IOTA: Votum zu „unclaimed token“ geplant – Ärger vorprogrammiert?

Bei IOTA soll bald über den Umgang mit „unclaimed token“ im Wert von zig Millionen US-Dollar abgestimmt werden. Zwei IOTA-Mitgründer haben allerdings in der Vergangenheit Großteile dieser Token für sich selbst reklamiert.

Bei IOTA steht eine wegweisende Entscheidung bevor: In einem Blogpost wird angekündigt, schon bald darüber abstimmen zu lassen, was mit mehr als 50 Ti sogenannter „unclaimed token“ passieren soll. Bei aktuellen Kursen liegt deren Wert deutlich über 40 Millionen US-Dollar. Zwei Optionen werden vorgeschlagen: Entweder könnten die „unclaimed token“ auf Mehrheitsbeschluss hin endgültig zerstört werden oder sie könnten das Grundkapital für eine unabhängige IOTA Organisation werden. Die „unclaimed token“ stammen aus den Anfangsjahren von IOTA. Zwei IOTA-Mitgründer, nämlich David Sønstebø und Sergey Ivancheglo (CFB), haben „unclaimed token“ in 2021 erneut öffentlich für sich selbst beansprucht und wollten dafür notfalls auch juristische Mittel nutzen.

Die pikante Vorgeschichte zu den „unclaimed token“ werden von der IOTA Stiftung jetzt aber mit keinem Wort erwähnt. Bei uns könnt ihr beispielsweise hier nachlesen, wie es überhaupt zu dem Gros der „unclaimed token“ gekommen ist und warum CFB und Sønstebø meinen, dass diese Millionenwerte ihnen persönlich zustehen.

Die Umstellung auf IOTA 1.5 aka Chrysalis hatte dann Ende April 2021 überraschend mitgebracht, dass die „unclaimed token“ unter Kontrolle der IOTA Stiftung stehen. Sønstebø kündigte damals sofort einen „langen und schmutzigen juristischen Krieg“ an, hat den aber nach vorliegenden Informationen bisher nicht gestartet. CFB wiederum deutete im Zusammenhang mit einer Copyright-Klage  gegen die IOTA Stiftung im August 2021 erneut an, die aus seiner Sicht ihm gehörenden 25 Ti „unclaimed token“ nicht aufgeben zu wollen. Beide Mitgründer sind bei der IOTA Stiftung im Streit ausgeschieden und haben die jüngsten Pläne zu den „unclaimed token“ bisher nicht kommentiert.

Burn oder Build – was geschieht mit „unclaimed token“ bei IOTA?

Wie gesagt: Die IOTA Stiftung berücksichtigt in ihrem Szenario die eventuellen Ansprüche von Sønstebø und CFB nicht. Sie geht davon aus, dass lange genug Zeit war, solche Ansprüche zu klären und will voranschreiten. An dem Referendum über „burn“ oder „build“ sollen alle teilnehmen können, die IOTA halten. Für die Node-Software Hornet sei ein zusätzliches Abstimmung-Modul bereits in der Testphase. Abgestimmt werden soll individuell über die offizielle IOTA Firefly Wallet, welche dafür vorbereitet wird. Ein genaues Datum für das Referendum zu den „unclaimed token“ steht noch nicht fest, soll aber in Reichweite liegen. Eine solche Abstimmung wäre die erste ihrer Art bei IOTA und würde auch beweisen, dass das Netzwerk für solche Zwecke genutzt werden kann.

Wer als Anleger von möglichen Störmanövern durch CFB und Sønstebø absieht, erkennt für die Optionen „burn“ oder build“ jeweils ein Kernargument. „Burn“, also die Zerstörung, würde die Gesamtzahl aller existierenden IOTA reduzieren und so mutmaßlich den Wert der verbleibenden IOTA stärken. Mit „Build“ wiederum bekäme die IOTA Community eine finanziell gut ausgestattet Organisation an die Hand, in der die Anleger selbst entscheiden, ob sie das Kapital beispielsweise für aussichtsreiche Projekte bereitstellen oder sich selbst Boni genehmigen. Aktuelle Diskussionen in der IOTA Community lassen bisher nicht klar erkennen, in welche Richtung man tendiert.

Fazit: Endloses Thema „unclaimed token“ bei IOTA soll abgeschlossen werden

Die Idee dazu, mit einem Votum das pikante Thema „unclaimed token“ ein für alle Mal zu beenden, dürfte von IOTA-Chef Dominik Schiener gekommen sein. Dieser hat den Kontakt zu CFB und Sønstebø minimiert oder abgebrochen. Ob Schiener selbst eher zu „build“ oder „burn“ neigt, scheint unklar. Sobald das Referendum konkret näher rückt, werden wir euch mit allen notwendigen Informationen zur Teilnahme und der spezifischen Methode informieren.


Wer noch keine Bitcoins oder IOTA hat kann diese hier kaufen: 

3 Kommentare

  1. Rechtlich müssen das letztendlich die Gerichte klären. Haben die Co-Founder einen Anspruch oder nicht?
    Wenn ja, bekommen sie ein paar Token mehr, keine grosse Sache.

    IOTA war ursprünglich ein klassisches „Company ist Lumpany“. Sorry, ich kann es nicht anders sagen.
    Technisch hat sich CfB übernommen, die Idee war richtig, aber er war von der Umsetzung überfordert.
    Das Marketing war noch viel schlimmer, der Umgang mit Universitäten und Unternehmen war absolut unprofessionell.
    Die Zielsetzungen katastrophal: Ein Chip muss her, wir machen ein Spiel, wir brauchen natürlich eine eigene Kryptografie – hoppala, funktioniert nicht, nehmen wir doch eine fertige die geht.
    He, wir machen das „Quantensicher“, jedes Mal eine andere Adresse.

    No go. IOTA war ein Zombie.

    Vor zwei Jahren begann sich mit Dominik Schiener und Hans Moog die Basis für das echte, IOTA 2.0 zu bilden.
    Es ist absolut richtig das Dom auch mit den letzten Altlasten aufräumt.

    Erstaunlich tiefe Einblicke liefert der Blocktrainer in einem alten Interview mit Hans Moog auf Youtube.
    Sehr zu empfehlen !!!

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