China will nationale Plattform für Blockchains am 25. April launchen

China setzt seine entschiedenen Kurs Richtung Blockhain-Technologie fort und plant dafür den Start einer nationalen Plattform schon am 25. April. Das Blockchain-based Service Network (BSN) getaufte Projekt soll es Unternehmern und Organisationen einfach machen, für ihre Zwecke auf eine Blockchain zuzugreifen.

Gerade in halbes Jahr ist es her, dass der chinesische Präsident Xi Jinping forderte, die Chancen von Blockchain-Technologie wahrzunehmen. Jetzt folgt seinen Worten die staatliche Wirklichkeit in China. Laut Medienberichten geht das nationale Blockchain-based Service Network (BSN) am Samstag (25. April) live. Das BSN wird im Whitepaper als „Internet der Blockchains“ beschrieben und hat zum Ziel, kleineren Unternehmen, Studenten und anderen Interessierten preiswert Blockchain-Technologie zur Verfügung zu stellen. Experten sehen in dem BSN auch einen weiteren Schritt in Sachen einer staatlicher organisierten Digitalwährung (CBDC) in China.

Hintergrund zum chinesischen Blockchain-Projekt BSN

Laut Selbstbeschreibung organisiert das BSN auf der Grundebene Rechnerkapazitäten über die Cloud, welche dann von Teilnehmern im Netzwerk angefordert werden können. Durch diese Lösung will man die Kosten für eine einfaches Blockchain-Netzwerk deutlich reduzieren, von derzeit in China etwa 14.000 US-Dollar auf 280 bis 245 US-Dollar jährlich. Knapp 100 Nodes für das landesweite Netz sind bereits eingerichtet, weiter 100 sollen bis Ende 2020 folgen. Ein internationaler Ausbau des BSN ist vorgesehen. Die Infrastruktur für das BSN entsteht unter Federführung der staatlichen Informationsbehörde und wird technisch von drei einheimischen Telekommunikationsfirmen, einem Software-Unternehmen sowie zwei Finanzdienstleistern umgesetzt.

Dieses Basis-Netz ist nicht vollständig dezentralisiert angelegt, die Node-Betreiber übernehmen auch die Aufgabe, Teilnehmer und Projekte zu prüfen. Auf das Netzwerk können lokale Blockchains über ein Portal einfach aufgesetzt werden, vorbereitet ist es derzeit für knapp 10 chinesische Blockchain-Lösungen sowie EOS und Ethereum. Entwickler können also relativ frei wählen, welche Blockchain sie für ihre Projekt nutzen wollen und dazu etwa Dapps programmieren. Das BSN nennt als ein Anwendungsbeispiel die Wasserversorgung. Während derzeit viele Haushalte eigene Brunnen bohren, könnte über eine Blockchain-Anwendung schnell ermittelt werden, wo Überkapazitäten bei bereits bestehenden Brunnen vorhanden sind. Diese werden dann geteilt, so die Idee.

Etwas schwammig bleiben die derzeitigen Informationen zu Bezahlvorgängen im BSN. Lokale Knotenpunkte sollen Gebühren und Zahlungen einsammeln und wöchentlich an die einzelnen Projektbetreiber weiterreichen, heißt es. Offen ist, ob dies in Fiat geschieht oder auch Kryptowährungen zugelassen werden. Unterdessen wurde aber bekannt, dass die im Staatsbesitz befindliche Agricultural Bank of China bereits testweise eine App gelauscht hat, die den Umgang mit der geplanten chinesischen CBDC (E-Yuan) ermöglichen soll. Zuletzt hieß es, die technologischen Vorbereitungen für Chinas staatliche Digitalwährung seien grundsätzlich abgeschlossen und der rechtliche Rahmen in intensiver Vorbereitung. Die Anbindung einer CBDC an das BSN sollte technisch relativ einfach zu bewerkstelligen sein.

Fazit: China prescht praxisnah vor für Blockchain-Technologie

China macht es dem Westen momentan vor, wie die Kryptobranche als zukunftsträchtige Wachstumssparte von staatlicher Seite unterstützt werden kann. Denn das BSN, falls es wie angekündigt funktioniert, stellt weitgehende Services zu günstigen Preisen zur Verfügung und senkt so die Eintrittshürde für innovative Ideen. Durch die Integration der Blockchains von EOS und Ethereum sind auch Lösungen vorhanden, deren Dezentralität garantiert ist. Das BSN bietet salopp zusammengefasst „Blockchains to go“ an, Entwickler können sich so ganz auf ihre Ideen konzentrieren und müssen sich um den Unterbau und ausreichend Netzwerkkapazitäten keine Gedanken machen. Die offene Frage ist zugleich die wahrscheinlich spannendste: Darf im BSN künftig auch mit Kryptowährungen bezahlt werden oder wird eine offizielle chinesische Digitalwährung zur Pflicht? Davon dürfte auch abhängen, ob das BSN international Erfolge feiern kann.


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