Coinbase nach Ripple und Uniswap im Visier der US-Börsenaufsicht

Die US-Kryptobörse Coinbase stellt sich auf mächtig Ärger mit der Börsenaufsicht SEC ein. Beobachter erkennen in den Aktionen der SEC auch im Hinblick auf Ripple und Uniswap ein rigoroses Vorgehen.

Als sich der Chef von Coinbase, Brian Armstrong, vor wenigen Tagen ausführlich bei Twitter zu Worte meldete, dürfte er die Explosivität seiner Aussagen einkalkuliert haben. Denn Armstrong wirft der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC im Grunde vor, Innovationen zu behindern und Coinbase grundlos mit Klagen zu bedrohen.

Coinbase ist seit April selbst an der Börse notiert und hat laut Armstrong seit Monaten an einem Angebot gefeilt, mit dem Kunden für Einlagen im Stablecoin USD Coin (USDC) attraktive Zinsen verdient sollen. Doch die SEC verweigere jeglichen konstruktiven Dialog dazu, wie dieses Angebot gesetzeskonform gestaltet werden könne. Stattdessen habe die SEC den Gang vor Gericht angekündigt, falls Coinbase seine Offerte ausrolle.

Mit seinen öffentlichkeitswirksamen Äußerungen hat Armstrong nach Ansicht von Fachleuten in ein Wespennest gestochen. Denn die SEC ist in 2021 alles andere als auf Kuschelkurs mit der Kryptoindustrie. Beim laufenden Prozess gegen Ripple zeigt die SEC keine Zeichen von Kompromissbereitschaft und blockiert seit nunmehr neun Monaten faktisch das US-Geschäft mit XRP. Zudem wurde Anfang September bekannt, dass die SEC Vorermittlungen gegen Uniswap (UNI) führt und regulatorische Zurückhaltung gegenüber der DeFi Sparte aufzugeben gedenkt. Mit Coinbase, Ripple und Uniswap wären dann gleich drei Schwergewichte der Kryptobranche gleichzeitig im Konflikt mit der SEC. Dabei hatten manche darauf gehofft, dass mit der Neubesetzung des Chefpostens der SEC durch Gary Gensler mehr Realitätsbewusstsein gegenüber der Neuzeit einkehren würde.

Genüsslich zitiert Armstrong jetzt Gary Gensler aus dessen Bewerbungsrede. Die SEC solle unter seiner Führung der Wirtschaft Klarheit und Anleitung garantieren. Aber ihm selbst, Armstrong, sei es nicht gelungen, einen Termin mit Gensler oder anderen SEC-Vertretern zu bekommen. Coinbase war laut Armstrong proaktiv an die SEC herangetreten und hatte auch zusätzliche Fragen zu dem neuen Finanzprodukt und Unternehmensführung beantwortet. Doch daraus hervorgegangen sei nur die Klagedrohung der SEC ohne jegliche Argumentation. Armstrong sieht das Coinbase Kreditgeschäft mit USDC, welches hier bereits beworben wird, als ganz normalen Vorgang. Tatsächlich sind solche Angebote bei anderen Kryptobörsen schon lange gang und gäbe. Und der berühmt-berüchtige Howey Test, der die Zuständigkeit der SEC einkreist, schlägt bei einem Kreditgeschäft auch nicht an.

Fazit: US-Kryptoindustrie im Clinch mit der SEC

Armstrong schlussfolgert, dass Coinbase sich wohl auf ein Gerichtsverfahren mit der SEC einstellen muss, um rechtliche Klarheit zu erlangen. Ripple-Chef Brad Garlinghouse heißt ihn daraufhin bereits (zynisch) Willkommen bei der Party und selbst der direkte Coinbase-Konkurrent Kraken signalisiert Solidarität. Kraken-CEO Jesse Powell jedenfalls stellt sich auf Twitter hinter Armstrong und Coinbase. Die SEC bevorzuge das klassische Bankensystem und behindere die Kryptobranche. Damit macht Powell ein entscheidendes Detail klar: Coinbase will auf den Stablecoin USDC vier Prozent Jahreszins bieten und bewirbt das offensiv damit, achtmal mehr Zinsen als Banken zu garantieren.

Nun sind die drei Fälle Ripple, Uniswap und Coinbase aus der Perspektive der SEC sicherlich zu unterschiedlich, um einfach in einen Topf geschmissen zu werden. Aber es verheißt nichts Gutes, wenn die SEC unter Chef Gary Gensler machtbewusst und offensiv stets den Gerichtsweg anstrebt. Armstrong jedenfalls für Coinbase kommentiert: „Regulierung durch Rechtsstreit sollte der letzte Ausweg für die SEC sein, nicht der erste.“ Ob sich die SEC dadurch zu einem Umdenken bewegen lässt, ist eher unwahrscheinlich. Es bahnen sich weitere Duelle zwischen SEC und der Kryptoindustrie in den USA an.


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