Ripple (XRP): Dokumente zur “Hinman Rede” liefern nicht erhoffte Hilfe im SEC Prozess

Dienstag wurden im Prozess der US-Börsenaufsicht SEC gegen Ripple mit Spannung erwartete Dokumente veröffentlicht. Doch die Begleitumstände der “Hinman Rede” taugen nicht zur erhofften Entlastung von XRP.

Die Preiskurve von Ripple (XRP) spiegelt in dieser Woche die Entwicklungen im Prozess gegen die US-Börsenaufsicht SEC fast Eins-zu-Eins wieder. Im Vorgriff auf die für den Dienstag angekündigte Veröffentlichung von Dokumenten zur berühmt-berüchtigten “Hinman Rede” verbuchte XRP ein deutliches Plus und als erste Kopien auftauchten, kletterte XRP sogar auf ein Jahreshoch von 0,56 US-Dollar. Doch als die Analyse der internen SEC Kommunikation über Kryptowährungen aus dem Jahr 2018 begann, verflog die Euphorie und aktuell findet sich XRP bei um 0,48 US-Dollar wieder, was gut 7 Prozent Wochenminus für Ripple bedeutet.

Schauen wir also mal, was die Dokumente zur “Hinman Rede” für XRP gebracht haben. Ripple Chefjustitiar Stuart Alderoty hat bei Twitter seine Einschätzung aufgeschrieben und die schießt zwar scharf gegen die SEC, findet aber keine Anknüpfungspunkte für XRP. Alderoty arbeitet heraus, dass Hinman als hochrangiger SEC Vertreter seine Rede zur Einstufung von Kryptowährungen ziemlich selbstherrlich gestaltet hatte und fachliche Einwände aus der Behörde im Vorfeld ignorierte. Tatsächlich finden sich in der nun öffentlich gemachten SEC Kommunikation zur “Hinman Rede” weder Ripple noch XRP an irgendeiner Stelle wieder. Und auch die Ausführungen von Hinman zu Ethereum (ETH) sind bei genauerem Hingucken ziemlich dubios und haben laut Alderoty eigentlich nur “große Konfusion” provoziert.

Hinman wollte 2018 erläutern, warum Ethereum kein Wertpapier (“Securities”) sei und deshalb auch nicht von der SEC reguliert werden müsse. Sein Hauptargument war die hohe Dezentralisierung bei Ethereum. Selbst diese Begründung stieß bei der der SEC intern auf Widerstand, weil der sogenannte Howey Test zur Definition von Wertpapieren das Kriterium Dezentralisierung gar nicht beinhaltet. Die Hoffnung von Ripple, aufgrund der “Hinman Rede” und dem Indikator Dezentralisierung eine Parallele zwischen ETH und XRP zu ziehen, dürfte damit zerstoben sein.

Kritiker hatten ohnehin wiederholt daran erinnert, dass die Geschichte von Ripple und einem dezentralisierten XRP als voneinander unabhängige Projekte auf wackeligen Beinen steht. Denn die XRP Blockchain wurde bei OpenCoin entwickelt, was sich später in Ripple Labs umbenannte und zum Start 80 Prozent aller XRP unter Kontrolle hielt. Die davon ausgehenden XRP Verkäufe sieht die SEC als stechenden Beweis dafür, dass Ripple und sein Top-Management bewusst gegen die Regeln für Wertpapiere verstoßen haben.

Fazit: “Hinman Rede” für Ripple und XRP wohl wirkungslos

Die “Hinman Rede” und ihre Vorbereitung wirft wahrlich kein gutes Licht auf die SEC. Alte Vermutungen, dass Hinman sich dermaßen aktiv für Ethereum eingesetzt habe, weil er dafür Gegenleistungen erhielt, bekommen jetzt neues Futter. Doch Ripple, was die Veröffentlichung der SEC Dokumente nach langem Hin-und-Her erwirkte, kann für XRP augenscheinlich keinen Nutzen im eigenen Fall ziehen. So bleibt das Warten auf ein im Sommer erwartetes Urteil bei SEC gegen Ripple und XRP ein nervenzerrender Zustand.


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