Hunderttausende Bots promoten Online Ripples XRP

Ripple Bot Netzwerk

Der Blockchain-Analyst Geoff Goldberg ist sich ziemlich sicher, dass im Umfeld von Ripples XRP im großen Maßstab mit Bots und Fake-Accounts Stimmung für die Kryptowährung gemacht werden soll. Exemplarisch hat er Twitter und YouTube unter die Lupe genommen. Der Verdacht: Die Führungsetage bei Ripple will den Kurs des XRP beeinflussen.

Hinter XRP steht mit Ripple ein privates Unternehmen. Ripple hält direkt, durch die Gründer und den Vorstand sowie Treuhänderkonten mit rund 60 Milliarden XRP weiterhin mehr Token als die 40 Milliarden XRP, die frei im Umlauf sind. Durch monatliche Verkaufsprogramme werden diese zurückgehaltenen XRP peu à peu von Ripple und seinen Führungsfiguren zu Geld gemacht. Soweit, so gut, solche Prämienprogramme sind auch bei den Stiftungen und Entwicklerteams anderer Kryptowährungen üblich. Merkwürdig aber wäre es, wenn in den sozialen Netzwerken durch Bots und Fake-Accounts gezielt für XRP und dessen Zukunftschancen geworben wird – mutmaßlich finanziert durch die Führungsetagem die davon profitieren könnte. Genau diese Strategie meint der Analyst Geoff Goldberg aber bei XRP nachweisen zu können. Die Beweise, die er dafür vorlegt, sind – zumindest bis zu einem bestimmten Grad – nachvollziehbar. Bahnt sich da ein PR-Desaster bei Ripple an?

XRP bei Twitter und Co. – was ist Goldberg aufgefallen?

Schon im August 2018 hatte Goldberg eine umfangreiche Studie vorgelegt, die darauf abzielte, dass sich speziell bei Twitter massenhaft Fake-Account und Bots mit XRP beschäftigen. Ripple-CTO David Schwartz konnte sich die damals vorgetragenen Beweise nicht erklären, doch der dazugehörige Tweet von Schwartz ist mittlerweile gelöscht. Jetzt hat Goldberg nachgelegt und die Situation für Anfang 2019 genauer untersucht. Und wieder ist auffällig, dass bei Twitter Tausende von Accounts sich zu XRP bekennen, die augenscheinlich nur zu diesem Zweck angelegt wurden. Noch unangenehmer: Diese Accounts folgen auch Emi Yoshikawa, die bei Ripple für Expansion verantwortlich zeichnet. Goldberg hat seine Ergebnisse auch visuell dargestellt und schreibt dazu: „Die trügerische Taktik, bei der durch Graswurzel-Initiativen Unterstützung für ein Produkt simuliert wird, bei dem Personen oder Organisationen ein Interesse an der Beeinflussung der öffentlichen Meinung haben“. Schwere Vorwürfe also, die dennoch so vorsichtig formuliert sind, dass sie kaum juristisch anzugreifen wären.

Goldberg geht davon aus, dass sich um Twitter-Accounts wie GiantGox ein riesiges künstliches Netzwerk von XRP-Unterstützern gebildet wurde. Exemplarisch dafür, so Goldberg, etwa auch die Accounts von XRP Euphoria bei Twitter und YouTube. Ein AndrewP produziert dort aufwendige Videos, die für XRP gigantische Kurssprünge vorhersagen. Eine ungewöhnlich hohe Interaktion-Rate bei den Videos, natürlich positiv, und dazu Twitter-Follwer, deren Namen mehrheitlich XRP im Namen tragen -all das hat dieser AndrewP zu verzeichnen, der als Avatar unterwegs ist. Menschlich und echt geht anders, meint Goldberg, und fragt sich: Wer könnte ein Interesse daran haben, so unverhohlen Werbung für XRP zu machen und sei es nur für andere Bots?

Goldberg ist nach eigenen Angaben bei Elementus angestellt, einer Firma, die sich eigentlich der Analyse von Blockchains verschrieben hat. Ob diese ein Interesse daran hätte, XRP zu diskreditieren, sei einmal dahingestellt. Goldberg publiziert in Sachen „XRP-Armee“ privat und weicht einer endgültigen Antwort aus, wer hinter den auffälligen Aktivitäten stecken könnte. Doch er verlinkt auf einen Bericht beim Fachportal Trustnodes. Der dortige Report kommt zum Schluss, dass eigentlich nur Ripple selbst die Finanzkraft und Motivation hätten, um so vorzugehen, wie Goldberg es beschreibt. Da Goldberg mit Trustnodes gesprochen hat und den Artikel verlinkt, hegt er offensichtlich denselben Verdacht.

Ripple schweigt zu den Vorwürfen der Meinungsmanipulation

Es wirkt schon ungewöhnlich, dass sich Ripple und namentlich betroffene Führungspersonen nicht äußern zu den Geschehnissen. Sollte ihnen nicht eigentlich daran gelegen sein, Fake-Follower loszuwerden und entschieden Meinungsmanipulationen zu dementieren? Oder haben sie sich entschieden, die Sache aussitzen zu wollen? Denn allein der wohl berechtigte Verdacht, dass bei der die Social-Media-Präsenz des XRP nicht alles mit rechten Dingen zugeht, ist mehr als unangenehm für das Vertrauen von Anlegern. Der Kurs des XRP tritt jedenfalls auf der Stelle. Und wir machen uns Gedanken dazu, ob nicht auch bei anderen Kryptowährungen getrickst wird, um die öffentliche Meinung auf unredliche Art und Weise zu beeinflussen.


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