Julian Hosp meldet sich per Videobotschaft – Hat er die PAY Token verkauft um die Einkommenssteuer dafür zu bezahlen?

Nachdem es zwei Wochen ruhig war um Julian Hosp hat er sich jetzt per Videobotschaft zurückgemeldet. Viel konkretes gibt es nicht zu den Vorwürfen. Er behauptet weiter die PAY Token verkauft zu haben um damit seine Einkommenssteuer auf die PAY Token zu bezahlen. Wir haben einmal nachgerechnet. 

Am 9. Januar haben wir darüber berichtet, dass Julian Hosp TenX verlassen hat. Wahrscheinlich gab es Differenzen zwischen den Gründern und auch die Vergangenheit von Julian Hosp beim Pyramidensystem Lyoness dürfte eine Rolle gespielt haben. Am gleichen Tag wurde ebenfalls bekannt, dass Julian Hosp wohl 2,2 Millionen PAY Token zwischen dem 26. Dezember 2018 und dem 1. Januar 2019 verkauft hat. Ausgenutzt wurde dabei die Tatsache, dass der PAY Token kurz vor dem neuen TenX Token Snapshot noch einmal deutlich im Preis gestiegen ist.

Seitdem gab es einen kurzen Medium Post von Julian Hosp, in dem er versucht den Verkauf zu erklären und TenX hat in einer Q&A Session dazu auch Stellung genommen. Von Seiten TenX heißt es, dass das Board nichts von dem Verkauf der PAY Token wusste. Laut internen Regeln hätte Julian Hosp den Verkauf der PAY Token allerdings dem Board anzeigen müssen. Dies hat er nicht getan, daher behält sich TenX vor rechtliche Schritte dagegen einzuleiten. Was wir allerdings nicht erfahren ist, warum Julian Hosp gehen musste? Hier gibt es ein Non-Disclosure-Agreement zwischen TenX und Julian Hosp, in dem vereinbart wurde über die Gründe zu schweigen.

Nach dem es dann für etwas über eine Woche etwas ruhiger wurde um Julian Hosp hat er sich jetzt per Videobotschaft zurückgemeldet. Viel konkretes erfahren wir in dem 9 Minuten langen Video allerdings nicht.

Julian Hosp bleibt weiter auf dem Standpunkt, dass er zwar PAY Token verkauft hat aber bei weitem nicht soviel wie die angegebenen 2,2 Millionen. Wieviel es genau waren bleibt offen. Darüber hinaus sagt er, dass er die PAY Token verkauft hat um seine Einkommenssteuer für die PAY Token in Singapur zu bezahlen. Diese wird fällig, da er als Gründer monatlich PAY Token bekommt und diese natürlich versteuern muss.

Soweit klingt dies alles auch logisch, wenn wir uns aber die Fakten anschauen dann sagt Julian Hosp eigentlich nichts konkretes was ihn entlasten könnte. Wie bekannt ist, bekommen die Gründer 6.250 PAY Token jeden Monat als Teil ihres Gehaltes. Im Laufe des Jahres bekommt Julian Hosp so also 75.000 PAY Token, die zu versteuern sind. Diese sind allerdings mit dem Wert des Tokens in dem jeweiligen Monat zu versteuern. Da der PAY Token im Laufe des Jahres an Wert abgenommen hat ist es nicht ungewöhnlich, dass er ziemlich viele PAY Token verkaufen muss um die Einkommenssteuer zu bezahlen, im Vergleich zur Gesamtanzahl PAY Token, die er bekommen hat.

Die Einkommenssteuer von Singapur ist davon abhängig wieviel man verdient es ist aber davon auszugehen, dass Julian Hosp so um die 20% an Einkommenssteuer für die PAY Token zahlen muss. Jetzt ist es davon abhängig an welchem Tag im Monat er die PAY Token jeweils bekommen hat und wie dort der Kurs war. Bei unserer Beispielrechnung sind wir jetzt davon ausgegangen, dass er die PAY Token zum Monatsende bekommen hat. Wenn dies so war dann werden knapp 14.000 US Dollar Einkommenssteuer in Singapur fällig. Bei einem Kurs von 20 US Cent müsste er also knapp 70.000 PAY Token verkaufen um seine Einkommenssteuer auf die PAY Token zu bezahlen.

Von den zwei Wallets um die es geht wurden allerdings einmal 620.000 PAY Token und einmal 1,5 Mio PAY Token zu Bittrex geschickt. Also selbst wenn nur das Wallet mit den 620.000 PAY Tokens ihm gehört (kann ihm fast sicher zugeordnet werden) hat er trotzdem noch einmal deutlich mehr PAY Token verkauft als er zur Bezahlung der Einkommenssteuer auf die PAY Token in Singapur benötigen würde.

Darüber hinaus kommt hinzu, dass steuerpflichtige in Singapur ihre Steuererklärung erst zwischen dem 1. März bis 18 April machen können. Die Steuerzahlung wird dann also noch einmal deutlich später fällig. Die PAY Token wurden hier also verkauft bevor überhaupt eine Steuererklärung gemacht werden konnte.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Julian Hosp mit seinem oberflächlichen Formulierungen den Vorwurf der PAY Token Verkäufe keinesfalls entkräftigen konnte. Zumal die Verkäufe auch stattfanden ohne dass TenX etwas davon wusste was unzulässig war. Das der Grund seines Ausscheidens weiterhin unbekannt bleibt ist nachvollziehbar und soll an dieser Stelle auch nicht kritisiert werden. Er greift allerdings den Kommentar eines Fans auf der schreibt, dass er seine scheinbaren Freunde (Mitgründer)  letztes Jahr zu seiner Hochzeit eingeladen hat sie ihm dann aber später ein Messer in den Rücken gesteckt haben.

Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen welche Variante er glaubt. Aus meiner Sicht liefert Julian Hosp aber bisher wenig Argumente die Vorwürfe zu entkräften, zumal alle Transaktionen bekannt sind und es einfach für ihn wäre diese zu erklären.

Alles wichtige habe ich euch auch noch einmal in diesem Video zusammengefasst:

Please follow and like us:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*