Ripple: 98 Prozent aller XRP Transaktionen laut Studie ohne Geldwert

Eine Analyse von Krypto-Experten zeigt, dass im Ökosystem von Ripple fast alle Transaktionen mit Null XRP stattfinden. Auch die Blockchains von EOS und Tezos (XTZ) sind demnach hauptsächlich mit Bestätigung und Dokumentation von an sich wertlosen Aufträgen beschäftigt.

Werden bei Ripple (XRP), EOS und Tezos (XTZ) die Netzwerke mit Aktionen überschüttet, die gar nicht im Sinn haben, Kryptowährungen zu transferieren? Das fragten sich drei Kryptoexperten und veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt in einer wissenschaftlichen Studie. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend und belegen: Bei Ripple duften es rund 98 Prozent aller Aktionen sein, bei denen gar keine XRP bewegt werden. Bei EOS liegt der Anteil wertloser Aktionen demnach bei 95 Prozent und bei Tezos (XTZ) bei 82 Prozent. Die vermuteten Gründe für diese merkwürdige Situation unterscheiden sich deutlich, führen aber zum Schluss: Hier werden Kapazitäten besetzt, die kaum zum eigentlichen Konzept der betroffenen Ökosysteme passen.

Warum bei XRP Null-Buchungen die Tagesordnung bestimmen

Technisch betrachtet ist es im Blockchain-ähnlichen Netzwerk von Ripple XRP Transaktionen in Auftrag zu geben, deren Wert gleich Null ist oder auch solche, die zunächst nur ein Angebot enthalten, XRP in eine andere Kryptowährung umzutauschen. Dies macht Ripple (XRP) anfällig für Wash Trading, schreiben die Fachleute. Es gebe auch Hinweise auf Aktionen, die eher DDoS-Attacken ähneln. Übrig bleiben dann nur noch 2 Prozent aller Transaktionen bei XRP, die wirklich digitales Geld bewegen. Die massive Belastung des Netzwerks führe aber dazu, dass etwa die Kryptobörse Binance mehrfach erleben musste, wie von ihr angestossene Transaktionen im Netzwerk von XRP „hängen bleiben“. Die Autoren deuten auch an, dass sie mit ihren Ergebnissen zum Schluss kommen: XRP ist anfällig für Preismanipulationen.

Warum bei EOS die Blockchain missbraucht wird

Die Blockchain von EOS ist technologisch generell offen auch für Smart Contracts und DApps, bei denen nicht zwingend Geld im Spiel ist. Dies macht sich offensichtlich das Projekt EIDOS zunutze, welches über die Blockchain von EOS wertlose Coins per Airdrop verteilt. Das führt aber zu der Situation, dass für „echte“ EOS-Transaktionen Gebühren entstehen, um bevorzugt behandelt zu werden. Auch bei EOS geht die Studie deshalb von Spam-ähnlichen Attacken auf das Netzwerk aus. Einzelne Nodes bei EOS hätten bereits Überlastung gemeldet.

Was läuft bei Tezos schief in Sachen Blockchain-Nutzung

Tezos (XTZ) will sich von anderen Kryptowährungen dadurch unterscheiden, dass über Änderungen im System kontinuierlich abgestimmt wird. Der Haken: Dieser Prozess beansprucht derzeit mehr als 80 Prozent aller Aktionen im Netzwerk, ohne wirklich zu Ergebnissen zu führen. Denn es fehle schlicht und ergreifend an Vorschlägen, über die bei Tezos angestimmt werden könne. Die Studie empfiehlt: Aus aktuelle vier Phasen im Abstimmungsverfahren drei machen, um die Belastung der Blockchain deutlich zurückzufahren.

Fazit: Schöne neue Blockchain-Welt mit Tücken

Ein typisches Argument von Gegnern von Kryptowährungen lautet, die technologische Basis verschlinge Rechnerkapazitäten und Strom. Daraus entstehe sinnlose Umweltbelastung. Das mag in Ansätzen beim Protokoll von Proof-of-Work (PoW) in einer Blockchain stimmen. Doch EOS und Tezos setzen auf Proof-of Stake (PoS) als Protokoll, was mit Energie genügsam umgeht. Ripple und XRP bilden mit einer nur bedingt dezentralen Lösung einen Sonderfall. Es gibt aber zu denken, wenn diese Netzwerke offensichtlich gezielt mit Arbeit belastet werden, die wenig Sinn macht oder sogar Schaden anrichten soll.

Die Studie schließt daraus: Die drei Blockchains haben zwar bewiesen, viel Datenverkehr zu bewältigen. Aber ihr Potenzial wird bei Weitem nicht zu den eigentlich gedachten Zwecken genutzt. Ob und wie sich die Projekte davor schützen können? Dazu liefert die Analyse keine Antworten. Und auch zu der naheliegenden Annahme, dass von den geschilderten Phänomenen noch viele andere Blockchains betroffen sein könnten, geben die Krypto-Forscher keinen Kommentar ab.


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