Preismanipulation bei Bitcoin? Bitfinex und Tether mit Sammelklagen konfrontiert

Tether (USDT) und Bitfinex wird in zwei Sammelklagen in den USA Marktbeeinflussung und Preismanipulation bei Bitcoin (BTC) vorgeworfen. Die beiden eng miteinander verbandelten Unternehmen weisen die Anschuldigungen zurück.

Die Kryptobörse Bitfinex und die Herausgeber des Stablecoins Tether (USDT) geraten in den USA immer tiefer in einen Strudel von juristischen Auseinandersetzungen. Anfang Oktober hatten Anwälte im Bundesstaat New York eine Sammelklage gegen die beiden Unternehmen, deren Führungspersonal weitgehend identisch ist, eingereicht, nun folgte eine zweite Sammelklage im Bundesstaat Washington. In beiden Fällen argumentieren die Kläger, Bitfinex und Tether hätten ungedeckte USDT genutzt, um bei fallenden Kursen im großen Stil Bitcoin (BTC) zu kaufen. Damit hätten sie eine Kehrtwende beim Kursverlauf von BTC angestoßen und danach die BTC mit Gewinn verkauft. Als Beweise werden unter anderem eine weit beachtetet Studie von Finanzwissenschaftlern angeführt und Erkenntnisse, die aus einem Verfahren der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Bitfinex und Tether stammen. Bitfinex spricht in einem Statement von „haltlosen Vorwürfen“.

Hintergrund zu Sammelklagen gegen Tether und Bitfinex

Die Klageschrift aus der ersten Sammelklage ist bereits öffentlich, laut Bitfinex selbst wird sie im zweiten Verfahren weitgehend kopiert. Hinter den Klagen stehen Kryptohändler, die sich durch Tether und Bitfinex geschädigt sehen. Gesprochen wird von Schadenssummen von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar. Im Kern sollen Bitfinex und Tether eine gemeinsame Taktik gefahren haben. Demnach habe Tether spätestens 2017 still und heimlich seine Versprechen aufgegeben, dass sämtliche USDT durch Geldreserven gedeckt sind und neue USDT nur bei Geldeinzahlungen herausgegeben werden. Stattdessen sei Tether mit ungedeckten USDT im Wert rund 2,8 Milliarden US-Dollar selbst als Händler bei Bitfinex aufgetreten und habe so den Kurs von BTC und anderen Kryptowährungen zu seinen Gunsten manipulieren können. Die Rede ist von der „größten Blase, welche die Menschheit erlebt hat“.

Bitfinex wiederum behauptet weiterhin, dass alle USDT durch Reserven gedeckt sind und man niemals USDT dazu benutzt habe, den Kryptomarkt zu manipulieren. Den Klägern wird vorgeworfen, es auf einen „Zahltag“ abzusehen. Bitfinex werde sich auf keinen Fall auf einen Vergleich einlassen und sich mit aller Kraft juristisch wehren. Dies sei auch ein Kampf für die Krypto-Gemeinde und Bitfinex sei stolz darauf, in der Kryptobranche eine entscheidende Rolle zu spielen. Man plane, nach gewonnen Verfahren selbst Klagen zu prüfen, etwa für Schadensersatz wegen Rufschädigung.

Fazit: Luft wird dünn für Bitfinex und Tether

Nun kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen, ob die Sammelklagen Erfolg haben werden. Doch bislang haben Bitfinex und Tether sich in New York bei dem wohl wichtigsten Verfahren, dem gegen die Staatsanwaltschaft, nicht einmal Etappensiege erzielen können. Stattdessen wies der dortige Richter sämtliche Anträge auf ein Einstellen der Untersuchungen zurück und verlängerte mehrfach eine Verfügung, die Tether und Bitfinex Geschäftsbeziehungen untersagt. Dies deutet an, dass die Vorwürfe für plausibel gehalten werden. In den von privater Seite betriebenen Sammelklagen sind prominente Anwälte aufgeboten, die in der Vergangenheit etwa bereits gegen Craig Wright erfolgreich agierten.

Bei den genannten Summen müssen Bitfinex und Tether, falls sie zu Schadensersatz und Geldstrafen verurteilt werden, mit dem Bankrott rechnen. Bisher zeigt sich der Kurs von USDT dennoch stabil, was damit zusammenhängen dürfte, dass im ursprünglichen Fall das Gericht erkennen lässt, im Sinne von Anlegerschutz Tether zu schützen und Bitfinex verantwortlich zu machen. Die Marktkapitalisierung von USDT beträgt aktuell rund 4,3 Milliarden, Bitfinex hat sich bereits vom US-Geschäft verabschiedet. Der schleichende Vertrauensverlust in Bitfinex und Tether würde sich wohl allenfalls aufhalten lassen, wenn die Unternehmen auch auf juristische Erfolge verweisen können.


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