst nach heftigen Protesten korrigierte YouTube die Entscheidung.

Will YouTube Inhalte, die sich mit Kryptowährungen und Anlagemöglichkeiten beschäftigen, von der Plattform verbannen? Schon zu Weihnachten 2019 beklagten sich Dutzende Videoblogger aus der Kryptoszene, dass ihre oft aufwendig produzierten Clips ohne Vorwarnung und ohne transparente Begründung bei YouTube gesperrt wurden. In vielen Fällen führte Einspruch zur Wiederveröffentlichung. Jetzt hat es Tone Vays getroffen, einen populären Analysten mit Background von der Wallstreet.

Auf Twitter meldete er zunächst, dass ein einzelnes Video von YouTube als „schädlich oder gefährlich“ eingestuft und deshalb gesperrt wurde. Wenig später musste Tone Vays erleben, wie YouTube seinen gesamten Kanal aussperrte.

Es dauerte einen halben Tag, bis er seinen mehr als 90.000 Abonnenten auf YouTube verkünden, dass die Plattform ihre Entscheidung überdacht habe und er wieder senden kann:

Warum hat YouTube bei Krypto-Content Bedenken?

YouTube als größte Videoplattform der Welt gehört zum Imperium von Google. Bei Google selbst unterliegen Anzeigen, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen, Einschränkungen und deshalb müssen Werbetreibende zunächst eine spezielle Genehmigung beantragen. Bei den Regeln zu Inhalten für YouTube werden Kryptowährungen und verwandte Themen nicht speziell aufgeführt, ein generelles Verbot oder sonstige Beschränkungen sind nicht offiziell kommuniziert. Bei den Vorfällen im Dezember 2019 sprach YouTube später von „Missverständnissen“. Eine Begründung, warum der Kanal von Tone Vays wieder freigeschaltet wurde, gab es zunächst nicht.

Grundsätzlich tun sich große Plattformen schwer mit Werbung und Inhalten aus der Krytobranche, Facebook etwa hob ein weitgehender Werbeverbot erst im Mai 2019 wieder auf. Und bedacht werden muss auch, dass die Grenzen zwischen Werbung und informierenden Beiträgen häufig fließend verlaufen, Stichwort Influencer. Andere Szenegrößen wie etwa Ivan on Tech haben sich nach schlechten Erfahrungen mit YouTube und Co. darauf verlegt, ihre Beiträge über eigene Homepages auszuspielen.

Fazit: YouTube sollte Zensurverdacht durch transparente Richtlinien ausräumen

Eines lehren die Vorgänge um Tone Vays und YouTube: Damit Vorwürfe von Zensur gar nicht erst aufkommen können, ist YouTube gefragt. Mit klaren Regeln und transparentem Management von Beschwerden würde YouTube allen Beteiligten einen guten Dienst erwiesen. Denn Krypto-Inhalte sind sicherlich nicht per se schädlich und schon gar nicht mit Gewaltverherrlichung, Pornografie und anderen Abgründen zu vergleichen. Nicht jeder Publisher genießt solch breite Unterstützung wie Tone Vays, der zumindest für den Moment mit einem blauen Auge davon gekommen ist.


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