Libanon will staatlich gestützte Digitalwährung 2021 launchen

Der krisengeplagte Libanon will im kommenden Jahr seine Landeswährung auch als Digitalwährung abbilden. Das gab der Zentralbankchef Riad Salameh bekannt. Ziel sei es, mit der CBDC Vertrauen in das Banksystem wiederherzustellen und bargeldlose Zahlungen zu erleichtern.

Der Libanon befindet sich seit Sommer 2019 in der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Damals setzte die Abwertung des Libanesischen Pfunds ein und im Winter konnte das arabische Land erstmals nicht mehr alle ausländischen Schuldverpflichtungen erfüllen. In dieser schweren Lage sieht die Zentralbank mit Riad Salameh an der Spitze eine staatlich verantwortete Digitalwährung als Teil der Lösung, um die Situation zu beruhigen. Salameh sagte nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, eine solche CBDC (Central Bank Digital Currency) sei dazu geeignet, den Übergangsprozess zu bargeldlosen Zahlungen zu ermöglichen und Vertrauen in das Banksystem wiederherzustellen. Als Zieldatum für das Libanesische Pfund in digitaler Form er nannte 2021 ohne weitere Details.

Hintergrund zu CBDC und Krise im Libanon

Salameh hatte schon bei Ausbruch der wirtschaftlichen Schwierigkeiten erstmals Pläne zu einer CBDC enthüllt. Laut damaligen Nachrichten sollte die libanesische CBDC auf den Einsatz im Binnenmarkt beschränkt bleiben und strikt von der Zentralbank kontrolliert werden. Von einem „E-Pfund“ erhofft man sich Kostensenkungen bei Bankgeschäften und zugleich einen Rückgang von Bargeldzahlungen, die oft gleichzusetzen sind mit Umgehung von Steuerpflicht.

Die Abwertung des Libanesischen Pfund begann, als ein Mangel an Devisen deutlich wurde. Folge war große Inflation, aus der Massenprotesten erwuchsen, die letztlich einen Regierungswechsel hervorriefen. Die Corona-Krise hat die Lage 2020 zusätzlich verschärft, laut Korrespondentenberichten kann mittlerweile nicht einmal mehr die Stromversorgung durchgängig sichergestellt werden, da Devisen für den Import von Öl und Gas fehlen.

Inmitten der Turbulenzen hat Salameh einen Rücktritt stets abgelehnt und erklärt, die massiven Finanzprobleme seines Lands seien auf die Politik und nicht die Zentralbank zurückzuführen. Vetternwirtschaft, ineffiziente staatliche Betriebe und ein übergroßer Schattenmarkt gelten als Gründe für den greifbar nahen Kollaps. Das Libanesische Pfund ist derzeit auch im Land nur noch ein Zehntel dessen wert wie vor 18 Monaten.

Fazit: CBDC im Libanon aus der Not geboren

Ob durch eine CBDC ein Neustart für das Libanesische Pfund gelingen kann, wird sich erst noch beweisen müssen. Von außen betrachtet scheint der beschleunigte Plan weniger auf Innovationsfreudigkeit als vielmehr auf blanke Not zurückzuführen sein. Aus Krisenländern wie Argentinien oder Venezuela ist bekannt, dass Bürger versuchen, private Vermögen durch Umschichtung in Bitcoin (BTC) in Sicherheit zu bringen.

In der westlichen Welt und China treiben Zentralbanken unterdessen ihre Überlegungen und Vorbereitungen für CBDCs unter großem Tempo voran. Die Europäische Zentralbank (EZB) etwa hat zuletzt eine Bürgerbefragung zu einem E-Euro gestartet. In China läuft bereits eine regional beschränkte Testphase für einen E-Yuan. Die Kryptoszene glaubt überwiegend, dass CBDCs die Akzeptanz von Kryptowährungen allgemein erhöhen können.


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