IOTA: Zeitplan muß erneut nach hinten korrigiert werden

IOTA wird sein größerer Upgrade Chrysalis frühestens Anfang nächstes Jahr abschließen können. Im bereits mehrfach geänderten Zeitplan für IOTA 1.5 wurde jetzt Februar 2021 eingetragen. Die Reaktionen sind gemischt.

Die IOTA Stiftung hat in ihrem jüngsten Fortschrittsbericht vom November ehrgeizige Zeitpläne für das technologische Upgrade des Tanglenet zurücknehmen müssen. Ganz konkret wird das an Chrysalis aka IOTA 1.5: Zwar wurde Phase 1 von Chrysalis bereits im August live geschaltet. Doch Phase 2 von Chrysalis befindet sich weiterhin in der internen Entwicklung, heißt es jetzt. Man hoffe, ein Testnet in den kommenden Wochen öffentlich zu schalten. In der Roadmap von IOTA wird nun Februar 2021 für die Komplettierung von Chrysalis genannt. Dabei war dieser wichtige Schritt von IOTA erst im September von Oktober 2020 auf das Jahresende verschoben worden.

IOTA läuft seiner Roadmap hinterher

Das Eingeständnis der IOTA Stiftung, sogar schon korrigierte offizielle Zeitpläne wieder zu ändern, trifft in der Diskussion bei Twitter auf gemischte Reaktionen. Zum einen gibt es das Lager, welches wie gewohnt Verständnis äußert und betont, Sorgfalt gehe vor Tempo. Doch auch die enttäuschten Stimmen werden lauter, welche die Glaubwürdigkeit von Ankündigen der IOTA Stiftung anzweifelt und auf konkurrierende Projekte verweist, die schneller seien.

Tatsächlich fällt auf: Im neuen Fortschrittsbericht wimmelt es von Formulierungen wie „mehr oder weniger“, „wir erwarten“ oder „wird getestet“. IOTA 1.5 soll das Tanglenet wesentlich leistungsfähiger machen und ist als entscheidende Vorbereitung für IOTA 2.0 angekündigt. Im Detail hakt es bei Chrysalis anscheinend auch an der Fertigstellung einer neuen Wallet sowie Sicherheitsprüfungen.

Zuletzt hatten die Gründer von IOTA sich festgelegt, dass IOTA 2.0 aka Coordicide ganz bestimmt in 2021 Wirklichkeit werde. Damit soll IOTA der Abschied vom zentralen Koordinator gelingen und das Tanglenet dezentralisiert werden. Doch bei IOTA 2.0 ist weiterhin nur das erste von drei aufeinander aufbauenden Testnets namens Pollen in Betrieb und der eigentlich für diesen Herbst geplante Nachfolger Nectar weiterhin lediglich in der Entwicklung.

Unterdessen gibt es eine kleine, aber wichtige Neuigkeit zu den technologischen Plänen bei IOTA. Bislang setzte man bei der Signierung von Transaktionen auf ein eigenes System namens Winternitz one-time signature scheme (W-OTS). Dessen Vorzug war, auch von Quantencomputern nicht ausgehebelt werden zu können. Doch um IOTA schneller zu machen, soll W-OTS bei Chrysalis Phase 2 durch den weiterverbreiteten Standard ed25519 ersetzt werden. Die Frage, wie man kryptografische Lösungen sicher vor Quantencomputern gestalte, will IOTA nun erst einmal wieder auf später vertagen.

Fazit: IOTA enttäuscht die Märkte

Der Kurs von IOTA verlor nach der Veröffentlichung der News zur verzögerten Entwicklung des Tanglenet um fast vier Prozent und damit gegen die Trends bei Bitcoin (BTC) und wichtigen Altcoins. Einmal mehr zeigen Anleger damit offenbar ihre Skepsis, ob IOTA die technologische Aufholjagd noch rechtzeitig gelingen kann. Denn es verfestigt sich der Eindruck: Die Roadmap bei IOTA ist – freundlich gesagt – mehr ein Annäherungswert denn belastbare Aussage über die Zukunft.


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