US-Börsenaufsicht nimmt offenbar DEX Uniswap (UNI) unter die Lupe

Bislang hatte sich die mächtige US-Börsenaufsicht SEC nicht in Decentralized Finances (DeFi) eingemischt. Jetzt aber untersucht sie laut Medienberichten das Geschäftsmodell von Uniswap (UNI).

In der Kryptoindustrie hat die US-Börsenaufsicht SEC wenig Freunde – und ihr Image dort dürfte weiter negativ bleiben. Denn wie das Wall Street Journal berichtet, hat die SEC Voruntersuchungen gegen Uniswap Labs aufgenommen. Uniswap (UNI) ist Vorreiter unter den dezentralisierten Kryptobörsen (DEX), dort werden täglich umgerechnet mehr als 1 Milliarde US-Dollar umgesetzt. Beobachter sehen den Schritt der SEC als Hinweise darauf, dass geprüft wird, ob und gegebenenfalls wie die stark wachsende Sparte der Decentralized Finances (DeFi) in der Kryptobranche reguliert werden muss.

Die SEC dementierte den Bericht des Wall Street Journal nicht. Eine Sprecherin von Uniswap Labs sagte, man bekenne sich zur Einhaltung von Gesetzen und Regeln. Daher werde man mit der SEC vollumfänglich kooperieren. Dies allein zeigt: Zwar stecken hinter DeFi Projekten bisweilen anonyme Macher. Doch die großen Spieler wie Uniswap haben mittlerweile zumeist ein Krypto-Unternehmen im Rücken und damit Ansprechpartner für die SEC. Jake Chervinsky, Chefanwalt beim DeFi Projekt Compound (COMP), stellte per Twitter klar: Untersuchungen der SEC bedeuten noch keine Anklage und sind kein Beweis für Gesetzesverstöße.

SEC gegen Kryptobranche – werden neue Ziele gesteckt?

Die SEC hat im April 2021 mit Gary Gensler einen neuen Chef bekommen. Gensler hat früher selbst zu Blockchain-Technologie gelehrt und verfügt über Fachwissen zu Kryptothemen. Das aber macht ihn keinesfalls zu einem Anhänger von Bitcoin und Co. – im Gegenteil: In einer Rede betonte er zuletzt mangelnden Schutz von Anlegern in der Kryptobranche und sprach von „Wildem Westen“. Derzeit steht das anhaltende milliardenschwere Verfahren der SEC gegen Ripple (XRP) im Fokus der Kryptoszene, denn hier ist es zu einer förmlichen Anklage gekommen.

Mit DeFi und Uniswap nimmt betritt die SEC Neuland. Klar ist: Typischer DeFi Code, der Kryptogeschäfte dezentral mithilfe von Smart Contracts organisiert, lässt sich nicht extern regulieren. Doch beispielsweise mit den Urhebern oder Fiat-Gateways bei DeFi Projekten hätte die SEC diverse Angriffspunkte, um ihre Macht einzusetzen, wenn sie DeFi Projekte als genehmigungspflichtig einstuft. Als die SEC ab 2018 ICOs (Initial Coin Offerings) kritisch bekämpfte, kam dieses bis dahin beliebte Finanzierungsinstrument für neue Kryptoprojekte zum Erliegen. Zuletzt musst das etwa der geplante Telegram Token mit fast 2 Milliarden US-Dollar Finanzierung im Herbst 2019 erleben.

Aus den USA ist zu hören, dass auch andere DeFi Projekte als Uniswap Post von der SEC bekommen hätten. Für ShapeShift kommentierte Gründer Erik Voorhees die Vorstöße der SEC per Tweet mit dem Hinweis: Selbst das reine Sammeln von Informationen durch die SEC verursache für betroffene Projekte Millionenkosten, welche auch dann nicht ersetzt würden, falls solche Vorermittlungen keine Regelverstöße beweisen. Generell definiert die SEC ihre Befugnisse immer noch auf dem Howey Test von 1933. Die Kryptobranche fordert schon seit Jahren, dass dieser Test überarbeitet werden müsse, um den innovativen Ansätzen aus dem 21. Jahrhundert Rechnung zu tragen.

Fazit: SEC schürt Unruhe in der DeFi Sparte

Die SEC kommentiert laufende Ermittlungen üblicherweise nicht und vermeidet juristische Fehlschüsse. So ist kaum mit schnellen öffentlichen Ergebnissen in der Causa Uniswap zu rechnen. Die Preiskurve UNI zeigt sich dementsprechend stabil, auch andere führende DeFi Projekte reagierten robust. Doch die Diskussionen auf Twitter zeigen: Das Vorgehen der SEC wird keineswegs als unerheblich abgetan und wird unter DeFi Machern zwar momentan keine Panik, aber durchaus Unruhe hervorrufen.


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