Solana (SOL) – der Lack beim Ethereum-Killer blättert ab

Als „Altcoin des Jahres“ wurde Solana (SOL) in 2021 oft gefeiert. Doch jüngste Ereignisse lassen daran zweifeln, ob der sogenannte Ethereum-Killer wirklich so attraktiv ist wie häufig angenommen.

Solana (SOL) schrieb in 2021 eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte: Von Kursständen um 2 US-Dollar pumpte Solana wieder und wieder auf neue Höchststände, das Allzeithoch ist mittlerweile bei 260 US-Dollar vom November 2021 notiert. Wir berichteten erstmals im April 2021 ausführlich über den Altcoin, der sich anschickte, die Kryptoindustrie aufzumischen. Doch jetzt, wo Solana sich in den Top 10 der kapitalstärksten Kryptowährungen etabliert hat, mehren sich kritische Stimmen. Drei Erkenntnisse der letzten Wochen zu Solana sind es, die dem positiven Image tiefer gehend schaden:

1. Der Wormhole Hack: Bei einem der größten Krypto-Hacks aller Zeiten konnten Angreifer umgerechnet 320 Millionen US-Dollar in wrapped Ethereum (ETH) entwenden. Was nun klar wird: Einfallen in ein komplexes DeFi-Geschäft konnten die Hacker deshalb, weil in dem Solana Interface zum Projekt Wormhole ein Fehler steckte. Details zu dem Hack findet ihr auf Englisch hier. Zwar wurde der finanzielle Schaden von der US-Investmentfirma Jump Crypto ausgeglichen – doch der Schritt führt gleich zum zweiten Kritikpunkt an Solana:

2. SOL Whales beherrschen die Szene: Bekannt war schon seit Längerem, dass an Solana Großinvestoren beteiligt sind, darunter als prominenter Fürsprecher der FTX-Gründer Sam Bankman-Fried. Aber Ende 2021 zeigte eine detaillierte Analyse des Online-Magazins „The Information„, dass die SOL Whales wohl gar nicht ins Risiko gingen und zumindest die Möglichkeit hätten, Preise zu beeinflussen. In dieses Bild passt auch ein YouTube-Video mit dem aussagekräftigen Titel „Wie die Solana Milliardäre Dich auslachen“. Kurzum: Das Versprechen von Dezentralität kann Solana nicht einhalten und ist unter Umständen auch gar nicht gewollt.

3. Netzwerkausfälle bei Solana: SOL und das zugehörige Ökosystem punkteten in der Bewertung damit, dass man quasi ein besseres Ethereum (ETH) kreiert habe. Die Probleme hoher Transaktionsgebühren und mangelnder Netzwerkkapazität habe Solana gelöst. Doch schon im September 2021 ließ ein Netzwerkausfall bei Solana aufschrecken. Im Januar 2022 wiederholte sich der Albtraum. Auch unsere Übersicht zu Ethereum-Killern zeigte: Solana ist in Praxis weit entfernt von den Kapazitäten, die beworben werden.

Fazit: Probleme bei Solana erinnern an Ethereum

Die Ironie an der ganzen Solana Geschichte erkennt jeder, der schon länger in der Kryptoszene unterwegs ist. Denn auch Ethereum erlebte einen unvergessenen Hack. Der DAO Hack von 2016 führte sogar zur Abspaltung von Ethereum Classic (ETC) und zeigte in aller Deutlichkeit, wie sensibel die Themen Selbstverwaltung und Dezentralisierung für Kryptowährungen sind. Auch die Schwierigkeiten mit Netzwerkkapazität begleiten Ethereum. Investoren bekamen bei ETH über die Jahre das Gefühl, dass man bei Ethereum selbstkritisch an Schwachstellen arbeitet. Im Bestfall stellt sich diese Dynamik auch bei Solana an. Sonst droht SOL zum Spielball von Whales zu werden.


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