Bitcoin Handel gegen Rubel wächst stark – Ruf nach Krypto-Sanktionen gegen Russland

Die Sanktionen gegen Russland zeigen Wirkung, der Kurs des Rubels ist auf Talfahrt. In der Situation nimmt der Handel von Rubel gegen Bitcoin stark zu. Kryptobörsen werden aufgerufen, russische Kunden auszusperren.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat schwerwiegende Sanktionen des Westens provoziert, die mittlerweile Wirkung zeigen. Der Rubel hat – in US-Dollar notiert – seit Montag mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Hintergrund ist das Einfrieren von Devisenreserve der russischen Zentralbank und das Kappen von Beziehungen zu russischen Banken generell. In der Situation fliehen Bürger des von Präsident Wladimir Putin regierten Landes offensichtlich mit Ersparnissen in Bitcoin (BTC). Der Krypto-Datendienst Kaiko zeigt in seinem Newsletter, dass der Handel von Bitcoin gegen Rubel ein Volumen erreicht hat wie zuletzt vor zehn Monaten. Deutlich wird aber auch eine stark gewachsene Nachfrage nach BTC gegen die ukrainische Landeswährung Hrywnja (UAH). In beiden Währungen muss ein deutlicher Aufpreis beim Kauf von Bitcoin in Kauf genommen werden.

BTC selbst profitiert momentan von der bedrohlichen Lage in der Ukraine und dem Run auf BTC. In den letzten 24 Stunden verbuchte Bitcoin in US-Dollar notiert ein Plus von rund 15 Prozent und steht jetzt bei gut 43.000 US-Dollar. In der Beurteilung dürften Thesen eine Rolle spielen, dass ein isoliertes Russland Bitcoin als Ausweg gegen Sanktionen nutzen könnte. Auch deshalb fordert der ukrainische Vize-Premier und Digitalminister Mykhailo Fedorov alle großen Kryptobörsen per Twitter bereits dazu auf, russische Kunden zu blocken.

Ukraine will Russland den Zugang zu Bitcoin und Co. erschweren

In einem zweiten Tweet verspricht Fedorov zudem „großzügige Belohnungen“ für Informationen, die dazu führen, Krypto-Wallets von russischen und weißrussischen Politikern sowie deren Umfeld zu identifizieren. Kriegsverbrechen müssen bestraft werden, schreibt Fedorov. Bei großen Kryptobörsen herrscht derweil noch Unsicherheit dazu, was zu tun ist. Für den Weltmarktführer Binance etwa sagte ein Sprecher gegenüber dem US-Sender CNBC, man werde vorerst nicht „Millionen von Konten unschuldiger Nutzer einfrieren“. Als Argument für die Position nannte der Binance-Sprecher, dass Krypto gerade aus Gründen der finanziellen Freiheit entstanden sei und ein Bann von russischen Bürgern nun diesem Konzept entgegenstehe.

Binance ist sowohl in Russland als auch der Ukraine aktiv und hat für die Notlage in der Ukraine zu Spenden aufgerufen sowie selbst 10 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Der Binance-Sprecher versicherte zumindest, dass westliche Sanktionen mitgetragen werden und man dementsprechend Konten von Personen sperre, die auf Sanktionslisten stehen. Für die Kryptobörse Kraken schriebt CEO Jesse Powell auf Twitter, er könne die ukrainischen Forderungen verstehen. Aber sein Unternehmen werde erst dann tätig, wenn die legale Grundlage dafür bestehe. Powell warnte Russen davor, dass eine solche Situation schnell eintreten könnte. Im Grunde empfahl er ihnen damit, Guthaben in Bitcoin und anderen Kryptowährungen auf externen (Hardware) Wallets zu verwahren.

Fazit: Im Krieg ist Bitcoin nicht unpolitisch

Beobachter glauben, dass die großen Kryptobörsen ihren versuchten neutralen Kurs nicht lange durchhalten können. Mit Verweis auf Organisationen wie Sportverbände oder die EBU als Veranstalter des Eurovision Song Contest wird angenommen, dass sich Kryptobörsen mit etwas Verzögerung dafür entscheiden müssen, Russland und dessen Bürger auszuschließen. Ein wichtiger Punkt dabei: Selbst mächtige Kryptobörsen wie Binance oder Kraken würden kaum riskieren, wegen ihres Russland-Geschäfts den Zugang zu etlichen Banken zu verlieren. Zudem ist aus den USA zu hören, dass bei weiteren Sanktionen gegen Russland auch das Thema Krypto detailliert eine Rolle spielen werde.

So lässt sich für den Moment bilanzieren: Noch nie in seiner Geschichte hat Bitcoin in einer weltpolitisch angespannten Lage eine derart exponierte Position zugewiesen bekommen. Der Versuch von (westlichen) Kryptobörsen, sich aus dieser Dynamik herauszuhalten, wird kaum erfolgreich sein können. Die aktuellen Kursgewinne von Bitcoin stehen auf wackliger Basis. Folgen von Krieg und Sanktionen können auch stärker als bisher auf die westlichen Finanzmärkte durchschlagen und ob sich BTC davon abzukoppeln vermag, darf bezweifelt werden.


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