Schweiz und BIZ wollen digitale Zentralbankwährung testen

In der Schweiz reifen Pläne zu einer staatlich gestützten Digitalwährung (CBDC). In Zusammenarbeit mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) will man bis Jahresende ein „Proof of concept“ vorstellen. Derzeit kooperieren sieben Staaten mit der BIZ für CBDCs.

Am Finanzstandort Schweiz ist eine von der Notenbank verantwortete Digitalwährung (CBDC) Thema mit Priorität. Schon vor einem Jahr positionierte sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) pro CBDC und schloss sich einem Bündnis unter Führung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) an. Nun hat die SNB laut Medienberichten aus China angekündigt, bis Ende 2020 einen „E-Franken“ als Testversion („proof of concept“) gemeinsam mit der BIZ zu launchen. Das Besondere: Großer Augenmerk wird bei dieser CBDC von Beginn an darauf gelegt, dass sie auch mit Digitalwährungen aus anderen Staaten kompatibel sein könnte.

CBDC aus Sicht der BIZ

Die BIZ gilt als „Bank der Zentralbanken“ und hat durch ihren internationalen Auftrag Interesse daran, dass künftige CBDCs miteinander automatisch verrechnet werden können. In der Arbeitsgruppe der BIZ haben sich neben der LNB auch die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank sowie die Zentralbanken aus Großbritannien, Kanada, Schweden und Japan versammelt. In einem Fortschrittsbericht von Anfang Oktober hatte man Kernpunkte zu CBDCs zusammengefasst. Danach sind staatliche Digitalwährungen als Ergänzung zu Bargeld und anderen Geldarten zu sehen. Eine CBDC müsse stabil und ohne oder allenfalls sehr niedrige Gebühren funktionieren. Natürlich mahnen die Zentralbanker auch technologische Sicherheit und klar definierten rechtlichen Rahmen bei CBDCs an.

Ausgehend von diesen Standards will die LNB nun einem Test für den „E-Franken“ näher kommen. Auch aus anderen Ländern, die sich beim Thema CBDC bei der BIZ engagieren, sind Testläufe oder Vorstufen dazu bekannt. In Schweden ist die dortige „E-Krone“ schon in der Erprobung. Japan sieht seine CBDC als testreif, die EZB drückt bei Entscheidungen zu einem E-Euro aufs Tempo. Im angelsächsischen Raum hingegen werden CBDCs weiterhin mehr theoretisch beäugt.

Fazit: CBDCs vor dem Durchbruch?

Aus Sicht der Kryptobranche ist bei staatlichen Digitalwährungen insbesondere die technologische Basis spannend. Vertrauen Zentralbanken tatsächlich einer echten Blockchain und können somit nicht mehr in Transaktionen händisch eingreifen? Oder will man sich als zentrale Stelle eine Hintertür offenlassen? Zum Schweizer „E-Franken“ sind in dieser Hinsicht keine Details bekannt, auch die BIZ schweigt. Doch was sich weltweit herauskristallisiert ist, dass Notenbanken aus Überlegungen zu Digitalwährungen Wirklichkeit werden lassen wollen. Internationale Kompatibilität wäre wünschenswert und hier könnten die BIZ und die Schweiz federführend sein.


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