IOTA: Stipendien-Programm für Coordicide zeigt erste Ergebnisse

IOTA meldet einen Erfolg für das große Ziel Coordicide, die Abschaffung des zentralen Koordinators. Dabei könnten Forschungsergebnisse zur automatisierten und dezentralisierten Konsensbildung helfen, die im Rahmen eines Stipendien-Programms der IOTA Stiftung entstanden.

IOTA ist unter den Kryptowährungen ein Exot. Denn technologisch hat man bei diesem Projekt zu Beginn nicht auf eine dezentralisierte Blockchain gesetzt, sondern die endgültige Bestätigung von Kommandos und Transaktionen einem zentralen Koordinator überlassen. Ein Grund dafür war, dass IOTA als anvisierter Standard im Internet der Dinge (IoT) auch wenig leistungsfähige Endgeräte miteinander vernetzen will. Aber dieser zentrale Koordinator hat sich als kritisch für das Vertrauen in das Ökosystem von IOTA herausgestellt und behindert technologisch betrachtet die Skalierbarkeit. Unter dem Projektnamen Coordicide arbeiten interne und externe Entwickler und Forscher an einer Lösung. Einen zumindest kleineren Erfolg meldet die IOTA Stiftung nun per Blogpost: Sogenannte zelluläre Automaten könnten dazu beitragen, eine echte Blockchain zu schaffen, die den Bedürfnissen von IOTA entspricht.

Hintergrund zu IOTA und zelluläre Automaten

Zelluläre Automaten bilden – vereinfacht beschrieben – den natürlichen Prozess von Zellbildung künstlich ab. Dabei tragen Zellen vorprogrammierte Informationen in sich und geben sie an neue Zellen weiter. Im Prinzip ist dies gar nicht weit entfernt von Blockchains, wo neue Blöcke die Ergebnisse vorher angestoßener Transaktionen und Kommandos dokumentieren und weiter tragen. Doch die klassischen Blockchains, die wie bei Bitcoin (BTC) auf dem Protokoll Proof-of-Work (PoW) beruhen, brauchen für die Bildung neuer Blöcke eine Bestätigung durch rechenintensive kryptografischer Rätsel. Diese Methode kommt also für IOTA nicht infrage.

Stattdessen wird bei IOTA ein Modell angestrebt, in welchem der Konsens mehrerer Netzwerkteilnehmer ausreicht, um Aktionen zu validieren. Zelluläre Automaten könnten sich dazu eignen, meinen die von IOTA geförderten US-Wissenschaftler in ihrem Report. Sie fanden auch heraus, dass man durch Drehen an Stellschrauben an dem theoretischen Modell zellulärer Automaten Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit merklich beeinflussen kann. Nun möchten sie gerne weiter Simulationen laufen lassen, um Praxistauglichkeit ihres Vorschlags für Coordicide zu überprüfen.

Fazit: Coordicide bei IOTA noch lange nicht in trockenen Tüchern

Es sind überaus komplizierte Überlegungen, die IOTA rund um Coordicide anstellt. Denn das Ziel soll ja nicht nur einen Durchbruch in Blockchain-Technologie demonstrieren, sondern auch das bisherige Netzwerk sicher ersetzen. Wie schwierig ein solches Projekt in Wirklichkeit ist, zeigt sich etwa auch bei Ethereum (ETH). Dort steckt Ethereum 2.0 ebenfalls in Entwicklungsschleifen fest, mit dem PoS durch Proof-of-Stake abgelöst werden soll. IOTA kommuniziert für Coordicide und damit IOTA 2.0 ein schon Mehrfach nach hinten korrigiertes Zieldatum in 2021. Um den Prozess zu beschleunigen, hatte die IOTA Stiftung das Stipendien-Programm aufgelegt, welches nun die zellulären Automaten ins Spiel bringt. Ob sich dieser Ansatz aber wirklich durchsetzt, lässt der jüngste Bericht offen. Grundsätzliche Zweifel an der technologischen Umsetzbarkeit von Coordicide haben bereits zu öffentlichen Schlammschlachten geführt und sind aus Erfahrungen mit anderen Krypto-Projekten durchaus berechtigt.

Unterdessen geht manchen Anlegern die Geduld mit IOTA aus, was die Kursentwicklung zeigt. Dort hat sich der Trend für MIOTA wieder ins Negative gedreht, der Altcoin notiert aktuell bei bescheidenen 0,36 US-Dollar. Ohne Coordicide, so glauben kritische Experten, droht MIOTA ein unrühmliches Verschwinden in einer selbstgeschaffenen Blase. Zuletzt bekamen IOTA-Skeptiker zusätzlich Argumente durch womögliche Geldnot der IOTA-Stiftung. Wir halten fest: Von IOTA und unkonventionellen technologischen Ansätzen geht eine gewisse Faszination aus. Aber im Wettbewerb der Kryptowährungen untereinander hat IOTA erhebliche Probleme, seine Zukunftsfähigkeit praktisch zu beweisen und mit dem Tempo konkurrierender Projekte Schritt zu halten.


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2 Kommentare

  1. Ich weiß nicht woran es liegt, ich habe aber den Eindruck, dass IOTA gerne als Spielball genommen wird. Steigt der Kurs wird das Projekt gelobt, fällt er wird das Projekt direkt schlecht geredet.

    Zum obigen Beitrag, es gibt bis jetzt keine Kryptowährung die alle Anforderungen erfüllen kann und die wird es vermutlich auch nie geben. Jede Kryptowährung hat seine speziellen Eigenschaften.

    Bitcoin ist bei der Anzahl an Transaktionen die die Welt braucht auf dauer viel zu langsam und benötigt einfach zu viele Ressourcen. Ethereum ist zwar etwas schneller braucht aber auch einfach zu viele Gebühren.

    Iota ist kostenlos, ist schneller als Bitcoin (durch Chrysalis aktuell bei 1000 TPS) ist aber noch nicht dezentral. Die Iota Foundation ist auf den richtigen Weg und hat theoretisch zumindest bewiesen, dass ihre Lösung funktioniert. Die Umsetzung ist im vollen Gange, von daher ist es nur eine Frage der Zeit bis IOTA dezentral operiert.

    Ich bin ja sogar der Meinung das es mehr als Sinnvoll war bisher eine zentrale Instanz zu haben da man bei dem Trinity Hack auch den Vorteil eines solchen Systems gesehen hat. Wo würde der Preis von IOTA liegen, wenn der Trinity Hack nicht durch die Abschaltung des Koordinators unterbrochen wurde?

    Alles im allen möchte ich zu meinen Ursprünglichen Worten zurückfinden. Es gibt derzeit kein Projekt was alle unsere Erwartungen und Anforderungen erfüllen kann. Damit beziehe ich mich nicht nur auf IOTA sondern auch auf alle anderen Projekte da draußen.

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