IOTA: Geplante „colored coins“ bekommen neuen Namen und Ideen

Die IOTA Stiftung hat sich zu einer Umbenennung der geplanten „colored coins“ in „native assets“ entschlossen. Parallel dazu werden mögliche Anwendungsfälle und Details veröffentlicht.

Für „colored coins“ und damit verbundene Anwendungsfälle rührt die IOTA Stiftung seit einem Jahr die Werbetrommel. Die eigentlich mit dem Launch von IOTA 1.5 aka Chrysalis angekündigte Einführung der „colored coins“ wurde zwar auf unbestimmt verschoben – doch das Thema beschäftigt die Verantwortlichen weiter. In einem Blogpost erklärt die IOTA Stiftung, man wolle künftig statt von „colored coins“ (eingefärbte Münzen) lieber von „native assets“ (nativen Vermögenswerten) sprechen. Schon diese Umbenennung deutet darauf hin, dass bei IOTA Überlegungen laufen, wie diese „native assets“ in der Zukunft einmal in der Realwirtschaft punkten könnten.

„Native assets“ bei IOTA – so könnten sie eingesetzt werden

Die nun „native assets“ getauften Token können bei IOTA von jedem einfach erstellt werden, in dem ganz gewöhnliche IOTA mit einer Art Aufkleber (tag) versehen werden. Dieser Tag kann nachträglich nicht mehr geändert werden. Es gibt nur die Möglichkeit, die „native assets“ wieder in gewöhnliche IOTA zurückzuverwandeln. Bei aktuellen Preisen bekommt man für rund 1 US-Dollar eine Million IOTA zu kaufen. So könnten Anwender in 2022 oder später für kleines Geld große Mengen individuell definierter Token bei IOTA in das Netzwerk einspielen. Auf dieser Grundlage stellt sich die IOTA Stiftung diverse Szenarien vor, wo „native assets“ Nutzen bringen:

  • Lokale alternative Währungen wie der Chimgauer könnten digital über „native assets“ bei IOTA abgebildet werden. Solche Regionalgelder finden weltweit Interesse mit dem Konzept, die lokale Wirtschaft und damit auch den Zusammenhalt zu stärken.
  • Mit „native assets“ ließen sich auch andere Vermögenswerte wie Immobilien oder Land digital bei IOTA dokumentieren. Speziell in Entwicklungsländern sieht die IOTA Stiftung großes Potenzial für solche Projekte.
  • NFTs sind im Kryptojahr 2021 in aller Munde und bei IOTA in einem Testlauf auch schon zu bestaunen. In artverwandte Richtungen könnten auch „native assets“ überzeugen.
  • Veranstaltungen könnten von Eintrittskarten bis hin Treuepunkten und Getränkemarken über eigene IOTA „native assets“ den Schritt hin zur Digitalisierung schaffen.
  • Unternehmenskultur: Mit „native assets“ von IOTA gäbe es etwa die Möglichkeit, Überstunden, Bonusse, Weiterbildung und mehr zu dokumentieren. Gerade in Zeiten von digitalen Nomaden und Homeoffice wären solche Methoden fortschrittlich, glaubt die IOTA Stiftung.
  • Im Musikbusiness wären „native assets“ ein perfekter Weg, um rare Aufnahmen zu kennzeichnen, Eintritt in offizielle Online-Konzerte zu organisieren oder digitales Merchandising zu pushen, meint die IOTA Stiftung.
  • Besonders viel Raum in ihren Skizzen zu „natives assets“ besetzt die IOTA Stiftung für die Sparte Elektroautos. Das Wirrwarr der Ladesäulen von vielen konkurrierenden Anbietern nerve die Fahrer, allein Deutschland seien mehr als 400 Markteilnehmer für die rund 45.000 tausend existierenden Stromstellen für Elektroautos verantwortlich. Um Zugriff und Abrechnung radikal zu vereinfachen und transparent zu gestalten, könnte ein Konsortium IOTA „native assets“ schaffen, die speziell auf den Anwendungsfall Strom laden für Elektroautos zugeschnitten seien. Sie würden zudem Anonymität erlauben und übertragbar sein.

IOTA „native assets“ – das Problem lautet: Wann?

Die Sammlung von Ideen, wo „native assets“ (früher: „colored coins“) von IOTA Sinn machen und Anwender finden könnten, liest sich inspirierend. Das eigentliche Hindernis für die Umsetzung aber versteckt die IOTA Stiftung in einem Halbsatz, der das „dezentrale Tangle“ als Basis anführt. Hier deutet sich erneut an, dass im jetzigen IOTA 1.5 „colored coins“ oder „native assets“ keine Rolle mehr spielen werden. Denn IOTA 1.5 vertraut weiter auf einen zentralen Koordinator als letzte Instanz. Erst mit IOTA 2.0 aka Coordicide soll das Ökosystem wirklich dezentral werden, womit „native assets“ wirklich den Standards der Kryptosprache entsprechen würden. Dann wäre ein gebührenfreies Tanglenet von IOAT tatsächlich besonderes Merkmal, um „native assets“ zu pushen. Doch das Zieldatum 2021 für IOTA 2.0 wurde im Juli aufgegeben und kein neuer Zeitplan ausgegeben.

Fazit: Mögliche Fortentwicklung von IOTA Ökosystem durch Zentralisierung geblockt

Wie leider häufig bei Blogartikeln der IOTA Stiftung drängt sich auch bei der Umbenennung von „colored coins“ in „native assets“ der Eindruck auf, dass mit guten Ideen und blumigen Formulierungen der Rückstand in der Entwicklungsarbeit vertuscht werden soll. Denn klar ist: Kommerzielle Nutzer von „native assets“ würden einem zentralen Tanglenet kaum vertrauen, bei dem die umstrittene IOTA Stiftung durch den Koordinator immer am längsten Hebel sitzt. Das Ausbleiben von Coordicide aka IOTA 2.0 blockiert übrigens auch den Eintritt von IOTA in die Wachstumssparte DeFi. Da IOTA 2.0 in der Entwicklung technologisch auf Knackpunkte gestoßen ist, besteht das Risiko, dass „native assets“ für längere Zeit ein reines Testspielzeug im DevNet bleiben.


Wer noch keine Bitcoins oder IOTA hat kann diese hier kaufen: 

4 Kommentare

  1. Meine Vermutung: es geht vor allem darum den zukünftigen digitalen Euro darauf abzubilden um der Volatilität von Miota entegegenzuwirken. Die Leute wollen weiterhin mit Euro ihr Auto aufladen, da ihnen diese Wähhrung auch vertraut ist.

  2. @M.B

    Was passt wie die Faust aufs Auge?
    Herr Lange spiegelt in seiner Darstellung, nur den derzeitigen aktuellen Ist-Zustand des Projektes wider.

    Zum Thema Meldung seitens der Foundation, ich glaube jeder weiß wie es sich mit Meldung/ankündigen im Reallife verhält!

    #1. Ankündigung/Hype!

    #2. Ähhh…. wir glauben es wird länger dauern!

    #3. Upps…. wir müssen noch ein paar Modifikationen vornehmen, weil wir was Komisches entdeckt haben!

    #4. Hmmm…. wir geben zukünftig keine Liefertermine mehr ab!

    #5. Shit…. wir Bauen den ganzen scheiß neu und verschieben alles, auf das nächste Jahr! xD

    Also bei Ankündigungen, solltet ihr jünger, in Zukunft euch weniger, dem Hype hingeben!

    Ach… und warum will den Iota jetzt eigentlich, Smart Contracts & Digital Assets auf dem zentralen Iota 1,5 (und nicht wie anfänglich geplant, erst auf iota 2.0) implementieren, obwohl kein Großinvestor, geschweige die Industrie ein Interesse an eine zentralen DLT hat? Kann es eventuell sein, das der Coordicide doch in noch weiterer Entfernung gerückt ist als gedacht, weil alle Visionen des Konsensmechanismus doch für den Ar…. sind! Und um die Jünger bei Laune zu halten, muss wenigstens irgendwas geliefert werden, um den Hype zu erhalten!

    Was anderes leuchtet mir, im Grunde nicht ein!

  3. Herr Lange hat die Problematik schon richtig ausgearbeitet. Wieder mal eine Ankündigung ohne Substanz. Es ist schon echt anstrengend sich mit den ganzen substanzlosen Verlautbarungen von Seiten Iotas zu beschäftigen. Da wird über baldige Smart Contracts philosophiert aber man schwimmt irgendwie in irgendeinem Nectar Testnet……Weit Weit Weit entfernt von einem realisierbaren Smart Contract.
    Cardano verkündet und kurze Zeit später wird auch geliefert.
    Bei Iota jedoch ist alles Nectar

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