BitMEX macht Identitätsprüfung (KYC) schon 2020 zur Pflicht

Die Kryptobörse BitMEX drückt beim Thema Identitätsprüfung von Kunden aufs Tempo. Eigentlich sollte KYC erst ab Februar 2021 bei BitMEX verpflichtend werden, jetzt gelten Deadlines für den 5. November und den 4. Dezember 2020.

BitMEX machte Anfang Oktober Schlagzeilen, weil den Gründern wegen unlauteren Geschäftspraktiken in den USA der Prozess gemacht werden soll. Mittlerweile wurde das Führungspersonal ausgewechselt und BitMEX hat offensichtlich das Thema Identitätsprüfung als Priorität ausgemacht, um mit den US-Behörden wieder ins Reine zu kommen. Know Your Customer (KYC) setzt das Gros der Kryptobörsen bereits um, damit Geldwäsche, Terrorfinanzierung und ähnliche Praktiken unterbunden oder nachverfolgt werden können. BitMEX aber hatte KYC über Jahre ignoriert und erst im August angekündigt, solche Identitätsprüfung verbindlich vorzuschreiben. Der ursprüngliche Zeitplan wurde jetzt aber deutlich gestrafft, BitMEX erklärt in einem Blogpost die neuen Regeln.

Was Kunden von BitMEX zu KYC nun wissen müssen

Der 5. November 2020, also schon in zwei Wochen, ist der erste Stichtag für Kunden von BitMEX. Wer bis dahin die Identitätsprüfung nicht abgeschlossen hat, wird nicht mehr zum Öffnen neuer Handelspositionen zugelassen und kann laufenden Aufträge nicht mehr verändern.

Zum 4. Dezember 2020 wird dann von BitMEX auch die Auszahlungsfunktion für Kunden gesperrt, die kein KYC durchlaufen haben. Mit Kunden, die ohne KYC nach dem 4. Dezember 2020 noch offene Positionen bei BitMEX halten, werde man direkten Kontakt suchen, um solche Trades zu schließen.

Laut BitMEX haben schon mehr als 50 Prozent aller Kunden nach dem ersten Aufruf zu KYC die Identitätsprüfung absolviert. Bislang war aber der 12. Februar 2021 als Datum für den Fristablauf gesetzt, ab dem ohne KYC bei BitMEX nichts mehr geht. Um Probleme zu vermeiden, solltest Du also jetzt aktiv werden und entweder Dein Kapital von BitMEX umschichten oder KYC akzeptieren.

Fazit: BitMEX – anonyme Händler stehen künftig außen vor

BitMEX hat sich auf den Handel mit Derivaten spezialisiert und gehört in dieser Sparte zu den drei größten Kryptobörsen weltweit. Zumindest ein Teil der Kunden wusste es wohl zu schätzen, bei BitMEX anonym agieren zu können. Eigentlich war es schon zuletzt verwunderlich, wie leger BitMEX mit den von staatlichen Behörden vorgeschriebenen Regeln zu KYC umging. Das Alleinstellungsmerkmal „Anonymität“ unter den großen Krypto-Plattformen verliert BitMEX nun, um sein Geschäft in den USA und anderswo aufrechtzuerhalten. Ob BitMEX durch KYC Kunden und Liquidität im größeren Stil abwandern, werden die kommenden Wochen zeigen.


 

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