Tether gibt zu, Teil seiner Reserven in Bitcoin investiert zu haben

Rund um die Diskussionen, wie der Stablecoin Tether (USDT) tatsächlich abgesichert wird, ist ein neues Detail bekannt geworden: Vor einem Gericht in New York räumte Tether ein, Reserven für den USDT auch in Bitcoin (BTC) zu halten.

Nächstes Kapitel im anhaltenden Gerichtsstreit um Finanzhilfen von Tether (USDT) an die eng verbundene Kryptobörse Bitfinex: Ein Anwalt von Tether gab auf Nachfragen bekannt, dass zur Absicherung von USDT auch in Bitcoin (BTC) investiert wurde. Aus dem Gerichtsprotokoll (Seite 24 ff.) geht hervor, dass sich Richter Joel M. Cohen darüber verwundert zeigte. „Tether schien mir bisher immer wie ein Ruhepol im Sturm des Kryptohandels. Aber wenn Tether durch Bitcoin gedeckt wird, wie passt das zusammen? Wenn einige Vermögenswerte in einer schwankenden Währung gehalten werden, die eigentlich Tether absichern sollen, dann klingt das doch nach dem, was Ihnen (Tether) vorgeworfen wird“, kommentierte Richter Cohen. Der Tether-Anwalt David Miller sagte daraufhin, dass es sich nur um kleine Summen Bitcoin handele. Kern des Verfahrens ist, ob Tether die Absicherung seines Stablecoins dadurch gefährdet, dass man Bitfinex eine Kreditlinie von mehr als 600 Millionen US-Dollar eingeräumt hat. Anfang Mai war vor dem Gericht bekannt geworden, dass der USDT nur noch zu 74 Prozent mit Dollarreserven abgesichert ist. Die Marktkapitalisierung des USDT liegt aktuell bei gut 2 Milliarden US-Dollar, der Kurs zeigt sich im Moment stabil bei um 1:1 zum US-Dollar wie angestrebt.

Wie geht es weiter vor Gericht für Tether und Bitfinex?

Bitfinex gibt sich einer Stellungnahme zur aktuellen Situation siegessicher und glaubt, dass das Gericht die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft niederschlagen wird. Diese wirft Bitfinex und Tether im Grunde vor, mit den Einlagen von Anlegern unseriös umzugehen und will zumindest dafür sorgen, dass der USDT in sicheren Gewässern bleibt. Tether und Bitfinex hingegen argumentieren, das Verfahren würde ihre Reputation schädigen und sie dazu zwingen, Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren. Die nächste Anhörung ist laut Bitfinex vorläufig für den 29. Juli 2019 angesetzt. Bis dahin sind Tether und Bitfinex Geschäfte miteinander weiter weitgehend verboten. Wer das Gerichtsprotokoll aufmerksam liest, bekommt den Eindruck: Der Richter möchte im Detail wissen, was dort zwischen Tether und Bitfinex wirklich läuft mit dem Fokus auf Stabilität des USDT.

Bitfinex steckt weiter in der Klemme

Der wenig transparente Launch der eigenen Kryptowährung LEO und der überraschende Start der IEO-Plattform belegen: Bitfinex kämpft darum, seine Liquidität aufrechtzuerhalten. Bei allem öffentlich vorgetragenen Optimismus scheint das Gericht nicht dazu zu tendieren, die Notkredite von Tether an Bitfinex wieder freizugeben. So bleibt es ein riskantes Spiel, seine Anlagen Bitfinex anzuvertrauen. Ob ein Stablecoin wie der USDT wirklich 1:1 durch Bargeldreserven abgedeckt werden muss? Der Markt beantwortet diese Frage bislang mit Nein. Denn der USDT hat sein Tief von Ende April überwunden und wird mit täglichen Milliardenumsätzen weiter emsig als Brückenwährung im Kryptogeschäft genutzt.


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