Was sind Perpetual Swap Contracts für Bitcoin und Co.?

Der Handel mit Krypto Derivaten bewegt täglich zig Milliarden von US-Dollar in Bitcoin und Co.. Neben Futures und Options erfreuen sich Perpetual Swap Contracts großer Beliebtheit.

Fast 200 Milliarden US-Dollar beträgt das Volumen für Krypto Derivate an vielen Handelstagen und damit ist klar: Als vor gut fünf Jahren erste Perpetual Swap Contracts, Future und Options auf Basis von Bitcoin aufgelegt wurden, schuf sich ein enormer Wachstumsmarkt. Mittlerweile gehört für große Kryptobörsen wie Binance, FTX oder BitMEX das Angebot von Derivaten überwiegend zum Standard. An dieser Stelle wollen wir euch erklären, was es mit Perpetual Swap Contracts auf sich hat.

„Perpetual“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „ewig“ und weist auf ein wichtiges Merkmal dieser Derivate hin. Im Gegensatz zu üblichen Bitcoin Futures haben Perpetual Swap Contracts kein festes, vordefinierter Ablaufdatum. Wie bei allen Derivaten wird aber auch hier auf eine Preisentwicklung der zugrunde liegenden Kryptowährung gewettet. Um die Stabilität von Perpetual Swap Contracts zu garantieren, ziehen die Kryptobörsen in regelmäßigen Zeitintervallen sogenannte Funding Fees ein. Mit diesen werden die Unterschiede zwischen long und short Positionen abgesichert und der Preis des Derivates an den Marktpreis angepasst.

Ein Beispiel: Anna kauft einen Bitcoin Perpetual Swap Contract zum Preis von aktuell um 54.000 US-Dollar und erwartet Zugewinne in der Preiskurve von BTC. Wenn nun die Mehrheit der Händler wie Anna auf long setzten und dieser Effekt auch eintritt, werden sie eine Funding Fee (oft 0,01 Prozent) bezahlen müssen. Falls der Preis von BTC aber sinkt und eine Mehrheit der Händler auf short setzt, würden Anna und ihre Mitstreiter den Großteil der Funding Fees erhalten, da der Endpreis des Perpetual Swap Contracts den Marktpreis von BTC abbilden soll . Funding Fees sorgen also für eine Balance der Wippe.

In unserem Beispiel hat Anna Glück: Ihre Prognose erweist sich als richtig und als der Preis von Bitcoin 60.000 US-Dollar erreicht, löst sie ihre Position auf. Damit darf sie fast 6.000 US-Dollar Gewinn verbuchen, denn von der Preisentwicklung muss Anna nur die Funding Fees und die Gebühren der Kryptobörse abziehen. Bei normalen Bitcoin Futures hätte Anna auf den Stichtag keinen Einfluss gehabt, beim Perpetual Swap Contract entscheidet sie selbst.

Perpetual Swap Contracts mit Hebel handeln

Anna ist vom Typ nur bedingt bereit für Risiko, aber ihr Freund Bernd mag den Extra-Kick. Deshalb traut sich Bernd, seine Perpetual Swap Contracts mit Hebel zu handeln (leveraged). Dabei wird seine anfängliche Einlage als Sicherheit akzeptiert und so kann er etwa mit einem Hebel von 2 seinen Einsatz verdoppeln. Seine Position würde automatisch liquidiert, falls die Sicherheiten aufgebraucht sind und Bend nicht nachlegt. Beim Beispiel eines Bitcoin Preises von 54.000 US-Dollar darf also BTC nicht auf 27.000 US-Dollar fallen, sonst kommt Bernd in sehr ernste Bedrängnis. Doch steigt Bitcoin auf 60.000, darf Bernd abzüglich Funding Fees und Gebühren fast 12.000 US-Dollar Gewinn einstreichen.

Manche Kryptobörsen erlauben Hebel von bis 125, was das Risiko von Liquidierung in Höhen treibt, welche nicht zu empfehlen sind. Generell solltet ihr euch mit dem Handel von Krypto Derivaten erst in einem Testnet vertraut machen (z. B. kostenlos bei BitMEX), um die in Echtzeit greifenden Mechanismen nachzuvollziehen. Denn logischerweise verstecken sich hinter Gewinnchancen jeweils auch Verlustrisiken, die bei Derivaten und durch Hebel nochmals zunehmen.

Fazit: Perpetual Swap Contracts – Flexibilität ist der Pluspunkt

Wer von euch frisch dabei ist im Kryptohandel, findet hier bei uns die Unterschiede zwischen Spotmarkt und Futures erklärt. Daraus ergibt sich auch, warum der Handel mit Derivaten nichts für Anfänger ist. Doch wenn ihr euch eingearbeitet habt, sind Perpetual Swap Contracts eine Option. Ihr großer Pluspunkt ist zeitliche Flexibilität, die mit meist überschaubaren Funding Fees erkauft wird. Zudem können Perpetual Swap Contracts auf fallende (short) oder steigende (long) Kurse ausgerichtet werden. Aber noch einmal: Bevor ihr euer Kapital in Krypto Derivate investiert und vielleicht sogar noch einen Hebel einsetzt, solltet ihr auch über die Risiken bis hin zum Totalverlust nachdenken. So gewappnet seid ihr dann vorbereitet für das Ziel, aus zutreffend prognostizierten Kursbewegungen von Bitcoin und Co. Profit zu schlagen.


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