IOTA: Prominenter Blogger Limo hat alle seine IOTA abgestoßen

Bei IOTA läuft es im Kryptojahr 2020 wahrlich nicht rund: Zu den Hiobsbotschaften um die offizielle Trinity Wallet und ätzenden Vorwürfen von Insidern gesellt sich nun eine weitere Nachricht. Limo, der lange das Tangleblog führte, hat seine IOTA komplett verkauft.

In der deutschsprachigen Kryptoszene war das Tangleblog von Limo aka Steffen Vogt über Jahre hinweg für die Anhänger von IOTA eine zentrale Stelle. Hier wurden technologische Hintergrundinformationen zu IOTA verständlich aufbereitet und Limo verstrahlte stets großen Optimismus, was die Wertentwicklung von IOTA angeht. Mit dem Tangleblog unter Leitung von Limo war dann im November 2019 Schluss, Steffen Vogt begründete seinen Rückzug mit Finanzierungsplänen, die nicht aufgegangen waren. Aber an IOTA schien Limo prinzipiell damals noch weiter zu glauben. Auch dieser Glaube hat nun ein Ende, denn der prominente IOTA-Spezialist hat sein Investment aufgelöst. Auf Telegram beantwortete Limo die simple Frage danach, ob er noch IOTA Token habe, knapp mit „Nope“.

Telegram Chat

Warum Limo seine IOTA abverkaufte

Wie viele IOTA Limo noch hatte, ob er sie mit Gewinn oder Verlust verkauft hat – diese Fragen bleiben offen. Es ist auch sein gute Recht, private Geldangelegenheiten privat zu halten. Wir haben zum Aus für das „echte“ Tangleblog die Offenheit von Limo gelobt, mit der er auch unangenehme Themen ansprach. Das Tangleblog hat mittlerweile anscheinend den Besitzer gewechselt und so mancher alter Blogpost ist ohne Erklärung verschwunden. Auch der Twitter-Account @TANGLEBLOG ist nicht mehr unter Kontrolle von Limo.

Aber sein Telegram-Konto ist ihm wirklich zuzuordnen. Dort schob Limo als Erklärung für das Abstoßen seiner IOTA nach: Die IOTA Stiftung habe Bringschuld in Sachen Coordicide. Mit Coordicide soll IOTA endlich das Versprechen einlösen, das Tanglenet technologisch auf eine dezentrale Lösung umzustellen. Doch beim Coordicide  hakt es und ob es IOTA je gelingt, sich vom unbeliebten Koordinator als zentraler Stelle zu verabschieden, ist unter Fachleuten umstritten. Limo bemerkt jetzt, dass David (Sønstebø) und Hans (Moog) aus der Führungsebene von IOTA sehr euphorische Aussagen zu Coordicide getätigt hätten. Damit habe man zwar Investoren an der Stange gehalten, aber auch Erwartungsdruck aufgebaut. Limo baut sich die Hintertür ein, eventuell wieder bei IOTA als Anleger einzusteigen, wenn die IOTA Stiftung als Maschinenraum des Projekts in Sachen Coordicide tatsächlich liefert und nicht nur ankündigt.

Coordicide ist für IOTA deshalb so kritisch, weil Kryptowährungen in ihrem Konzept auf dezentralen Blockchains beruhen sollen, um Einfluss von Dritten auszuschließen. Als bei der offiziellen Trinity Wallet von IOTA eine tief reichende Sicherheitslücke bemerkt wurde, war der zentrale Koordinator zwar die Rettung. Durch ihn konnte das Mainnet für finanzielle Transaktionen deaktiviert und der direkte finanzielle Schaden minimiert werden. Aber was, denn jemand anders den Koordinator mit böswilligen Absichten übernimmt? Vertrauen erhalten Kryptowährungen und ihre Ökosysteme durch Dezentralität und die ist bei IOTA eben ohne Coordicide immer noch nicht gegeben.

Fazit: IOTA hat durch Tangleblogger Limo ein Problem mehr

Unsere Berichterstattung zu IOTA trifft regelmäßig auf großes Interesse und wir müssen dabei auch Vorwürfe aushalten, die meinen, hier werde FUD (Fear, Uncertainty and Doubts) betrieben, also gelenkter Imageschaden für IOTA. Nur: Ihr lest hier genauso über erfolgversprechende Projekte von IOTA, es kommen alle Stimmen zu Worte. Limo ist ein solches Sprachrohr und sicherlich bislang nicht als großer Skeptiker gegenüber IOTA aufgefallen. Seine finanzielle Entscheidung, IOTA erst mal den Rücken zuzukehren, lässt tief blicken. Dass er dabei die IOTA Stiftung als Verantwortliche ins Visier nimmt, reiht sich ein in die jüngste Kritik von Entwickler Philipp Blum und den selbst ernannten Ankläger „Hund„.

Im Grunde aber noch schwerer wiegt: Coordicide legt in aller Deutlichkeit offen, dass IOTA technologisch ins Hintertreffen gerät. Die Trinity Wallet kam schon mächtig verspätet und war dann kein halbes Jahr nach dem offiziellen Launch schon wieder Schwachstelle. Das Vorzeigeprojekt Qubic musste IOTA im April 2020 stoppen. Ob wir Coordicide jemals erleben, steht in den Sternen. Wem das zu plakativ daherkommt, sei gesagt: Uns liegt nichts dran, IOTA schlecht zu reden. Wir möchten aber – und das ist entscheidend – Anleger vernünftig und ausgewogen informieren zu Projekten wie IOTA, die Geld und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ob jemand nun der Strategie von Limo folgt und IOTA verkauft, muss jeder selbst wissen.


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6 Kommentare

  1. tja, nach ~vier Jahren Hype, öffentlichen Founder-Streitigkeiten, vielen Announcements/Blogposts und endlosen Iota-Buzzwords wird wohl gerade immer mehr Leuten klar, dass darüber hinaus kaum etwas handfestes abgeliefert wurde. Und wenn man Sønstebø´s offiziellen „we are closer than ever now“-Durchhalteparolen mit folgenden vier, von Come-from-Beyond geleakten PM-Zeilen vergleicht, kann man sich ausmalen, wo Iota gerade wirklich steht -> https://abload.de/img/sonstebopmv4kr0.png

    Ich hoffe auch noch halbwegs, dass Moog liefern kann – wenn nicht, „then we can go home“, wie Dom Schiener kürzlich im Discord postete.

  2. Iota ist nicht mehr aufzuhalten egal ob Coordicide funktioniert oder nicht auch mit coordinatorhat sich die foundation viel zu eng mit den größten Firmen consortien und Regierungen zusammen getan
    Feierabend
    Limo such dir einen vernünftigen Job und hör auf deinen Fehler nach zu trauern

  3. Hey, ich halbe selten so einen so guten deutschen Artikel gelesen im Bezug zu IOTA. Vielen Dank für eure Arbeit!

    Und zu Limo: er ist einfach eine zu schnell beleidigte Leberwurst.

  4. Unglaublich nachdem er jahrelange öffentlich IOTA gechilled hat geht er jetzt klangheimlich von Board. Nicht der erste, der sich abwendet. Taten sprechen lauter als Worte.
    Danke für die Infos.

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