IOTA: Sind bekannte Blockchain Protokolle überholt?

In der Diskussion um ein dezentralisiertes Netzwerk bei IOTA sieht Entwickler Hans Moog eine große Chance: Mit „kollaborativen Konsens“ anstatt der etablierten Protokolle PoW und PoS könne die Blockchain von IOTA sicherer und besser werden. Aber nicht jedem gefällt diese Idee.

IOTA 2.0 soll in 2021 unter dem Projektnamen Coordicide die Abkehr vom zentralen Koordinator bringen und IOTA wie fast alle anderen Krypto-Projekte auf eine dezentrale Basis stellen. Ein erstes Testnet namens Pollen ist dazu bereits in Betrieb. Nun gibt IOTA Entwickler Hans Moog auf Twitter Einblick in technologische Überlegungen zu IOTA 2.0. Dabei verspricht er von dem Ansatz des „kollaborativen Konsens“ als Methode zur Validierung von Transaktionen wesentlich bessere Ergebnisse als von Proof-of-Work (PoW) oder Proof-of-Stake (PoS).

PoW und PoS versus IOTA

Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) als die beiden führenden Kryptowährungen vertrauen auf PoW als Protokoll, mit dem Transaktionen im Netzwerk überprüft werden, bevor sie in einem neuen Block festgeschrieben werden. Mit PoS ist eine Innovation im Kommen, die Blockchains schneller macht und mehr Netzwerkteilnehmer einbindet. Doch Moog sieht in diesen beiden Lösungen Verschwendungen von Ressourcen und die Gefahr von ungewollter Zentralisierung. Bei PoW können mittlerweile im Grunde nur noch spezialisierte Computer die Lösung von kryptografischen Rätseln leisten – für IOTA ohnehin keine Option, da das Netzwerk auch für wenig leistungsstarke Endgeräte im Internet der Dinge (IoT) offen stehen soll. Moog weist zudem daraufhin, dass bei PoW im Fall von Bitcoin etwa in der Realität ein gutes Dutzend Mining Pools die Kontrolle über die Blockchain übernommen hätten.

Nicht viel besser kommt PoS bei Moog weg. Da bei PoS der Trend hin zu Seitenchains gehe, müssten dort Netzwerkteilnehmer ihre Kapazitäten auf viele Blockchains verteilen, um diese stabil zu halten. Dazu werde durch gleichzeitige Bearbeitung von Transaktionen von vielen Nodes viel Zeit vergeudet. IOTA könne mit dem „kollaborativen Konsens“ einen neuen Weg beschreiten. Dabei sollen ausgesuchte Netzwerkteilnehmer schnellen Konsens schaffen darüber, welche Transaktionen freizuschalten sind. Im Gespräch ist etwa ein Nachahmen „zellulärer Automaten“ für IOTA, um Validierung neu zu lösen.

Fast schon provokativ fragt Moog, wem mehr zu vertrauen sei: Einer globalen Gruppe von wirtschaftlichen Akteuren aus Bereichen wie Industrie, Stiftungen und Staaten? Oder einer Anhäufung von anonymen, reichen Krypto-Anlegern? Damit meint er, dass der „kollaborative Konsens“ durch bekannte und geprüfte Netzwerkteilnehmer den bislang genutzten Lösungen mehr Sicherheit entgegenstelle. IOTA sieht sich traditionell gut verzahnt mit der Großindustrie durch Pilot-Projekte.

Doch Moog rührt mit seinen Ausführungen auch an dem Grundprinzip von Bitcoin und Co.: Den Anklang, den viele Kryptowährungen finden, hängt eng zusammen damit, dass dort keine Einflussmöglichkeiten von Banken, Geldpolitik oder auch Rechtssystemen bestehen sollen. Mit Moogs Vorschlag von privilegierten Netzwerkteilnehmern wird dies ad absurdum geführt. So fällt das Echo auf seine Vision von IOTA auch geteilt aus, Zustimmung und Kritik halten sich in etwa die Waage.

Fazit: IOTA belebt die Frage zu neuen Modellen von Blockchains

Moog ist es gelungen, Aufmerksamkeit für kritische Zukunftsfragen bei IOTA zu erzeugen. Es mag auch ein Testballon dafür gewesen sein, ob IOTA mit einer Zwischenlösung von dem bisherigen Koordinator und der völligen Dezentralisierung Anklage finden kann – denn das ist „kollaborativer Konsens“ so wie Moog ihn interpretiert. Klar ist: Bei Coordicide aka IOTA 2.0 ist das letzte Wort über die technologische Ausgestaltung noch nicht gesprochen. Übrigens gibt es beispielsweise mit Hedera Hashgraph (HBAR) bereits ein Projekt, das gar nicht weit von „kollaborativem Konsens“ entfernt ist – denn dort werden die validierenden Nodes ausschließlich von Großunternehmen betrieben.


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