Nur noch 74% von Tether sind durch Bargeldreserven abgesichert

Der Stablecoin Tether (USDT) ist nur noch zu 74 Prozent durch Bargeldreserven und vergleichbare Finanzprodukte abgedeckt. Dieses pikante Detail wurde jetzt im Zusammenhang mit einem Kredit an die ins Straucheln geratene Kryptobörse Bitfinex bekannt. Die dort geflossenen mehr als 600 Millionen US-Dollar beschäftigen mittlerweile die Justiz in New York.

Die Frage, ob der führende Stablecoin Tether (USDT) wirklich vollständig durch Bargeldreserven abgesichert ist, hatte Anleger schon immer beschäftigt. Ende 2018 ging Tether noch in die Offensive und ließ die angesehene Finanachrichtenagentur Bloomberg in die Bücher gucken. Das damalige Fazit: Alles okay bei Tether. Im März 219 dann schreckte der Markt auf, als Tether klammheimlich seine Selbstbeschreibungen in Sachen Geldreserven für den USDT änderte. Das damalige halbherzige Dementi, Tether habe kein Geld verliehen, ließ sich aber nicht halten. Die durch personelle Überschneidungen eng mit Tether verbundene Kryptobörse Bitfinex hat nämlich einen Kredit in Höhe von mindesten 600 Millionen US-Dollar von Tether erhalten.

Damit ist der Tether aktuell nur noch zu 74 Prozent durch Geldreserven und vergleichbare Finanzprodukte abgedeckt, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft in New York fordert, den Kredit einzufrieren, damit USDT nicht in Gefahr gerät. Tether wiederum lehnt dies ab und verweist darauf, Anleger ausreichend informiert zu haben.

Ist Tether (USDT) in Gefahr?

Der Kurs des USDT schwankt für einen Stablecoin derzeit über Gebühr ins Minus und streifte vergangene Woche bereits die Marke von 0,90 US-Dollar. Normal wäre ein Kurs von eng um 1 US-Dollar, was sich durch die versprochene Anbindung von 1:1 an den US-Dollar ergibt. Dass die aktuellen Nachrichten um die verdächtigen Verpflichtungen zwischen Bitfinex und Tether den USDT nicht noch weiter in den Keller geschickt haben, ist einem Rechenexempel geschuldet. Gut 2,8 Milliarden US-Dollar beträgt die Marktkapitalisierung des USDT nach den gängigen Quellen. In diesem Fall passt die zugegebene Kreditlinie an Bitfinex mit den angebenden Geldreserven bei Tether in etwa zusammen.

Was droht Bitfinex?

Im Gerichtsstreit um Tether und Bitfinex wird klar, dass die Staatsanwaltschaft sich darauf konzentriert, die Anleger in USDT zu schützen. Den Kunden von Bitfinex droht dadurch unmittelbar Ungemach. Denn Bitfinex braucht den Kredit, um in der Lage zu sein, Guthaben von Kunden in Fiat auszuzahlen. Denn die Börse hat 825 Millionen US Dollar bei Crypto Capital angelegt, die zunächst einmal weg sind. Bitfinex selbst dementiert Liquiditätsprobleme und betont, mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren.

Kann man Tether und Bitfinex noch trauen?

„Bitfinex und Tether sind finanziell stark aufgestellt – Ausrufezeichen“, schreibt Bitfinex in seinem offiziellen Blog. Die Staatsanwaltschaft überreagiere und dagegen werde man sich zur Wehr setzen. Wer tiefer in die Materie einsteigt, merkt aber, dass sowohl Tether als auch Bitfinex bisher eine sogenannte Salami-Taktik fahren, also immer nur dann etwas zuzugeben, wenn es durch Dritte beweisen wurde. Das schadet dem Vertrauen nachhaltig. Falls du noch Guthaben bei Bitfinex lagerst, solltest du diese vorsichtshalber abziehen. Zwar kann Bitfinex seine Kunden aktuell anscheinend noch auszahlen, doch garantiert ist das nicht. Der nächste Gerichtstermin ist nach jetzigem Stand für den 6. Mai angesetzt. Etwas entspannter können Anleger beim USDT sein, aber auch hier scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen.


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