BitMEX wechselt Führung aus nach Anklagen in den USA

BitMEX CEO Arthur Hayes

Bei der Kryptobörse BitMEX sind die vier namentlich von der US-Justiz angeklagten Personen von ihren Positionen in der Führungsspitze abgezogen worden. 100x Group als Unternehmen in BitMEX hat stattdessen neues Personal eingesetzt und hofft, so die Geschäfte wie gewohnt fortführen zu können.

Vor einer Woche platzte bei BitMEX in die laufenden Geschäfte die Nachricht, dass sich die Gründer Samuel Reed, Arthur Hayes und Ben Delo in den USA vor Gericht verantworten müssen. Ihnen wird Missachtung von Bankgesetzten, Bestechung, Beihilfe zur Geldwäsche und mehr vorgeworfen. Reed wurde bereits festgenommen. Jetzt hat die 100x Group, der BitMEX gehört, auf die Situation regiert und die Führungsspitze neu besetzt. In einer Pressemitteilung wurden die Personalwechsel öffentlich gemacht.

Demnach rückt Vivien Khoo vorerst temporär an die Spitze von BitMEX. Sie arbeitet seit 2019 für die 100x Group und war zuvor bei Goldman Sachs beschäftigt. Ihr zur Seite stehen soll Ben Radclyffe, der bisher bei BitMEX die Rolle des Commercial Directors ausfüllte und nun auch Kundenbeziehungen und Finanzprodukte verantwortlich wird. Ob die Gründer friedlich von BitMEX scheiden und ob Abfindungen fließen, blieb offen. Die Sprachregelung lautet, Reed, Delo und Hayes seien „mit sofortiger Wirkung“ zurückgetreten. Sie würden auch bei 100x Group keine Positionen mehr besetzen. Zudem nehme der vierte Angeklagte, Greg Dwyer, eine Auszeit.

Kann sich BitMEX von Imageschaden befreien?

David Wong als Chef von 100x Group betonte, man wolle sich nun wieder auf das eigentliche Geschäft bei BitMEX konzentrieren. Er erwähnte ausdrücklich die Einführung von Identitätsprüfungen bei BitMEX, die bis Februar 2021 verbindlich werden sollen.

Andererseits ist bekannt, dass nach Bekanntwerden der Vorwürfe bei Kunden von BitMEX Kapital im großen Stil abgezogen haben. Mehr als 40.000 Bitcoin (BTC) im Wert von gut 420 Millionen US-Dollar wurden bereits auf andere Wallets und Plattformen umgeschichtet. Absolut ging BitMEX so etwa ein Viertel der Liquidität verloren.

Nun werden die kommenden Wochen zeigen, ob die Personalwechsel ausreichen, dass Kunden von BitMEX wieder Vertrauen fassen. Bisher immerhin erfüllte BitMEX alle Auszahlungen und richtete dafür sogar zusätzliche Zeitfenster ein. In einer ersten Stellungnahme zu den Anlagen hatte BitMEX die Vorwürfe zurückgewiesen und Verteidigung angekündigt. Zumindest mit den mutmaßlich Verantwortlichen für illegale Geschäftspraktiken hat BitMEX jetzt offiziell nichts mehr zu tun. Eine wirklich „weiße Weste“ ist das aber voraussichtlich noch nicht.


 

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