Bitcoin Halving 2020 ist erfolgt – Kurs stagniert

Das vom Kryptomarkt mit großer Spannung erwartete Bitcoin Halving 2020 ist Geschichte. Am Montagabend, bei Block 630.000, setzte der etwa alle vier Jahre folgende Mechanismus bei BTC ein. Der Kurs von Bitcoin reagierte bisher kaum merklich auf das Ereignis.

Ob beim Bitcoin Halving Erfinder Satoshi Nakamoto mit dem vorgegebenen Vierjahresrhythmus die Olympischen Spiele oder die Fußballweltmeisterschaften als Vorbild nahm, ist nicht überliefert. Doch die Spannung im Vorfeld war mit solchen Großereignissen vergleichbar, zumindest unter Kryptohändlern. Am gestrigen Montagabend ging das Bitcoin Halving letztendlich unspektakulär über die Bühne, bei Block 630.000 in der Blockchain von BTC änderte sich der Code automatisch wie vorgesehen um einige Zahlen. Von nun an erhalten Bitcoin Miner pro neuen Block nur noch 6,25 BTC als Belohnung anstatt wie in den vier Jahren zuvor 12,5. Jedenfalls für den Moment hat das zum Event hochstilisierte Bitcoin Halving den Kurs von BTC wenig tangiert, direkt vor und nach dem Halving notiert BTC ziemlich stabil um 8.700 US-Dollar. Ob das so bleibt? Wir erinnern an Kursprognosen für Bitcoin, die das Potenzial für Schlagzeilen haben.

Wohin führt der Kurs von BTC? Halten Prognosen der Wirklichkeit stand?

Im deutschsprachigen Raum viel zitiert wurde im Zusammenhang mit dem Bitcoin Halving eine Analyse der Bayerischen Landesbank. Sie hatten zum Termin einen Kurs von BTC um 7.500 US-Dollar vorhergesagt und erwarten anschließend eine Kursrakete, die noch 2020 in Richtung neues Allzeithoch von etwa 90.000 US-Dollar führen soll. Die Prognose der BayernLB stützt sich auf die Stock-to-Flow-Theorie, die bei raren Werten und steigender Nachfrage Preisexplosionen wahrscheinlich macht. BTC als „ultrahartes Geld“ schließe durch das Bitcoin Halving in seiner Knappheit zu Gold als Wertspeicher auf, so hier die Annahme, und sei daher nach wie vor von Marktteilnehmern weitgehend unterbewertet.

In ein ähnliches Horn bläst englischsprachig etwa Anthony Pompliano, Co-Gründer von Morgan Creek Digital. Er setzt für 2021 das Kursziel von für BTC auf 100.000 US-Dollar und begründet dies mit dem Bitcoin Halving als treibendem Faktor. Auch Analyst Charles Hwang glaubt, dass die Nachfrage nach BTC durch die künstliche Verknappung von neuen Bitcoins nach dem Halving den Kurs zu neuen Allzeithochs anheizt. Er sieht 50.000 US-Dollar in 2020 als realistisch.

Im Wettbewerb um den größten Bitcoin Optimisten aber liefern sich gleich mindestens drei Prominente einen harten Kampf. Kryptohändler Alex Krüger sieht auf Twitter 10 Millionen US-Dollar pro BTC als möglich und 400.000 US-Dollar als im Grunde garantiert, wenn auch erst nach dem nächsten Halving 2024.

Mit technischen Analysen kommt Raoul Pal, ein früherer Goldman Sachs Hedgefondsmanager, auf entweder 40.000 US-Dollar oder 1 Millionen US-Dollar als in näherer Zukunft zu erwartenden Preis für BTC, also die Prognose von Krüger dividiert mit Faktor 10. Auch Pal teilt seine Annahmen auf Twitter. Dritter im Bunde ist John McAfee. Er verstieg sich schon 2017 auf das Kursziel von 1 Millionen US-Dollar pro BTC. Falls er falschliege, werde er „seinen eigenen Penis („dick“) essen“. Soweit bekannt, hat er dieses Versprechen nicht eingelöst, aber an der 1 Millionen US-Dollar Wette für Bitcoin hält er fest.

Natürlich gibt es auch Pessimisten und Skeptiker, was die Zukunft von Bitcoin angeht. Starinvestor Warren Buffet sieht BTC ohnehin als großen Bluff und wartet nur auf das Platzen der von ihm konstatierten Bitcoin Blase. Goldenthusiast Peter Schiff warnt auf Twitter vor einem Bitcoin Kurs nahe Null.

Man könne BTC nicht wie Gold oder Geld nutzen, weil die Kryptowährung „zu langsam, zu teuer und zu verletzlich“ sei. Analyst Simon Peters von eToro klingt da im Vergleich in Interviews besonnen, wenn er sagt: Nach dem Bitcoin Halving werden wir Abverkäufe erleben, der Kurs geht bis etwa 7.500 US-Dollar in die Knie und dann beginnt das Warten auf den Aufschwung.

Hashrate bei BTC nach Bitcoin Halving stabil

Nicht wenige Experten verweisen auf die Hashrate in der BTC Blockchain als wichtigen Indikator, wohin die Kurse führen. Die Hashrate beziffert, wie viel Rechnerkapazitäten weltweit an dem Erschließen neuer Blöcke bei Bitcoin arbeiten. Jetzt, wo die Belohnung dafür durch das Bitcoin Halving halbiert ist, könnte die Hashrate einbrechen, glauben einige Fachleute. Ihr Argument: Bitcoin Mining lohnt sich bei den aktuellen Kursen und Strompreisen nicht mehr und weil es unprofitabel wird, schalten Miner ihre ASICs ab. Bis zu einer Marktbereinigung würde dann eine negative Preispirale den Kurs von BTC beherrschen, so diese Theorie. Allerdings zeigen die aktuellen Charts für die Hashrate bei Bitcoin, etwa hier und hier, keine dramatischen Einbrüche, sondern die täglich üblichen Schwankungen und absolut eine Hashrate weiter auf historischen Höchstständen. Das heißt: Bitcoin Miner bunkern ihre neuen BTC und verkaufen erst bei profitablen Kursen. Wie lange sie das durchhalten, ist eine andere Frage.

Fazit: Viel Lärm um nichts beim Bitcoin Halving?

Die wilden Träume vieler BTC Händler zum Bitcoin Halving haben sich bisher nicht erfüllt. Erinnert sei daran: Bei den früheren Bitcoin Halvings in 2012 und 2016 waren Stagnation beziehungsweise Einbruch zu erleben, bevor der Kurs dann wieder rasant Fahrt aufnahm und neue Allzeithochs erklomm. Fakt ist auch, dass durch das Bitcoin Halving die Inflation von vorher etwa 3,7 Prozent auf 1,8 Prozent gedrückt wurde. In einer weltwirtschaftlichen Situation, in der die Coronakrise die Notenbanken zum Drucken von Fiat quasi zwingt, ist das ein Anhaltspunkt pro BTC.

Anderseits hat der „schwarze Donnerstag“ vom März 2020 mit Kursverlusten von fast 40 Prozent in 24 Stunden vor Augen geführt, dass sich Bitcoin im Tageskurs längst nicht mehr von klassischen Börsen abkoppeln kann. Ob und wohin das Pendel nun nach dem Bitcoin Halving ausschlägt, erfahren wir in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten. Genauso sicher ist: Das nächste Bitcoin Halving kommt 2024 bei Block 840.000 und wird die Miner Rewards auf 3,125 BTC halbieren, um die Inflation zu bekämpfen.


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