TenX: Was passiert mit den Millionen aus der ICO von 2017?

TenX hat in 2017 80 Millionen US Dollar in Kryptowährungen eingesammelt für das Vorhaben, eine echte Krypto Kreditkarte zu etablieren. Doch das Projekt scheiterte. Sollten nun nicht Anlegergelder soweit möglich zurückgezahlt werden?

Vor gut vier Jahren traf das Projekt TenX im ersten Bitcoin Boom den Nerv der Zeit: Die Macher wollten eine Krypto Kreditkarte herausbringen, damit Guthaben in Kryptowährungen auch im Alltag einfach einzusetzen sind. Bei einer ICO für TenX kamen damals Millionen zusammen. Soweit bekannt hat TenX mit Firmensitz in Singapur auch weiterhin gut 3.000 Bitcoin (BTC) und gut 40.000 Ethereum (ETH) aus jener Zeit in seinen Büchern. Diese Investorengelder dürften heute deutlich mehr als 300 Millionen US-Dollar wert sein. Was TenX aber fehlt, ist ein ernsthaftes Produkt.

TenX Treasury

 

Im Oktober 2020 wurden Krypto Kreditkarten von TenX endgültig eingestellt und aus einem später versprochenen Neuanfang entstand lediglich ein erfolgloser DeFi Token und Projekt namens MIMO.

Im Dezember 2021 ist die Webpräsenz von TenX weitgehend verwaist und auch auf Twitter stammt der letzte Eintrag aus dem April. Die Situation lässt frühe Investoren misstrauisch werden. Wäre es nicht fair und logisch, wenn TenX sich entscheidet, seine Tätigkeiten komplett und transparent einzustellen und parallel noch vorhandene Gelder an Investoren zurückzuzahlen? Als ich diese Frage kürzlich auf Twitter stellte, meldete sich auch der ausgeschiedene Mitgründer Julian Hosp zu Worte. Die neuen Details und Andeutungen lassen befürchten, dass sich TenX weiter Richtung Wirtschaftskriminalität entwickelt.

TenX Mitgründer Julian Hosp deutet Exit Scam von Ex-Kollegen an

Denn klar scheint nun endgültig: Bei TenX gibt es nur noch zwei Anteilseigner, die Mitgründer Tobias Hoenisch und Paul Kittiwongsunthron. Alle anderen Mitgründer und früheren Anteilseigner, darunter auch Julian Hosp, wurden ausgekauft. Hosp sagt nun, auch aus seiner Sicht sollten Hoenisch und Kitti die früher eingesammelten Gelder zurückgeben. „Das Problem – sie sind damit vollständig verschwunden“, so Hosp und wiederholt: „Toby Hoenisch und Paul Kitti sind weggelaufen und verschwunden.“ Hosp stellt zudem klar, dass beim Auskaufen von ihm und dem anderen Mitgründer die Reserven aus der TenX ICO nicht benutzt wurden. Anders formuliert: Irgendwo auf der Welt treiben sich zwei Krypto-Millionäre herum, denen offenbar wenig bis nichts daran liegt, TenX ordentlich abzuwickeln.

Fazit: TenX – macht gescheitertes Projekt zwei Mitgründer reich?

Wie die ganze Angelegenheit juristisch zu beurteilen wäre, lässt sich aus der Ferne kaum beurteilen. Uns sind bisher auch keine Bemühungen früher Investoren bekannt, auf legalem Weg TenX – vertreten durch Tobias Hoenisch und Paul Kittiwongsunthron – zu einer Auszahlung zu zwingen. Falls ihr weitergehende Informationen zu TenX habt, meldet euch doch gerne in den Kommentaren oder direkt bei mir. Für den Moment aber ergibt sich um TenX ein Bild, welches nahelegt: Hier haben sich zwei Gründer zumindest moralisch verirrt und verpassen die Chance, eine Situation herbeizuführen, in der sie nicht unter dem Verdacht Exit Scam stehen.

Übrigens hat der damalige Wettbewerber Crypto.com (ehemals Monaco), der von TenX auch häufig als Scam bezeichnet wurde, heute mit seinem Token CRO eine Marktkapitalisierung von 14 Milliarden US Dollar und ist überaus erfolgreich.


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